Sir Sean Connery wird 89: Seine Karriere, seine Filme

Ohne Sean Connery hätte die James-Bond-Filmreihe vermutlich nicht den Kultstatus erreicht, den sie heute hat. Wie die Figur James Bond ist auch Connery selbst, der am 25. August 89 Jahre alt wird, inzwischen eine Legende. Wir blicken zurück auf sein Leben. © spot on news

Sean Connery wird am 25. August 1930 im schottischen Edinburgh geboren. Er wächst in ärmlichen Verhältnissen auf, verlässt frühzeitig die Schule und schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durch. Der junge Sean beginnt mit professionellem Bodybuilding und erreicht 1950 beim "Mister Universum"-Wettkampf sogar den dritten Platz. Sein durchtrainierter Körper und natürlich sein Charisma verhelfen ihm zum Sprung in die Filmbranche. 1962 wird Connery zum ersten Bond!
Für die Agenten-Rolle im ersten Bond-Film "James Bond jagt Dr. No" (1962) setzt sich der damals noch unbekannte Connery gegen Hollywood-Legenden wie Roger Moore und Cary Grant durch. Die gerade mal 1,1 Millionen teure Produktion nach der populären Roman-Serie von Ian Fleming wird ein großer Erfolg – und der attraktive wie talentierte Connery über Nacht zum Star.
Bei den Frauen kommt Connery ebenfalls gut an. Seine erste Ehe mit der australischen Schauspielerin Diane Cilento hält von 1962 bis 1973. Aus dieser Beziehung geht der gemeinsame Sohn Jason Connery hervor, der heute als Schauspieler und Regisseur tätig ist.
1963 wird der zweite Bond "James Bond 007 – Liebesgrüße aus Moskau“ gedreht. Der Thriller, in dem Sean Connery als Bond damit beauftragt wird, eine russische Dechiffrier-Maschine an sich zu bringen, übertrifft die Einspielergebnisse des ersten Teils. Auch die "Bondgirl-Kultur" nimmt durch den Film Fahrt auf. Hier im Bild: Die schöne russische Spezialagentin Tatiana "Tanja" Romanova (Daniela Bianchi), mit der Bond am Schluss nach Venedig fliehen kann.
"Goldfinger" (1964) löst schließlich endgültig die weltweite "Bond-Manie" aus. Bis heute gilt der Film als der Bond, an dem sich alle späteren 007-Filme messen müssen – auch durch die schauspielerische Darbietung Sean Connerys. Ebenfalls unvergessen: Gert Fröbe als größenwahnsinniger Bond-Schurke Goldfinger.
"Man lebt nur zweimal" ist der erste Bond-Film, bei dem Queen Elizabeth II. am Londoner Leicester Square zur Premiere erscheint. Im Jahr 2000 trifft Connery die Queen erneut: Sie schlägt ihn am 5. Juli für seine Verdienste zum "Knight Bachelor", was ihm fortan das Adelsprädikat "Sir" einbringt. Die Zeremonie findet in seiner Heimatstadt Edinburgh statt.
1975 heiratet Connery die Malerin Micheline Roquebrune. Die Ehe hält bis heute, doch das Paar bleibt kinderlos. Roquebrune bringt allerdings drei Kinder mit in die Beziehung.
In den 60er Jahren kann Connery außer den Bond-Filmen mit keinem weiteren Streifen einen Kassenhit landen. Trotzdem möchte er nicht der "ewige Bond" bleiben. In den 70er Jahren schärft er nach und nach sein Profil als Charakterdarsteller in anspruchsvollen Filmen wie "Verflucht bis zum jüngsten Tag" (1970) oder wie hier im Bild in der Agatha-Christie-Verfilmung "Mord im Orient-Express" (1974).
In "Sag niemals nie" erleben die Zuschauer mit Sean Connery 1983 erstmals einen gealterten und ergrauten Bond. Es ist die siebte und letzte 007-Rolle, die er übernimmt. Der Film wird erwartungsgemäß zum Erfolg. Für viele Bond-Fans ist Connerys Darbietung mit Abstand die beste und ausgereifteste Interpretation des legendären Geheimagenten.
Auch nach der Bond-Ära verbucht Sean Connery zahlreiche Erfolge: In Europa wird der Film "Der Name der Rose" (1986) besonders erfolgreich, in dem Connery den detektivisch begabten Mönch William von Baskerville verkörpert. Für seine Rolle des Streifenpolizisten Jim Malone (2.v.l.) im Gangster-Thriller "The Untouchables – Die Unbestechlichen" (1987, Bild) erhält er dann endlich den Oscar, in diesem Fall als bester Nebendarsteller.
Als es an die Planung des dritten Indiana-Jones-Films "Indiana Jones und der letzte Kreuzzug" (1989) geht, will Steven Spielberg von Anfang an, dass Connery den weltfremden Professor Jones spielt. So schneidet er die Rolle genau auf Connery zu. Der Film wird zu einem der Kinohits des Jahres und ist bis heute Kult. Interessanter Aspekt: "Indiana Jones"-Darsteller Harrison Ford ist nur zwölf Jahre jünger als sein Film-Papi.
In den 90er Jahren trägt Sean Connery dazu bei, dass Filme wie "Jagd auf Roter Oktober" (1990), "Die Wiege der Sonne" (1993) oder "The Rock – Fels der Entscheidung" (1996) noch heute gerne gesehene Streifen sind. Zudem wird er 1999 vom "People"-Magazin zum "Sexist Man of the Century" gewählt – mit 69 Jahren. Zum bislang letzten Mal als Schauspieler ist er in dem Fantasy-Action-Streifen "Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen" (2003, Bild) zu sehen. Darin spielt Connery die Rolle des Abenteurers Allan Quatermain.
Connery, der sich als schottischer Patriot bezeichnet und sich seit jeher für die Belange seiner Heimat und Landsleute einsetzt, bleibt inzwischen der Öffentlichkeit weitestgehend fern. Allerdings besucht er leidenschaftlich gerne Tennis-Turniere, so wie die "U.S. Open" in New York im Jahr 2015 (Bild).