"Man kann hier keinem mehr trauen!" - Kandidaten-Zoff bei "The Biggest Loser"

Die Kandidaten bei "Biggest Loser" werden dünner - und die Luft wird es auch. Vor dem Einzug ins Viertelfinale gab es neben Schweiß, Tränen und sensationellen Wiege-Ergebnissen auch Lug und Trug.

Schlechter konnte die neunte Woche für Tülay nicht beginnen: "Beim Sport verletzt." Klingt komisch, war es aber nicht: Sie war auf Anthonys Trainingsschweiß im Gym ausgerutscht und hatte sich eine Armprellung zugezogen. Tülay durfte nur eingeschränkt Sport machen. Aber es kam noch schlimmer.
"Führe uns nicht in Versuchung", heißt es im Gebet. Aber Campchefin Christine Theiss tat genau dies: Der Kandidat, der am meisten Kalorien verputzte, sich also als "schwach" erwies, wurde mit Immunität für die Waage belohnt. Fies! Wer würde standhaft bleiben? Gerry (Bild): "Sich so ins Viertelfinale zu manövrieren, das ist ein Bitchmove!"
Alle blieben standhaft, obwohl der Gabentisch reich gedeckt war. Daniel: "Sieht sehr lecker aus, Kompliment an den Koch!" Anthony hatte zu kämpfen: "Alles, was man sich in den letzten Wochen herbeihalluziniert hat, war auf dem Tisch!" Aber er aß auch nichts - wie alle, auch Gerry ("Lieber ehrenhaft raus!"). Dann wurde Tülay zu Tisch gebeten.
"Da war nichts dabei, worauf ich Verlangen hatte", sagte Tülay. Sie rang trotzdem lange mit sich - aus Angst vor einem verletzungsbedingten Scheitern auf der Waage. Und dann griff sie zu. Und trank. Ein Glas Orangensaft. 130 Kalorien. Skandal? Gerry hatte vorher gesagt: "Wer hier was isst, vor dem verlier' ich viel Respekt!"
Tülay hatte ihr "taktisches Trinken" verheimlicht. Erst vor den Trainern musste sie gestehen. Ramin: "Also wegen einem Glas Oangensaft gibt's keinen Anschiss." Tülays Freundin Sarah (links) war dagegen geschockt. "Das ist wie ein Schlag in die Fresse. Man kann hier keinem mehr trauen!" Tülay: "Wir sind alle Einzelkämpfer!" Was wohl zu beweisen war.
Tülays Plan ging auf: Sie bekam die Immunität. Abdi dagegen bekam einen Kreislaufkollaps. Auch er hatte geschummelt - und sich selbst betrogen! Weil er unbedingt ins Viertelfinale wollte, machte er nur Sport, aß aber so gut wie nichts. Der Körper streikte, Abdi klappte zusammen. Und er traute sich nicht, seiner Trainerin Petra seine "Diät" zu gestehen.
"Ich wollte Petra nicht enttäuschen", schluchzte Abdi, als er in den Armen seiner Trainerin zusammenbrach. Erst über Doc Westerkamp erfuhr sie, dass Abdi das Essen "vergessen" hatte. Sie schimpfte ihren Schützling: "Dein Körper braucht Energie zum Abnehmen. Du darfst dich nicht kaputtmachen!" Abdi war einsichtig: "Es war ein Riesenfehler."
Neues Unheil nahte in grün gewandeter Gestalt: Die besten vier des von Sarah und Dominic Harrison trainierten "Online Secret Teams" landeten auf Naxos. Marcus, Petra, Christoph und Anita hatten zu Hause trainiert - und trotz Job und Alltagsleben fett abgespeckt. "Wir sind hier, um das Campteam aufzumischen", gab Marcus die Parole aus.
