Kuriose Rechtsstreits in der Filmbranche

In Hollywood werden die spannendsten Fälle auf die Leinwand gebracht. Doch auch das Ergebnis sorgt so manches Mal für einen handfesten Rechtsstreit. Hier kommen die zwölf kuriosesten Fälle, bei denen ein Film eine Klage kassierte. © spot on news

Der Amerikaner Michael Alan Rubin hatte das Gefühl, dass "Hangover 2" sein Leben plagiiert – und klagte. Sein Ziel: die Produktionsfirma Warner Bros. unter anderem wegen Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte und Beleidigung verklagen. Da Rubin jedoch nicht beweisen konnte, woher die Filmemacher seine Lebensgeschichte kennen sollten, wurde die Klage letztendlich abgewiesen.
Die "Marvel Avengers" sind nicht die einzigen, die von dieser Klage betroffen sind: Die Firma Rearden verklagte unter anderem Disney, 20th Century Fox und Paramount, weil sie mit der Firma Digital Domain zusammen gearbeitet haben, die wiederum illegal die MOVA-Technologie-Software von Rearden benutzt haben soll. Momentan befindet sich der Fall zur Klärung in nächster Instanz.
Low-Budget-Regisseur Uwe Boll störte sich daran, dass Warner Bros. den Blockbuster mit Dwayne Johnson "Rampage" nannte. Seiner Meinung nach schade das den Markenrechten seiner eigenen Amok-Filmreihe "Rampage". Lustig: Aus der angekündigten Klage wurde nichts, stattdessen gab der Filmemacher zu, Werbung für seinen neuen Film machen zu wollen.
Die Produzenten George Clooney, Ben Affleck und Grant Heslov landeten mit "Argo" einen Hit. Der Iran fand den Film jedoch alles andere als gut und unterstellte sogar eine politische Motivation, der das Land schlecht dastehen lassen würde.
Sarah Deming hatte sich von dem Film "Drive" etwas anderes erhofft. Für die Amerikanerin ein Grund, den Filmverleiher FilmDistrict wegen bewusster Irreführung zu verklagen! Neben der Erstattung des Eintrittspreises verlangte Deming, dass irreführende Trailer allgemein zukünftig nicht mehr gezeigt werden dürfen. Außerdem behauptete sie, der Film sei antisemitisch. Zu schade, dass die Klage abgewiesen wurde.
Janet Gilmer aus Arkansas war der Meinung, in Disney's "Arielle, die Meerjungfrau" einen Priester mit erigiertem Penis gesehen zu haben – und klagte! Nach zwei Monaten musste sie dann aber schließlich einsehen, dass es sich wohl doch nur um ein harmloses Knie handelte.
In "American History X" zeigte sich Edward Norton als Nazi von seiner düsteren Seite. Auch Tattoos spielten in dem streifen eine wichtige Rolle: Ganz zum Unmut der Band Anti-Heros, denn Ober-Nazi "Seth" ziert sich im Film mit dem Band-Logo als Tattoo. Für die Band ein Grund auf 25 Millionen Dollar wegen Rufschädigung zu klagen - mit Erfolg. Das Logo musste entfernt werden.
Stella Mary Roberts serviert in ihrem Pub "The Hobbit" Cocktails wie "Gandalf" oder "Frodo". Die Inhaber der J.R.R.-Tolkien-Rechte fanden das jedoch gar nicht witzig und klagten. Jegliche Anspielungen auf den Film müssten verschwinden. Für die Wirtin pure Frustration: "Tun wir jemandem weh? Ich glaube nicht." Wie der Fall ausgegangen ist, ist leider nicht bekannt.
Als nach dem Tod von Peter Sellers entfallene Szenen aus den früheren "Rosarote Panther"-Produktionen in dem 1982 nachgelegten Inspector-Clouseau-Film "Der rosarote Panther wird gejagt" verwendet wurden, reichte seine Witwe Lynne Frederick prompt Klage ein und forderte Kompensation. Ihre Begründung: Das Andenken von Peter Sellers werde verletzt – auch weil der Film ihrer Ansicht nach viel zu schlecht sei. 1,5 Millionen Dollar Entschädigung wurden ihr schließlich zugesprochen.
Leg' dich nicht mit Charlie Sheen an! Als der Schauspieler den Produzenten Chuck Lorre von "Two and a half Men" als "verseuchte kleine Made" bezeichnete, war sein Serien-Aus besiegelt. Trotzdem konnte Sheen den Sender CBS nach einer 300-Millionen-Dollar-Klage zu einer außergerichtlichen 25-Millionen-Dollar-Entschädigung überreden.
"Der Exorzist" war 1973 DER Horror-Streifen schlechthin. Er war sogar so gruselig, dass zahlreiche Kinobesucher den Saal verließen oder in Ohnmacht fielen. Einer von ihnen verlor sein Bewusstsein, stürzte mit dem Kopf auf den Vordersitz und brach sich den Kiefer. Nachdem er den Filmverleih verklagte, einigte man sie sich schließlich außergerichtlich.