Uli Hoeneß' Geschichte lässt Deutschland nicht los. Nun hat auch Sat.1 die Thematik aufgegriffen. Der Sender liefert mit der Satire "Die Udo Honig Story" zwar nicht den Film des Jahres ab, ein unterhaltsames Stück Fernsehen ist Regisseur Uwe Janson aber gelungen.

Fußballmanager Udo Honig (Uwe Ochsenknecht) muss in die JVA Bergland einziehen - natürlich nicht, ohne sich vorher medienwirksam mit den Worten "Das war's noch nicht" zu verabschieden. Honig, der sich aus eigener Kraft vom Metzgerjungen zu einem der mächtigsten Fußballpräsidenten der Welt hochgearbeitet hat, wurde wegen eines Steuerdeliktes verurteilt. Nun lernt er eine für ihn völlig fremde Welt und Hierarchie kennen.

Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind unbedingt erwünscht in der Sat.1-Satire "Die Udo Honig Story" (20:15 Uhr). Der grobe Umriss des Films, sowie die darin agierenden Personen dürften also so ziemlich jedem Deutschen bekannt vorkommen.

Uwe Ochsenknecht ist nah dran an Uli Hoeneß

Der Aufstieg und Fall des Uli Hoeneß bildet den Rahmen für die Satire. Der Rest ist frei erfunden. Die Satire knüpft da an, wo die Fernsehkameras nicht mehr hingekommen sind: hinter die Gefängnismauern. Es wird gezeigt, wie sich Honig in dieser JVA vom Getretenen hocharbeitet zum großen Zampano. Das Gefängnis als Parallelwelt, die sich Honig dann doch so gestaltet, wie er sie von draußen kennt. Mit allem Komfort. Dass er trotz seiner Verfehlungen "kein schlechter Mensch" sei, betont Honig im Film immer wieder. Inwieweit diese Einschätzung der Wahrheit entspricht, das darf jeder Zuschauer für sich selbst entscheiden.

Uwe Ochsenknecht spielt einen Udo Honig, der sehr nah dran ist an dem Uli Hoeneß, den die breite Öffentlichkeit kennt. Anpackend, emotional und oft genug cholerisch. Auch den bayerisch-schwäbischen Dialekt des ehemaligen Präsidenten des FC Bayern München bekommt Ochsenknecht hin. Allein dafür darf man schon mal den Hut ziehen.

Überhaupt lebt der Film von seinen Darstellern. Auch Hannes Jaenicke als Franz Kaiser ("Kaiser" Franz, Sie verstehen ...) spielt Beckenbauer herrlich unaufgeregt und an manchen Stellen durchaus entlarvend. Nur sein bayerischer Dialekt klingt für bayerische Ohren doch etwas arg einstudiert. Und Gisela Schneeberger als Honigs Gattin, die ihn als einziger Mensch durchschaut, ist ohnehin grandios.

"Die Udo Honig Story": ein unterhaltsamer TV-Film

Der Film selbst schrammt zu oft am Klamauk vorbei, um wirklich grandios zu sein. Zum Beispiel, wenn Udo Honig seinen Mithäftlingen zuruft "Und jetzt geht's raus und macht Würste." Dennoch ist "Die Udo Honig Story" unterhaltsam und oft genug wirklich witzig.