Heimatgefühle bei "Sing meinen Song": Ein Beitrag verschlug Johannes Oerding die Sprache

Johannes Oerding hat sich aus dem Untergrund heraus auf die großen Bühnen gesungen - und zu "Sing meinen Song". In der zweiten Folge der VOX-Show gab sich der Hamburger gewohnt cool - doch ein Beitrag verschlug ihm die Sprache.

In der zweiten Folge von "Sing meinen Song - Das Tauschkonzert" stand Johannes Oerding im Mittelpunkt. Jeanette Biedermann verpasste ihren Einsatz, Milow sang einen Protestsong - und ein Beitrag verschlug dem sonst so coolen Oerding die Sprache. Welcher das war, verrät die Galerie...
Gastgeber Michael Patrick Kelly hat für diese Staffel eine bunte Truppe eingeladen: Songwriter Johannes Oerding, Jennifer Haben von der Metal-Band Beyond The Black, Jeanette Biedermann, der belgische Superstar Milow, Deutschspanier Alvaro Soler und Popüberflieger Wincent Weiss tauschen in Südafrika ihre Songs.
"Das letzte Mal geweint habe ich bei Notting Hill", scherzte Oerding zu Beginn der Folge noch. Er sei gespannt, was der Abend bringe. Den Auftakt machte Jennifer Haben mit einer Metal-Version von "Alles brennt" - Oerdings Durchbruchssingle.
Johannes Oerdings Weg zum Ruhm war lang: Schon mit fünf Jahren hat er gesungen, bei einem Auftritt seiner Schülerband entdeckte ihn später ein Hamburger Produzent. "Dass es dann noch 20 Jahre dauert, bis ich jetzt hier sitze, hat mir keiner gesagt", erzählte er seinen Kollegen.
Viel Privates gab Oerding, der mit Ina Müller ("Inas Nacht") liiert ist, in der Sendung nicht preis - außer, dass er oft der letzte an der Bar ist. "Ich bin Nachtmensch, ich verbringe gerne Zeit im Dunkeln. Und da haben halt nur Bars auf", sagt er. Etwas, das Jeanette Biedermann gut nachvollziehen kann. "Ich habe eine Schwäche für Rotwein", gab sie zu.
Kein Wunder also, das Biedermann sich den Song "Nie wieder Alkohol" vornahm - ein "klassischer Sonntagmorgen-Song", wie Oerding sagte. Biedermann ging ab dem ersten Ton voll ab - und verpasste dabei glatt ihren Einsatz! Oerding nahm es ihr nicht krumm. "Da hat sie echt was Besseres draus gemacht, und ich überlege, ob ich das einfach klaue!"
Ein bisschen eklig wurde es, als Michael Patrick Kelly wissen wollte, welche alkoholischen Getränke seine Gäste nicht mehr sehen können. "Apfelkorn", sagte Jeanette Biedermann, der sei ihr als Jugendliche mal durch die Nase gekommen. Und dann erzählte Wincent Weiss, wie er mal im Zug kotzen musste. Lecker...
Wincent Weiss nahm sich "Hundert Leben" vor. Oerding sei für ihn eine Art Mentor, gab er zu. "Ich war in deinem Alter beratungsresistenter", gestand Oerding. "Ich dachte, ich wüsste schon alles. Du musst mir nur rechtzeitig Bescheid sagen, wenn ich zu viel quatsche."
"Stimmt es, dass du über 500 Songs spielen kannst?", wollte Michael Patrick Kelly anschließend wissen - und Oerding ließ Beweise folgen: Bei "Another Day In Paradise", "Wonderwall" kam Lagerfeuerromantik auf. Überraschend war Milows Wunsch "20 Zentimeter". "Einer der Evergreens deutscher Musik in Belgien", so Milow. "Nicht wirklich ..."
Für Heimatgefühle sorgte Michael Patrick Kelly: Er sang das Lied "Heimat" - "weil ich das Gefühl nicht so kenne", sagte er. "Ich bin ja im Campingwagen groß geworden. Du bist ein sehr heimatverbundener Mensch, das würde ich gerne mal lernen." Dazu fiedelte er auf einer irischen Flöte.
Etwas unbeschwerter kam der neue Song "An guten Tagen" daher, den Johannes Oerding in der Sendung vorstellte. "An guten Tagen gibt es nur hier und jetzt", singt Oerding darin. Zeilen, die seine Musikerkollegen sofort fühlten...
Völlig mitgerissen stürmten sie die Bühne, um mit Oerding zu tanzen und den Moment zu genießen. Am Ende kletterte Oerding sogar auf einen Barhocker und ließ sich rückwärts in die Hände seiner Kollegen fallen.
Latin-Vibes gab es natürlich von Alvaro Soler: Er baute in "Kreise" sogar ein gesungenes Trompeten-Solo ein. In dem Song gehe es für ihn um den "Circle of Life": "Das kenne ich. Auch wenn in anderen Ländern aufgewachsen bin, fühle ich immer noch, dass ich nach Spanien zurück muss."
Danach fehlte nur noch Milow. Der Belgier hatte passend zu dem von ihm ausgewählten Song "Weiße Tauben" ein John-Lennon-Shirt mit der Aufschrift "War is over" angezogen. Das Stück ist nämlich ein Protestsong. "Stell dir vor, es ist Krieg, und wir gehen alle nicht hin", heißt es darin.
Er habe auch keine Lösungen, gab Oerding zu. "Aber wenn ich die Wahl habe zwischen Humanität, Weltoffenheit und einer bunten Welt oder Grenzen und Nationalismus, dann weiß ich, für welche Seite ich mich entscheide." Worte, für die er von seinen Kollegen viel Zustimmung bekam. Milow: "Es ist wichtig, dass Künstler heute noch Protestsongs schreiben."
Die Flöte als Auszeichnung für den Song des Abends ging trotzdem an Michael Patrick Kelly. Zu Recht, schließlich hat er es geschafft, die coole Schale von Johannes Oerding für einen kurzen Moment zu knacken!