Dicke Luft im "Biggest Loser"-Viertelfinale: "Morgen mach ich den fertig!"

Freundschaften? Team-Spirit? Nichts zählte mehr! Den Kampf um den Einzug ins "Biggest Loser"-Halbfinale nahmen die zehn Kandidaten mit Messer zwischen den Zähnen an. Am Ende schieden vier aus. Wen erwischte es?

So beschaulich, wie am Lagerfeuerabend ging es für die zehn Viertelfinalkandidaten nicht lange zu. Moderatorin Christine Theiss kündigte die "härteste Camp-Woche" an - mit gleich zwei Challenges. "Das wird brutalst", ahnte Kandidat Gerry. Er lag mit der Prognose besser als Jessica. Deren Wunsch "bitte nichts mit Schnelligkeit und Ausdauer" wurde nicht erhört.
373 Kilogramm haben die verbliebenen Zehn in den letzten zehn Wochen abgenommen. "Das sind 4,5 durchschnittliche Männer", rechnete Kandidat Anthony clever um. Ihm war auch sofort klar: "Ich garantiere: Nach dem Spiel wird's Stress geben!" Aber es dauerte gar nicht so lange.
"Erst die Grünen ausknocken!" Die Strategie der Roten und Blauen stand - und klappte. Dann aber wurde es unschön. Sarah hatte bei Teamkollege Gerry (links) einen Ball versenkt. Der revanchierte sich postwendend: "Du linke Bazille!" Sarah verstand's nicht ("Ist der doof?"). Nur Abdi (auch ein Roter) grinste: "Ja, macht euch gegenseitig fertig!"
"Apokalypse zwischen Gerry und Sarah", konstatierte Anthony. Die beiden Roten maulten sich an, wer denn nun mit dem linken Ballspiel begonnen hatte. "Wenn ich verliere, bin ich sauer", drohte Gerry. Und Sarah eskalierte: "F..k mich nicht ab! Sch... drauf, morgen mach ich den fertig." Beide warfen sich gegenseitig Teamverrat vor. Aber wer war wirklich schuld?
Tataa! Tülay! Die hatte Sarah zugerufen: "Gerry hat bei mir nen Ball reingeworfen!" Und Sarah verstand "bei dir". Ein akustisches Missverständnis führte zur roten Eskalation. Das vergaß Tülay, als sie ihrer Freundin gegen den "bösen Gerry" beisprang: "So ein Spinner! So was Falsches, Alter! Immer schlau reden, so Leute lieb ich, ey!"
Es war, wie Ramin vermutet hatte: "Am Ende wird einer vergessen - und gewinnt." Im Scharmützel "Jeder gegen jeden" gewann am Ende Daniel (Foto) vor Jessica und Abdi. Belohnung: 800, 600 und 400 Gramm Gewichtsbonus. Da kam auch Sarah zur (zu späten) Erkenntnis: "Gerry hat verloren, ich hab verloren. Was regen wir uns eigentlich so auf?"
Zweite Challenge, zweite Chance: Siegerin und Sieger des Parcours-Kampfes über vier Stationen im Stadion von Naxos würden ein Bonuskilo kassieren. Tülay freute sich über die Hindernisstrecke: "Das ist genau mein Ding." Jessica dagegen fand's "nicht so Bombe". Aber alle dachten wie Anthony: "Das Kilo kann dir komplett den Arsch retten."
Bei den Männern machte Sascha ("Maschine!") ordentlich Tempo, Daniel, Christoph und Gerry verloren indes schnell den Anschluss. Dann fiel auch Anthony zurück: "Ich wollte, aber ich konnte nicht mehr." Sascha (Foto) führte, hatte aber Abdi im Nacken. Am letzten Hindernis kam's - sozusagen - zum Bauch-an-Bauch-Rennen.
"Da legst di nieder", würde der Bayer sagen. Sascha setzte sich knapp gegen Abdi ("Der Zweite ist der erste Loser") durch, feierte mit Purzelbaum und war dann platt wie eine Flunder: "Ein mega-erleichterndes Gefühl. Das beste Gefühl der ganzen Woche." Ein Kilo Bonusgewicht für die Waage - hatte der Saarländer damit das Halbfinalticket sicher?
