Erst ahnunglos, dann in Zockerlaune: Student kostet Günther Jauch reichlich Nerven

Schon die 300-Euro-Frage forderte Tim Holzhäuer in der RTL-Show "Wer wird Millionär?" heraus, bei 4.000 Euro war beinahe alles vorbei. Doch dann überraschte der Kandidat plötzlich mit ungeahntem Wissen und Zocker-Mentalität.

Bevor der angehende Sportjournalist es auf den Stuhl schaffte, ging es erst noch mit Musiklehrer Eric Gressel weiter, der es immerhin schon mal zur 500-Euro-Frage geschafft hatte. Er kam recht lässig voran und brachte Günther Jauch zum genervten Aufstöhnen, als er schon wissend nickte, noch bevor der Moderator die 4.000-Euro-Frage ausformuliert hatte.
"Die finde ich die Schlimmsten: diese Nicker oder Lächler!", beschwerte sich Jauch, ließ den Kandidaten aber trotzdem erzählen, womit man es bei einem "Direkteinspritzer" zu tun hat, ...
... ehe die vier Antwortmöglichkeiten erschienen waren: "Dieselmotor" war dann auch völlig korrekt und Eric Gressel wurde immer vergnügter.
Rache ist süß - nun zog Günther Jauch ihn damit auf, dass er bis zum Studienabschluss ganze 21 Semester benötigt habe. Er habe nur den Bachelor, korrigierte ihn der Kandidat, er studiere weiter. Jauch lachte auf, doch Gressel war schlagfertig: "Dafür habe ich, glaube ich, den einzigen universitären Abschluss auf diesen beiden Stühlen." Touché, Applaus!
Der eingangs genannte Tim Holzhäuer (dritter von links) sortierte am schnellsten vier Modedesignerinnen, war dann aber bald hilflos: Dass es sich einzig bei "Dielen in der Diele" (und nicht bei "Küchen in der Küche", "Bädern im Bad" oder "Balkonen auf dem Balkon") um Bodenbelag handelt, wurde ihm erst nach langem Nachdenken klar. Denn er wusste nicht mal, ...
... welchen Bodenbelag er daheim hatte. Dafür erinnerte sich Jauch noch an den Veloursteppich in der WG, die er selbst in den 1970-ern bewohnt hatte. Und an den Putzplan! "Nordkoreanisch anmutende Kontrollen" hätten er und seine Mitbewohner eingeführt, sodass man gelegentlichen Damenbesuch zumindest nicht aus hygienischen Gründen in die Flucht schlug.
Nach dieser 300-Euro-Frage brachte die 1.000-Euro-Frage den Studenten erneut ins Straucheln. Auf welche "Musik" man am ehesten verzichten könne, den "Freitagsjazz", "Samstagssoul", "Sonntagspop" oder - die richtige Antwort - den "Montagsblues"? 97 Prozent des Publikums würden das wissen, tippte Jauch und lag damit exakt richtig. Brenzlig wurde es danach ...
Nur mühsam überredete der sichtlich nervöse Jauch Holzhäuer zum nächsten Joker, wollte dieser doch glauben, dass in das Wort "Hoheit" (Antwort A) noch ein "h" gehörte. Oder vielleicht doch in "Schlauheit" (B), "Roheit" (C) oder "Rauheit" (D)? Nach dem Ziehen des 50:50-Jokers blieben B und C übrig, er wählte C und war eine Runde weiter. Puh!
Kaum zu glauben, dass Holzhäuer sich - auch mithilfe seiner letzten beiden Joker - noch bis zur 64.000-Euro-Frage hocharbeiten konnte. Und hier wurde er plötzlich zum Zocker und wagte es, darauf zu tippen, dass Cristiano Ronaldo auf Instagram als erster Mensch die 200-Millionen-Follower-Marke geknackt habe. Richtig!
Auch bei der nächsten Frage war er sich fast sicher, forderte sein Glück aber Gott sei Dank nicht noch einmal heraus: Denn ein Affineur beschäftigt sich von Berufs wegen mit Käse und nicht, wie von ihm angenommen, mit Schokolade. Und so wurde Holzhäuers Platz frei für Corinna Gönner, die eine Fußballfrage am schnellsten beantworten konnte.
Die Deutsch- und Musiklehrerin hatte für ihre "WWM"-Bewerbung eigens ein Lied gedichtet und komponiert, das sie nach Beantwortung der 8.000-Euro-Frage im Studio vortrug. Dass sie bei dieser richtig tippen konnte, hatte sie ihrer Klasse 8c zu verdanken, die im Unterricht mal ihre Lieblingsmusiker vorgestellt hatten.
Nur deshalb wusste Gönner, dass Samra, RAF Camora, Kontra K, Bonez MC, Ufo361, Mero und Apache 207 Deutsch-Rapper sind. Bei der Beantwortung anderer Fragen halfen ihr Joker, doch bei 64.000 Euro wurde es schließlich eng: Was man in vielen deutschen Start-up-Unternehmen fände, war gefragt: ...
... eine "Take-care-Sister" (A), einen "Help-me-Brother" (B), eine "Feel-good-Oma" (C) oder einen "Fix-it-Opa" (D)? Weder ihr Telefon-Joker noch der 50:50-Ausschluss (übrig blieben B und C) gaben der Berlinerin die nötige Sicherheit, und so freute sie sich lieber über 32.000 Euro als zu zocken. Gut so: Ihr Tipp, Antwort B, wäre falsch gewesen.