And the Oscar goes to: Diese deutschen Werke waren für einen Oscar nominiert

Sieben deutsche Werke sind dieses Jahr ins Rennen um eine Oscar-Nominierung gegangen. "Systemsprenger" hat es in die Auswahl der "besten nicht-englischsprachigen Filme" geschafft. Welche deutschen Filme bereits Oscar-Anwärter waren und welche Werke mit einem Goldjungen ausgezeichnet wurden, verraten wir hier. © spot on news

2019 geht der Film "Systemsprenger" von Nora Fingscheidt ins Rennen um den heißbegehrten Oscar. Die Handlung ist folgende: Benni (Helena Zengel) ist neun Jahre alt und muss immer wieder zu neuen Pflegefamilien. Sie vergrault jede Einzelne. Sie will nur zu ihrer Mutter. Doch ihre Mutter fürchtet sich vor ihr und hat sie abgegeben. Das System ist damit überfordert.
"Die Blechtrommel" – eine brillant inszenierte Verfilmung nach dem berühmten Roman von Günter Grass, die dem Regisseur und Drehbuchautor Volker Schlöndorff so einige Preise einbrachte. Über eine Auszeichnung durfte er sich im Jahr 1980 ganz besonders freuen: den Oscar in der Kategorie "Bester nicht-englischsprachiger Film". Kein Wunder, denn die bewegende Geschichte des kleinen Oskar (David Bennent) zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs zog die Zuschauer in ihren Bann.
1986 schaffte es das Werk "Bittere Ernte" der polnischen Filmemacherin Agnieszka Holland auf die Liste der deutschen Oscar-Nominierungen. Für eine Auszeichnung hat die Geschichte der geflüchteten Medizinstudentin Rosa Eckart (Elisabeth Trissenaar) und des polnischen Bauern Leon (Armin Mueller-Stahl), der die Jüdin bei sich versteckte, jedoch nicht gereicht.
Mit "Das schreckliche Mädchen" brachte Regisseur Michael Verhoeven 1990 ein wahres Meisterwerk auf die deutschen Kinoleinwände. Das Schicksal der Klosterschülerin Sonja (Lena Stolze) ging bei den Oscars für die Auszeichnung als "bester fremdsprachiger Film" ins Rennen. Eine Auszeichnung sprang dabei allerdings nicht heraus.
In "Schtonk!" bewegen sich Uwe Ochsenknecht alias Fälscher Prof. Dr. Fritz Knobel (re.) und Götz George alias Skandalreporter Hermann Willié (li.) auf dünnem Eis, als sie die gefälschten Hitler-Tagebücher in einer Zeitung veröffentlichen wollen – eine spannende Satire, die es 1993 auf die Liste der Oscar-Nominierungen geschafft hat.
Mit "Jenseits der Stille" thematisiert Regisseurin Caroline Link sowohl Probleme von Menschen mit Behinderungen, speziell von Gehörlosen, als auch den Selbstfindungsprozess der jungen Lara (Sylvie Testud, li.), die als Tochter gehörloser Eltern in einer kleinen Stadt in Süddeutschland groß wird. Eine bewegende Geschichte, die 1998 mit einer Oscar-Nominierung belohnt wird. "Jenseits der Stille" sollte jedoch nicht das einzige Werk von Caroline Link sein, welches einem Goldjungen würdig ist …
2003 durfte Caroline Link ihn endlich entgegennehmen, den Oscar in der Kategorie "Bester fremdsprachiger Film". Jedoch erhielt sie den Preis nicht für "Jenseits der Stille", sondern für ihr Drama "Nirgendwo in Afrika", welches auf dem Roman von Stefanie Zweig basiert, in dem es über ein entstandenes Afrika-Epos einer deutschen Familie geht, die sich 1938 in einer fremden Welt zurechtfinden muss.
Auch bei dem Werk von Oliver Hirschbiegel spielte der Zweite Weltkrieg eine große Rolle. In "Der Untergang" werden vor allem die Geschehnisse im Berliner Führerbunker während der Schlacht um Berlin thematisiert – eine bewegende Inszenierung, bei der Bruno Ganz (2. v. l.) die Hauptrolle des Adolf Hitler übernahm. Im Jahr 2005 wird Hirschbiegels Werk schließlich für die goldene Statue nominiert, eine Auszeichnung konnte der Streifen jedoch nicht einfahren.
Wer sich jedoch über eine Auszeichnung freuen konnte, war Florian Henckel von Donnersmarck, der es mit "Das Leben der Anderen" 2007 nicht nur auf die Liste der Nominierungen geschafft hat, sondern auch auf die der Oscar-Gewinner. Kein Wunder, denn das DDR-Drama rund um den damaligen Staatssicherheits-Apparat wurde ein weltweiter Erfolg. Auch für von Donnersmarck sollte es nicht die letzte Oscar-Nominierung gewesen sein.
"Der Baader Meinhof Komplex" gehört zu den bekanntesten Streifen, bei denen Uli Edel das Regie-Zepter übernommen hat. Das Drehbuch stammt aus der Feder von Produzent Bernd Eichinger, welches auf dem gleichnamigen Sachbuch von Stefan Aust beruht. In dem Spielfilm haben nicht nur einige der bekanntesten deutschen Schauspieler wie Moritz Bleibtreu (li.) und Johanna Wokalek (re.) mitgewirkt, die Geschichte der Roten Armee Fraktion konnte 2009 auch bei den Oscar-Nominierungen glänzen.
Auch wenn Michael Haneke seine Trophäen-Wand für "Das weiße Band – Eine deutsche Kindergeschichte" am Ende mit keinem Oscar schmücken konnte, eine Nominierung war ihm dennoch sicher. Außerdem konnte sich der österreichische Regisseur 2010 über die "Goldene Palme" freuen, die er bei den 62. Filmfestspielen von Cannes erhalten hat. Von der Story über das Jahr vor dem Beginn des Zweiten Weltkriegs zeigten sich zahlreiche Kritiker beeindruckt.
Bis zu der nächsten deutschen Oscar-Nominierung dauerte es ganze sieben Jahre. 2017 wurde schließlich Regisseurin Maren Ade für ihr Werk "Toni Erdmann" unter allen Bewerbern auserkoren. Das komödiantische Drama erzählt die Geschichte von Winfried (Peter Simonischek), einem Musiklehrer mit einem ausgeprägten Hang zum Scherzen, der seine von ihm entfremdete Tochter Ines (Sandra Hüller) in Bukarest besucht.
2019 schaffte es Florian Henckel von Donnersmarck mit seinem Film "Werk ohne Autor" erneut auf die Liste der Oscar-Nominierten – und das gleich im Doppelpack. Die Geschichte des dramatischen Lebens des Künstlers Kurt Barnert (Tom Schilling) wurde sowohl als "Bester fremdsprachiger Film" als auch in der Kategorie "Beste Kamera" nominiert. Dieses Mal ging der Regisseur jedoch leer aus.