Schlimme Stürze und Verletzungen: So lief die Premiere der Actionshow "Renn zur Million"

"Was ist hier bitte los?", wunderte sich Kommentator Elmar Paulke. Drei Verletzte in einer Sport-Spielshow! Der schwerste Unfall bei "Renn zur Million ... wenn Du kannst" war schon im Vorfeld in den Medien: Ex-Olympionikin Sandra Kiriasis stürzte.

Schauplatz der modernen Gladiatoren-Kämpfe war das Hüttenwerk in Hattingen. Die Henrichshütte wurde zum Open-Air-Abenteuerspielplatz für Erwachsene umgebaut. Sechs Hindernisse standen der titelgebenden Million im Weg. Der eigentliche Clou der Show: Die "Läufer" hatten Profi-Sportler als "Verfolger". Holten die sie ein, war das Geld futsch!
Klettern, springen, laufen und schwimmen - in welcher Reihenfolge die Läufer die Hindernisse meistern wollten, stand ihnen frei. Ebenso, ob sie nach einem überwundenen Hindernis das Geld sichern wollten oder das Risiko eingehen, alles zu verlieren.
Damit es spannend blieb, bekamen die Läufer zwei Minuten Vorsprung. 40-facher Deutscher Meister, sechsfacher Europameister, Weltmeister und Olympiasieger - das ist eine Hausnummer. Fabian Hambüchen stürzte allerdings von einem Hindernis und blieb liegen. Dann Entwarnung: Er rappelte sich wieder auf. Daniel aus Köln verlor gegen den Verfolger.
Auch Teams waren erlaubt. Allerdings wurde dann der mögliche Gewinn pro Stufe verringert. Beim Mädels-Team "Für alle Fälle Pflegefälle" wäre das jeweils ein Viertel der Einzelkämpfer-Summe gewesen. Eine rein hypothetische Rechnung allerdings, denn bereits die erste aus dem Staffellauf verlor gegen die Profi-Rivalin.
Gegen Astrid Vliegen, 40-fache belgische Landesmeisterin im Skilanglauf, hatte das Quartett nicht den Hauch einer Chance. Kommentator Elmar Paulke sah die positive Seite: "Kein Geld, dafür aber auch keine blauen Flecken - im Gegensatz zu Fabian Hambüchen." Er ahnte nicht, dass dessen Unfall nicht der schlimmste des Abends bleiben sollte ...
Sam Weber, Medizinstudent aus Zürich, war zwar nicht selbst der nächste Verletzte, doch war er indirekt der Grund, warum Moderator Daniel Aminati eine blutige Nase davontrug. Nicht etwa wegen eines Faustkampfes ...
Überhangkandidaten gibt es nicht nur bei "Wer wird Millionär ...?", sondern auch bei "Renn zur Million ... wenn du kannst!". Sam Weber war schneller als Verfolger Harun Özdemir. Er hielt den mehrfachen internationalen Meister im Taekwondo auf Abstand. Doch sicherte er aus Vorsicht bei 100.000 Euro ab. Immerhin die Rekordsumme des Abends.
Sam Weber rutschte nach dem Buzzern aus und lag am Boden. Daniel Aminati freute sich so sehr über den Erfolg des Läufers, dass er sich auf ihn schmiss. Offensichtlich mit zu viel Schwung, denn er stand mit blutiger Nase wieder auf. "Das war es wert", überspielte Aminati den Schmerz. Der größte Schmerz des Abends kam ja auch erst noch ...
Ex-Bob-Weltmeisterin und Ex-Dschungelcamperin Sandra Kiriasis wurde das Hindernis "Walz-Werk" zum Verhängnis. Die zackenförmige Walze drehte sich nicht nur, sie war auch durch den Regen glitschig. Kiriasis rutschte aus, stürzte mit einem spitzen Schrei drei Meter in die Tiefe und blieb zunächst reglos liegen. Schockmoment! Dann stöhnte sie leise: "Mein Knie!"
