Ich bin dann mal da: Laura Karasek vertritt in der Sommerpause Jan Böhmermann bei ZDFneo mit ihrer eigenen Talkshow. Nach dem Debüt von "Laura Karasek - Zart am Limit" am Donnerstagabend kann man festhalten: Zart war die Show – aber noch lange nicht am Limit.

Christian Vock
Eine Kritik
von Christian Vock, Freier Autor

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Nun könnte man meinen, dass wenn es im Fernsehen von etwas genug gibt, dann von Talkshows. Das ZDF ist da anderer Meinung und schickt mit "Laura Karasek – Zart am Limit" eine neue Plauderrunde ins ZDFneo-Programm.

In der Gesamtbilanz wird sich aber nichts ändern, denn Karasek kommt als Sommerpausenvertretung für Jan Böhmermanns "Neo Magazin Royale" - sofern man das noch irgendwie unter Talkshow laufen lässt. Karaseks neue Show im Überblick:

Die Moderatorin: Laura Karasek

'Jetzt talkt sie auch noch', könnte man sagen, wenn man Menschen gerne in Schubladen steckt. Ein Blick auf Laura Karaseks Biografie zeigt jedenfalls, dass sie es offenbar gerne abwechslungsreich mag.

Die studierte Juristin arbeitete als Anwältin in einer Wirtschaftskanzlei in Frankfurt, sie schreibt Bücher und eine Kolumne für stern.de, moderiert einen Podcast für die Bahn und ist Mutter von Zwillingen.

Nun hat sich die gebürtige Hamburgerin eine neue Aufgabe gesucht und moderiert seit Donnerstagabend auf ZDFneo ihre eigene Show "Laura Karasek – Zart am Limit".

So ganz unerfahren ist Karasek dabei nicht, war sie in der Vergangenheit doch selbst schon häufig Gast in Talkshows, sei es "Lanz", "Kölner Treff" oder die "NDR Talkshow".

Dass die Tochter von Literaturkritiker Hellmuth Karasek jetzt auf der Moderationsseite sitzt, hat sie laut ZDF-Interview selbst in die Hand genommen: "Ich habe damals gedacht: 'Ich möchte jetzt mal ins Fernsehen', und habe ZDFneo eine E-Mail geschrieben, in der stand: 'Sie müssen mich kennenlernen, Sie werden es nicht bereuen.' Eine Woche später habe ich die Mail noch mal geschickt und dann haben wir uns auch getroffen. Und nur zwei Jahre später habe ich meine eigene Sendung."

Die Show: "Zart am Limit"

"Das ist wie eine zusammengestellte Girlgroup, nur dass ich das Girl bin und die Show die Group", fasst Laura Karasek das Konzept ihrer Show vorab zusammen.

Man weiß zwar nicht so genau, was sie damit meint, aber das Einzige, das so ein bisschen an Girlgroup-Style erinnert, ist das Intro der Show, das ganz in Gold und Lila gehalten ist.

Das war dann aber auch schon alles, was man sich an Extravaganz gegönnt hat, ansonsten lehnt man sich bei "Laura Karasek – Zart am Limit" konzeptionell nicht allzu weit aus dem Fenster.

Eine Bar, ein kleiner Sesselkreis, das Publikum im Hintergrund und natürlich ihre Gäste, das reicht Laura Karasek.

Der Auftakt:

"Themen aus der Rushhour des Lebens" sollen laut ZDF-Beschreibung bei "Laura Karasek – Zart am Limit" behandelt werden. Das ist nicht etwa der übliche PR-Nonsens-Sprech, sondern meint Themen, die Menschen in der Zeit zwischen Abschluss ihrer Ausbildung und der Lebensmitte beschäftigen.

Dann also, wenn in relativ kurzer Zeit die wichtigsten Weichenstellungen im Leben passieren wie Berufseinstieg oder die Familienplanung.

Als Repräsentanten dieser "Rushhour"-Phase hat sich Karasek Comedian Tahnee Schaffarcyk, Schauspieler Dennis Moschitto und Rapper MC Bogy eingeladen.

Unter dem Oberthema "Klischees und Schubladen" spricht Karasek mit ihnen dann über Homosexualität, Rollenklischees bei Schauspielern und in Rap-Videos, Klischeebilder von Migranten im Kino oder über die negativen Folgen von Prominenz.

So schlug sich Laura Karasek:

Alles in allem doch recht gut. Natürlich merkte man Karasek an, dass es die erste Folge ihrer ersten Talkshow war, aber das war bisweilen auch ganz positiv. Von der nicht seltenen Bräsigkeit und Eingefahrenheit der alteingesessenen Talkrunden war bei "Laura Karasek" nichts zu sehen.

Stattdessen bewies Karasek von Beginn an Selbstironie, als sie sich mit "Guten Tag, ich bin das Sommerloch" selbst ankündigte. Dass sie MC Bogy trotz seines Hinweises den ganzen Abend über mit falschem Namen ansprach, mag der Rapper ihr verzeihen, der Zuschauer sowieso.

Das Fazit zu "Laura Karasek - Zart am Limit":

Unterhaltungswert, Tiefe und Relevanz. Das waren die Ansprüche, die Karasek an ihre neue Talkshow selbst gestellt hat und zumindest Unterhaltungswert und ein bisschen Tiefe kann man der Auftaktfolge nicht absprechen.

Ob Karasek mit dem daueraktuellen Thema Klischees und Schubladen nun die ganz große Relevanz aufgefahren hat, darf jeder Zuschauer gerne selbst entscheiden, besonders die, die selbst zur "Rushhour"-Gruppe gehören.

Thematisch und auch bei der Auswahl der Gäste dürfte Karasek zumindest das Zielpublikum getroffen haben. Mit Sätzen wie von Tahnee Schaffarcyk ("Meine Mutter hat damals noch hart Videotext gesuchtet") hätte das klassische ZDF-Talkshow-Publikum jedenfalls sicher Probleme.

Insgesamt darf man also festhalten: Zart war Laura Karasek, am Limit aber noch lange nicht. Das wäre in der ersten Folge aber auch ein bisschen schade gewesen.

"Laura Karasek -Zart am Limit", seit 4. Juli immer donnerstags um 22:15 Uhr bei ZDFneo und ab 20:45 Uhr in der ZDF-Mediathek.

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