Bei den vier Mädels entwickelte sich schnell ein Zweikampf zwischen Tülay und Sarah. Letztere legte vor, beging dann aber einen Fehler an den Sandsäcken (sie griff daneben) - und Tülay zog vorbei. Begleitet vom Jubel ihres Coachs Ramin rannte Tülay (Foto) ins Ziel.
Auf der Mauer, auf der Lauer. Sarah blieb frustriert auf dem letzten Hindernis, der Wand, sitzen. Frust, Enttäuschung, Verzweiflung, Wut - der Emotionsmix ließ sie streiken: "Scheiß auf alle, ich bleib' hier sitzen." Wenn sie Jessica und Trainerin Petra Arvela nicht wörtlich runter- und ins Ziel geholt hätten, "wäre ich sitzen geblieben bis morgen".
Ramin, Coach von Team Blau, war stolz wie Bolle. Seine Schützlinge Sascha und Tülay (links) hatten gesiegt, "sein" Anthony war Dritter geworden. "Das war eine wahnsinnige Performance", lobte er. "Ich will mit allen drei meiner Blauen ins Halbfinale!" Da aber hatte noch etwas ein gewichtiges Wörtchen mitzureden: die Waage!
Zum letzten Mal im Camp hieß es: vor Angst schwitzen auf der Waage. Petra aus dem Secret Team der Onliner legte mit starken 3,6 Kilo vor und sagte: "Endlich konnte ich den anderen beweisen, dass ich auch was drauf habe." Sie erreichte ihr Ziel ("Ich will unter 90"). Abdi rechnete schnell: "Willkommen im Halbfinale!"
"Das ist der Moment der Wahrheit": Anthony haute 5,2 Kilo raus! "Sensationell", war Coach Ramin begeistert. Im Kampf der Superschwergewicht-Giganten war er diesmal stärker als Daniel, der "nur" 4,4 Kilogramm verlor. Insgesamt aber hat Daniel in den Campwochen 63,7 Kilo abgespeckt. Das ist schon sein zweiter "Biggest Loser"-Rekord.
Abdi brüllte seine Freude heraus - mit Recht! In der zehnten Woche nahm er sensationelle 5,4 Kilogramm ab. Tagesbestleistung - und sein größter Gewichtsverlust seit der Auftaktwoche (damals: 10,1 Kilo). Seine Gebete wurden erhört. "Ich habe alles richtig gemacht." Stimmt, denn er zog als Bester souverän ins Halbfinale ein.
"Aaaalter!" Tülay konnte es nicht fassen! Ihr Coach Ramin war vor ihrem Wiegegang skeptisch gewesen und vermutete "entweder ein Bombenergebnis oder eine Katastrophe". Es kam die positive Sensation: Mit 4,0 Kilogramm erzielte sie ihr bestes Ergebnis seit Woche 1 (10,5 Kilo). Damit wurde sie beste Frau des Tages und buchte das Halbfinale. Ramin: "Ein toller Moment."
Wo Sieger sind, muss es Verlierer geben. Jessica schied als einer von vier Kandidaten aus. Christine Theiss tröstete. Aber Jessica verdaute die Hiobsbotschaft schnell: "Ich gehe hier nicht als Verliererin raus, sondern mit verlorenen Kilos!" Auch Secret Teamer Christoph musste gehen. Ebenso wie noch zwei andere Kandidaten.
"Scheiße. Ich hab mich geschämt auf der Waage." Sarah verlor nur 1,3 Kilo - schlechteste Leistung. Für Gerry reichte es ganz knapp nicht. "Dass er gehen muss, zerreißt mir das Herz", litt Daniel mit dem kleinen Energiebündel. Lob gab's von Ramin mit auf den Weg: "Du warst ein Musterbeispiel für Fleiß."
Es hieß Abschied nehmen. Die Kandidaten durften heim und wurden emotional begrüßt. Saschas Freundin sah sich einem "anderen Mann" gegenüber, ihre Tochter Layla frohlockte: "Papa ist mein Held!" Erst acht Wochen später trafen sich Petra, Christine Theiss, Ramin und Camp-Doc Westerkamp (von links) mit Petra, Tülay, Abdi, Anthony, Daniel und Sascha zum Halbfinale wieder.