"Habe meiner Mama sehr viel angetan!" Nura weint Reue-Tränen bei "Sing meinen Song"

In der "Sing meinen Song"-Ausgabe mit den Songs von Nura flossen die Tränen nicht zu knapp. Vor allem dann, als es um die Mama der Rapperin ging. © 1&1 Mail & Media/teleschau

Zunächst aber geht es fröhlich los: Nura versucht, DJ BoBo das Twerken beizubringen und ist kurz darauf baff, als sie erfährt, welchen ihrer Songs er singen wird: "On Fleek", in dem es um perfektes Styling geht. Passend dazu zieht sich die Schweizer Eurodance-Ikone extra eine fancy Jacke an und interpretiert das Lied "mit 'nem Augenzwinkern".
Als Nura gesteht, dass sie als Teenie "stylemäßig aussehen wollte wie Stefanie Heinzmann", lacht diese: "Was?!" Um den coolen Look - auch Avril Lavigne diente als Vorbild - zu unterstreichen, stach sich Nura damals selbst ein Lippenpiercing und kühlte die Stelle mit Tiefkühlpizza: "Nicht nachmachen, Kinder!" Es folgte eine Blutvergiftung.
Ernst wird es, als Reggaesänger Gentleman seine Liedwahl verkündet: "Kein Bock". "Das ist voll mein Deprisong!", ruft Nura. Sie habe ihn über ihre Zeit im Heim geschrieben, in das sie mit 13 freiwillig gezogen war, weil sie sich zu Hause nicht genug akzeptiert gefühlt hatte und sehr "egomäßig" drauf war: "Ich war ein ganz, ganz schlimmes Kind."
Nach Gentlemans Auftritt hakt Gastgeber Johannes Oerding noch mal nach - freiwillig ins Heim? Nura habe Abstand gebraucht von ihrer behütenden Mutter, erzählt sie. Habe nicht einsehen wollen, dass die als Reinigungskraft ihren Kindern kein Taschengeld geben konnte: "Ich hab' so viel von dieser armen Frau ... Ich hab' ihr sehr viel angetan!"
Es folgt ein "harter Cut", so Johannes Oerding, denn nun singt er selbst "Ohne Sinn" über eine toxische Beziehung. "Ich hab' den Song voll vergessen!", wundert Nura sich und ist dann wie alle anderen begeistert von der neuen, souligen Version. "Warum gibst du dir bei deinen eigenen Songs nie so Mühe?", frotzelt DJ BoBo in Richtung des Sängers.
Doch schnell wird es wieder ernst, denn Mighty-Oaks-Sänger Ian Hooper kündigt an, gleich "Auf der Suche" zu singen, einen Track, der "really deep" sei. Sie habe den Song über den Tag geschrieben, an dem sie von zu Hause weggelaufen sei, erzählt Nura, erneut mit Tränen in den Augen. Die kommen während des Auftritts auch Stefanie Heinzmann - vor Rührung.
Sie habe vor ihrem inneren Auge "so Bilder gesehen, wie die kleine Nura ... weißte, einfach Koffer packt und geht ..." Das stehe in krassem Gegensatz zu ihrem eigenen Leben: "Ich bin aus der Schweiz, ich hatte einfach die schönste Kindheit der Welt." Es mache sie "so unendlich traurig, dass Menschen so was durchmachen müssen".
Stefanies eigene Songauswahl wühlt Nura noch mal stark auf, denn "Babe" hat sie für ihren Freund, SAM-Rapper Samson Wieland, geschrieben, der 2018 aus unbekannter Ursache mit 27 verstorben ist. Die Schweizerin will für Sam "die Sonne scheinen lassen" und hofft, ihre Version komme bei Nura "richtig an". Die weint und lächelt während des Auftritts.
Nach einer Gruppenumarmung und dem Anstoßen "auf alle, die wir vermissen", geht es erneut um Nuras Mama, die sie mittlerweile sogar auf Festivals begleitet. Als beiden dort mal ein Fan mit Tupperware entgegenkam, dachte Nura erst, es ginge darum, dass sie oft vom Stress wegen nicht zurückgegebener Dosen erzähle. Nix da: Die Box war voller Marihuana!
Sie habe jedoch keine Geheimnisse mehr vor ihrer Mutter: "Die Leute, die uns gezeugt haben, sollten wissen, wie wir wirklich sind." Nach dieser Erkenntnis durfte Joris (31) auf die Bühne, der für seine Interpretation von "Habibi" extra ein Schlaginstrument aus Weinflaschen gebaut hat und dafür gefeiert wird.
"Nur eine kann es werden", piepst Nura am Ende in Heidi-Klum-Manier, bevor sie Stefanie Heinzmann um den Hals fällt und ihr die Gitalele für den "Song des Abends" überreicht. Sie werde ab sofort deren tanzbare "Babe"-Version auf der Bühne singen, mit welcher der verstorbene Sam als der positive Mensch in Erinnerung bleiben könne, der er war.