Am Dienstagabend musste die Göttin aus ihrem Kostüm schlüpfen. Dahinter verbarg sich drei "The Masked Singer"-Folgen lang Schauspielerin Rebecca Immanuel. Aber auch Angelo Kelly war gezwungen, seine Maskerade aufzugeben. Ob der Coronakrise konnte der in Irland lebende Musiker seine Deutschland-Reisen nicht mehr verantworten.

Eine Kritik
von Bodo Klarsfeld

Da waren es plötzlich nur mehr sieben Promis. Ja, richtig gelesen. Denn nach dem Ausscheiden von Sängerin Stefanie Heinzmann (Dalmatiner) und Model Franziska Knuppe (Fledermaus) machte sich am Dienstag auch die Kakerlake im Vorfeld der dritten Folge von "The Masked Singer" aus dem Staub – und das aus nachvollziehbaren Gründen.

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Coronakrise zwingt Angelo Kelly zum Ausstieg

Alle drei Juroren, aber auch die Zuseher tippten auf Angelo Kelly hinter der Kakerlake. Und als das charmant rappende Ungeziefer auf der Videowall die Maske abnahm, kam auch tatsächlich das Mitglied der Kelly Family zum Vorschein.

"Es hat unglaublichen Spaß gemacht, diese paar Sendungen mitzumachen", so der Musiker, der in Irland lebt.

Für "The Masked Singer" musste er jede Woche eine Flugreise auf sich nehmen. "Und das ist in der jetzigen Situation keine Option mehr", erklärte Kelly. Vor dem Hintergrund der Coronakrise könne er das seiner Familie gegenüber nicht mehr verantworten.

Juroren gehen zueinander auf Distanz

Somit oblag es den verbliebenen Sieben, sich ein weiteres Mal in schwere Kostüme zu werfen, um in zwei Duellen und einem Dreikampf gegeneinander anzutreten. Wer gewinnt, kommt nächste Woche wieder zum Zug. Die Verlierer der Auseinandersetzungen mussten wieder bis zum Ende der Folge zittern.

Neben den fixen Jurymitgliedern Ruth Moschner und Rea Garvey durfte an diesem Dienstagabend auch Komiker Luck Mockridge über die Darbietungen der getarnten Promis urteilen. Natürlich setzte auch die Jury die gegenwärtigen Corona-Vorgaben um. Die Mitglieder hielten hinter ihrem Pult artig Abstand voneinander.

Ruth Moschner: Immer ergriffen, nie authentisch

Das erste Duell dieses langen Abends hieß "Wuschel vs. Hase." Ersterer sang "Can’t stop the feeling" von Justin Timberlake und demonstrierte erneut, dass er seine Stimmbänder im Griff und durchaus das Zeug zum Schmusesänger hat.

Ruth Moschner geriet ob der Performance scheinbar in Ekstase und zeigte erneut, dass Authentizität vor der Kamera nicht so ihr Ding ist. Sie tippte auf Sänger Mike Singer hinter dem Fellknäuel, Mockridge auf Singers Kollegen Wincent Weiss.

Das bebrillte Häschen wiederum präsentierte eine Discoversion des Marilyn-Monroe-Klassikers "I wanna be loved by you". "Oh, mein Gott" und "unfassbar", so Moschner.

Zu ihrer Verteidigung: Ihre Kommentare fügten sich ganz gut in die austauschbaren Bewertungen sowie aufgesetzten Emotionen der anderen Juroren ein. Die Runde entschied der Wuschel für sich.

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Schlecht programmierter Roboter, profane Göttin

Danach folgte das Duell "Roboter vs. Göttin". An seine gute Leistung vom letzten Mal konnte der Roboter, der ABBAs "The winner takes it all” darbot, ob stimmlicher Ausfälle nicht wirklich anknüpfen. Moschner fand’s dennoch sowohl "Hammer!" und "so geil" als auch "sensationell".