Hätte sie ihren Kopf gesehen, hätte sie sich mehr Sorgen um diesen Körperteil gemacht, denn die Beule über dem rechten Auge war riesig. Rebecca Mir eilte herbei. Nicht zur Hilfe, sondern zum Interview: "Wie geht es dir gerade?" war nicht die geistreichste aller möglichen Fragen, aber es lenkte zumindest vom Schmerz ab. Glimpflich ausgegangen!
Freija und ihr Stiefpapa Bernd Beigl aus Schwaben hatten sich eine etwa merkwürdige Kampfansage gegen den Verfolger einfallen lassen: "Zieh dich warm an, denn wir sind Augsburger - und du nicht!" Der Lokalpatriotismus wurde belohnt. Zwar nicht mit dem Jackpot, doch immerhin mit 12.500 Euro.
Eigentlich wollten die Augsburger als Trio antreten, doch Bernd Beigls Sohn, den dieser als "bestes Pferd im Stall" beschrieb, fiel aufgrund einer Verletzung beim Fußball aus. Bernd Beigl machte den Anfang und übergab dann an Stieftochter Freija.
Freija meisterte das Hindernis "Stahl-Bohrer", eine Art tückische Wendeltreppe, deren 15 Stufen jeweils 60 Zentimeter Abstand hatten. Hindernislauf-Profi Carina Bungard holte nicht auf, bis Freija buzzerte und die 43 Meter zum Plateau des Hochofens per Seil erklomm, um die 12.500 Euro einzustreichen.
Tim (20) begeisterte mit seinem Tempo die Zuschauer. Und mit seiner Haarpracht die Moderatorin. "Geile Haare, darf ich mal anfassen?", erkundigte sich Rebecca Mir. "Damit hast du bestimmt schon die eine oder andere Frau rumgekriegt", vermutete die Moderatorin. Mindestens eine auf alle Fälle, denn Tims Freundin war dabei und drückte ihm die Daumen.
"Wenn du den Donner hörst, ist der Blitz schon lange durch", versuchte Charles Franzke, nach eigener Aussage "bester deutscher Obstacle Racer" Tim einzuschüchtern. Der erschwitzte trotzdem 25.000 Euro und verzückte Rebecca Mir, das Publikum und - am wichtigsten - seine Partnerin. Mit dem Geld will er beiden eine Surfausbildung auf Bali finanzieren.
Die Tanzgruppe Crew 10 wollte mit ihrem Auftritt ihre Social-Media-Reichweite erhöhen. Der Traum fiel wortwörtlich ins Wasser, denn bereits der Erste aus dem Team fiel ins Siede-Becken. Verfolger und Triathlet Roman Deisenhofer übergoss die Jungs danach auch noch mit Häme: "Hier zählt Leistung und nicht Follower auf Youtube oder Instagram."
Ein weiterer Ex-Profisportler betrat die Kampf-Arena: Als "Fußballgott im Ruhestand" stellte Elmar Paulke Mario Basler vor. "Eine Stunde vor einem Fußballspiel habe ich immer eine Zigarette geraucht", bekannte der Kicker. Flotte Sprüche hatte er ohne Ende drauf, nur war der 50-Jährige nicht mehr flott unterwegs.
"Ich lasse mich mal überraschen, was so ein Körper noch hergibt wenn man nichts macht", meinte Basler augenzwinkernd. Sein Körper machte nicht mehr viel: Gleich nach dem ersten Hindernis war Schluss. Am Seil auf dem Weg zum Hochofen hing Basler bereits nach kürzester Zeit wie ein nasser Sack und musste entbunden werden. "Ich gebe auf", stöhnte er.
Verbeugung vor der Verfolgerin: Gegen Profi-Crossfitterin Anna Donauer hatte der ehemalige Fußballstar keine Chance. Sie erwiderte das Kompliment: "Es war mir eine Ehre". Immerhin war Basler einer der wenigen, der unverletzt aus der Show kam ...