Zeit für die Challenge! Hierbei trafen das Campteam (Foto) und das Secret Team erstmals aufeinander. Beim "Fässerkampf" ging es darum, Fässer mit Sandbeuteln umzuhauen. "Dosenwerfen in groß", strahlte Anthony. Vor dem Gegner-Team hatten alle Respekt, aber keine Angst. Sarah: "Wir sind fitter, wir sind stärker, wir sind schlanker."
Gerrys Annahme ("Denen schlottern die Knie!") stimmte nicht ganz. Die grüngewandeten Secret-Teamer waren, so Anita, nicht "zurückgekommen, um gleich wieder gehen zu müssen". Coach Dominic gab die Taktik aus: "Haut die Dinger einfach um und fertig!" Die Grünen gingen mit Vollgas ans Werk - aber Christoph hatte offenbar was falsch verstanden.
Christoph hatte Anthony mit einem Fass verwechselt - und ihn mit dem Sandbeutel am Schlüsselbein erwischt. Volltreffer! Anthony ("Für'n Moment sah ich nur Vögelchen!") ging zu Boden, aber nur kurz: "Passt. Danke. Jetzt bin ich da!" Und wie: Er räumte zwei Fässer ab und ebnete seinem Team den Sieg.
So seh'n Sieger aus, schalalalalala!" Das Camp-Team, angeführt vom treffsicheren Sascha, feierte ausgiebig seinen klaren 3:0-Sieg. Ramin war stolz: "Die haben die Grünen ja zerfetzt!" Aber er lobte auch die Gegner: "Das sind würdige Herausforderer, die haben gute Arbeit geleistet daheim!"
Sarah und Dominic Harrison sind Fitness-Influencer und selbst gestählte Athleten. Sie waren mit ihren Schützlingen sehr zufrieden, wussten aber auch um die Vorteile der Camper: "Man sieht halt, dass die hier nur trainieren und strukturiert rangehen können." Das konnten die Secret-Teamer nicht - die hatten "nebenbei" einen Alltag zu leben.
Am Wiegetag der Wahrheit wurde diesmal nach der Gesamtgewichtsabnahme seit dem Bootcamp abgerechnet. Deshalb ging Jessicas Wochenbestleistung von 3,7 abgenommenen Kilo ein bisschen unter. Sie nahm in neun Wochen 34,8 Kilogramm ab und war "unglaublich glücklich". Nur: Würde das Abnahmeergebnis von 21,05 Prozent fürs Viertelfinale reichen?
"Wahnsinn, der hat 'ne Petra abgenommen!" Abdi war fassungslos über Daniels Ergebnis. In neun Wochen nahm der einst schwerste Mann im Camp 59,3 Kilogramm ab, weit über ein Viertel seines Startgewichts. Trainerin Petra (deren Gewicht Abdi auf 59 Kilo schätzte) war "unglaublich stolz". Daniel auch: Er zog als Bester ins Viertelfinale ein.
Eine "enorme Leistung", ein "geiles Ergebnis" attestierte Ramin seinem Schützling Sascha. Der hat in neun Wochen 44,2 Kilogramm oder 27,93 Prozent seines Startgewichts verloren - was man deutlich sieht. Kaum zu glauben, dass der Saarländer in den ersten Wochen an sich zweifelte. Jetzt ist alles gut: "Ich hab hier das 'sich Durchbeißen' gelernt."
"Du bist die Größte!" So bedankte sich Gerry bei seiner Trainerin Petra. Die half dem italienischen Energiebündel, in neun Wochen 37,5 Kilogramm (26,22 Prozent) loszuwerden. Mit dem drittbesten Ergebnis der Männer ging's ins Viertelfinale. Beste Dame war Sarah, die 28,1 Kilo (24,93 Prozent) verlor. Ihr Kommentar: "Fuck, ey, geil!"
Zwei mussten gehen. Es war zu erwarten, dass es zwei aus dem Secret Team traf: Marcus (Bild) und Anita. Stolz sein können sie trotzdem. Anita: "Wir haben den Campern was voraus: Wir wissen bereits, wie es zu Hause funktioniert." Marcus, trotzig: "Wir sehen uns im Finale wieder."