Garvey vermutete hinter der mechanischen Diva erneut die "Die Happy"-Sängerin Marta Jandová. Auch die Leistung der Göttin, hinter der sich zahlreiche Deutsche "Löwin" Judith Williams wünschten, war an diesem Abend mehr gewöhnlich als himmlisch.

Die goldene Diva performte "Juice" von Lizzo. Garvey schienen die Fehlurteile seiner Kollegin ("Wow, das war der Hammer!") inzwischen ebenso ein wenig zu nerven. Er äußerte, dass hinter der Göttin definitiv keine Profisängerin stecken würde.

Didi Hallervorden, Hugo Egon Balder oder Horst Lichter?

Dann bereits das letzte Aufeinandertreffen des Abends: der Dreikampf "Chamäleon vs. Drache vs. Faultier". Zunächst legte das Chamäleon, hinter dem die Mehrheit der Zuseher Comedian Dieter Hallervorden vermutet, mit "Ring of fire" von Johnny Cash los.

Nach dem Auftritt freundete sich auch Rea Garvey erstmals mit der Möglichkeit an, dass es sich um Hallervorden handeln könne. Moschner brachte dann plötzlich Hugo Egon Balder ins Spiel, während man auf Twitter Perlen wie diese lesen konnte: "Das Chamäleon ist Horst Lichter. Man vergleiche den Schwanz des Chamäleons mit dem Schnäuzer Lichters."

Vermeintlicher Gregor Meyle performt Adele-Song

Da der Drache in der letzten Folge erstklassige Töne spuckte, wähnten längst alle einen Profisänger – viele konkret Gregor Meyle – hinter der Maskerade. An diesem Abend gab der Drache ein solides, aber kein außergewöhnliches "Set fire to the rain" von Adele zum Besten. "Ich weiß, wer du bist – zu 100 Prozent", so Garvey direkt zum Drachen.

Der irische Musiker weiter: "Das ist der beste Sänger, den wir im Haus haben. Das ist Gregor Meyle." Mockridge war der gleichen Ansicht. Der dritte im Bunde, das Faultier, intonierte dann den Italo-Schlager "Volare" recht ordentlich, was die Jury vollends verwirrte.

Sie hatte jetzt absolut keinen Tau mehr, wer sich hinter dem Faultier-Outfit verbergen könnte. Stefan Raab wurde inzwischen eher ausgeschlossen. Im Dreikampf hatte das Chamäleon das Nachsehen.

Enttarnung der Göttin wirft Frage auf: "Wer ist diese Frau?"

Dann stand sie endlich an, die finale Entscheidung des Abends. Nachdem man zwischen den wenigen Performances belanglose Kurzbeiträge und gefühlte 20 Werbepausen platziert hatte. Jetzt ging es nur mehr um die Fragen, wer von den Verlierern weiterkommt und wer ausscheidet und sich zeigen muss. Schließlich war es die Göttin, die sich outen musste.

Bei ihr tappte die Jury ebenso ziemlich im Dunkeln, weshalb sie nur spekulieren konnte, was ungefähr weitere 15 Minuten in Anspruch nahm. Die Zusammenfassung: Mockridge tippte auf Glücksfee Maren Gilzer, Moschner auf Paula Lambert und Garvey auf Charlotte Würdig.

Als die Maske der Göttin schließlich fiel, kam Schauspielerin Rebecca Immanuel zum Vorschein. Moschner kommentierte dies gewohnt "nüchtern" mit einem "Ich flipp aus!", während auf Twitter Dinge wie "Ok. Wer ist das?" und "Please help: Wer ist diese Frau Rebecca Emanuel?" zu lesen waren.

Langer Abend endet mit stolzer Rebecca Immanuel

"Ich danke, dass ihr alle so wild und toll rumgeraten habt", so Immanuel, die stolz war, sich das alles getraut zu haben. Noch ein weiteres Mal präsentierte die Schauspielerin den Song "Juice" von Lizzo, den sie lediglich vier Tage proben hatte können. "Ich kannte ihn zuvor gar nicht", so Rebecca Immanuel abschließend.

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