Jahrelang arbeitete Laura Karasek, Tochter des verstorbenen Literaturkritikers Hellmuth Karasek, als Wirtschaftsanwältin in Frankfurt. Warum sie den Job in einer renommierten Kanzlei an den Nagel hängt und sich dem "unseriösen" Mediengeschäft zuwendet, erklärt sie im Interview.

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Ihr Vater, der 2015 verstorbene Literaturkritiker Hellmuth Karasek ("Das literarische Quartett"), sagte einmal - halb scherzend, halb verwundert - seine Tochter sei die Einzige in der Familie, die "etwas Seriöses" mache.

Es war ein Jurastudium, das Laura Karasek mit zwei Qualitäts-Examen abschloss. Ihre drei Brüder hingegen üben Berufe im Kultur- und Medienbetrieb aus. Nur Laura zog es von ihrer Geburtsstadt Hamburg über Berlin in die Wolkenkratzer-Büros Frankfurts, wo sie sechs Jahre als Wirtschaftsanwältin für eine der größten Kanzleien der Welt arbeitete.

Laura Karasek ständig in den Medien

Wie kommt es, dass Laura Karasek, die auch Mutter dreijähriger Zwillinge ist, plötzlich ständig in den Medien auftaucht? Ab Donnerstag, 4. Juli, 22:15 Uhr, wird die 37-Jährige sechs Wochen lang Jan Böhmermann auf dessen Sendeplatz bei ZDFneo mit dem sehr eigenen Talkformat "Zart am Limit" vertreten. Gesendet wird aus einer Frankfurter Bar mit Publikum gesendet wird.

Ab Dienstag, 9. Juli, 20:15 Uhr, moderiert Karasek zudem die neue Vox-Selbsthilfegruppe "7 Töchter", in der sich junge Frauen, deren Eltern prominent sind oder waren, mit ihren Familien auseinandersetzen.

Eine Frau, die etwas will: Laura Karasek plant den "Generalangriff" aufs Mediengeschäft.

"Jura hat mir großen Spaß gebracht", sagt Karasek im Interview mit der "Teleschau". Trotzdem hat sie in der Wirtschaftskanzlei gekündigt. Als Buchautorin hat sie sich schon zuvor einen Namen gemacht, ebenso als Online-Kolumnistin beim "Stern".

Laura Karasek: "So etwas kennt man da nicht"

Meinungsstark, rhetorisch geschliffen - aber in einer teils derben Sprache, die man ihr nicht unbedingt zutraut - schrieb sie über Frauenthemen und betrachtete weibliches Leben in Deutschland aus teils ungewöhnlichen Perspektiven.

Eine Tätigkeit, die man in ihrer - auf ein seriöses Erscheinungsbild setzenden - Kanzlei wohl ein wenig argwöhnisch betrachtete. "Das hat schon ein bisschen irritiert, so etwas kennt man da nicht", erinnert sich Karasek an diese Übergangszeit. "Man fragte sich: Was will sie denn jetzt? Ist sie Anwältin oder Journalistin? Es ist ein konservatives Umfeld."

Es ist auch Alkohol im Spiel

Dass Karasek mit den Jahren immer deutlicher spürte, dass auch sie etwas mit Medien und Kultur "arbeiten" wollte, nahm sie wahr, als die Adrenalinschübe vor und nach (meist gewonnenen) Prozessen nachließen.

"Plötzlich spürte ich eine vorgezogene Lebensreue. Nach dem Motto: Ist doch schade, dass du es nicht versucht hast ..." Tatsächlich interessierte sie sich immer sehr für Kunst, Literatur und Film - so wie ihr Vater Hellmuth, mit dem sie als Kind schon Gedichte las. Auch ihre Mutter, Armgard Seegers, ist Literatur-Fachfrau und arbeitete als Journalistin bei einer Hamburger Tageszeitung.

Vorerst sechs Wochen lang wird Laura Karasek mit ihrem Talk Jan Böhmermann vertreten. Was den Zuschauer konkret erwartet? Sie gibt augenzwinkernd zu, dass bei ihrem neuen Talk "auch Alkohol im Spiel ist" - sie wolle ja nicht neutral oder "seriös" bleiben. Bei "Zart am Limit" dürfe es auch mal meinungsstark und "feminin" zur Sache gehen.

Nicht auszuschließen, dass man nach sechs Wochen bei ZDFneo eine andere Lösung für die blonde Talkerin findet. Der Weg zurück in die Wirtschaftskanzlei ist in ihrem Lebensplan jedenfalls nicht vorgesehen.

Laura Karasek: "Froh, dass ich das rechtzeitig erkannt habe"

"Man muss machen, wovon man träumt. Nicht irgendwann später, sondern solange man noch Chancen dazu hat. Ich bin jetzt Halbwaise, habe selbst Kinder und bin nicht mehr richtig jung. Jedenfalls nicht mehr so jung, dass man bei allem sagen kann: Ist doch noch Zeit. Ich bin froh, dass ich dies rechtzeitig erkannt habe."

Kurz nach der Geburt ihrer Zwillinge im Jahr 2015 starb Laura Karaseks Vater, zu dem sie eine enge Beziehung hatte. Vielleicht, so sagt sie, erkannte sie damals, wie intensiv, aber auch begrenzt die Zeit der Chancen im Leben ist. Es würde zumindest erklären, warum das kluge, energische Multitalent derzeit so viel Gas gibt.

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