"Das ist ja der Wahnsinn!" - Umsatz-Hammer haut Judith Williams in "Höhle der Löwen" von den Socken

Das passiert auch nur selten: Judith Williams verschlägt es glatt die Sprache, als sie die Umsatzzahlen eines jungen Gründers hört. © 1&1 Mail & Media/teleschau

Um ein wenig warm zu werden, beginnen wir mit Workout: Jurist und Personal Trainer Christian Polenz stellte seine neuartige ergonomische Hantel "YAB" (steht für Your Active Body) vor - und zwar direkt an den Löwen.
Ohne hochhackige Schuhe klappte das bei den beiden Löwinnen sehr gut. Auch die Herren absolvierten das Kurzprogramm mit den Hanteln, die 39 Euro pro Paar kosten und durch ihre unterschiedlichen Greif- und Haltevariationen vielfältige Einsatzmöglichkeiten bieten.
Investor Georg Kofler (Mitte) ließ sich mitreißen und machte den Deal mit dem 47-jährigen Erfinder, der voller Überzeugung sagt: "Mein Produkt wird den Fitnessmarkt revolutionieren."
Weniger revolutionär erschien den Löwen hingegen der "petTracer" - ein Hightech-Katzenarmband von den drei Schweizer Gründern Claudio Gllor, Alan Ellenberger und Reto Büchel (von links). Das Gerät kombiniert Peilsender und GPS-Ortung.
Neben der geringen Innovation und dem hohen Preis - 175 Euro soll das Teil plus Abo-App kosten - schreckte die Löwen wie Georg Kofler aber auch die "stratosphärische Bewertung" ab. Die Gründer wollten 750.000 Euro für 10 Prozent ihrer Firmenanteile. Kein Interesse.
Zwar hat Alexander Schophoff mit seinem "alternativlosen" Bildaufhängesystem "flexylot" auch nicht unbedingt das Rad neu erfunden. Aber er sorgte für ausgesprochen heitere Momente mit seinem trockenen, norddeutschen Humor.
"Du bist ein Hammertyp", lachte Ralf Dümmel (Mitte). Frank Thelen fand den 42-jährigen Erfinder "entertainig". Und Carsten Maschmeyer verpasste ihm den Spitznamen "coole Socke". Das waren schon mal gute Voraussetzungen. Aber reichte es für einen Deal?
Kurios: "Ich habe noch nie in meinem Leben ein Bild aufgehängt", gestand Tech-Investor Thelen (links). Er musste also gleich mal mithelfen und ein Bild ins rechte Lot rücken. Doch zugeschlagen hat schließlich ein anderer ...
"Das ist ein Megaprodukt", frohlockte Ralf "König der Produkte" Dümmel und wusste auf Anhieb: "Ich bin der Richtige dafür!" Das dachte wohl auch der Erfinder. Für 125.000 Euro bekam Dümmel 30 Prozent der Firmenanteile.
Eine Erfindung zur "Verbesserung für die Menschen" (O-Ton Dagmar Wöhrl) präsentierte Thomas Müller und berührte die Löwen mit einer emotionalen Geschichte: Er war mit 21 Jahren einer der jüngsten Start-up-Gründer. Mit 28 geriet sein Leben aus den Fugen: Diagnose Krebs. "In dieser Zeit lernte ich die Hilfe von Pflegepersonal schätzen." Diese Erfahrung hat ihn so bewegt, dass er eine Ausbildung in der Pflege anfing.
Mit seiner App "Curassist" möchte er freiberuflichen Pflegekräften helfen, bürokratische Hürden zu nehmen: "Will man nur einen einzigen Patienten als Selbständiger betreuen, muss man 800 Seiten Bürokratiekram bewältigen. Dafür braucht man mindestens ein Jahr. So lange kann aber der Patient vielleicht nicht warten."
Nils Glagau zeigte sich beeindruckt: "Ganz, ganz großes Kompliment. Sie sind einer der authentischsten Gründer." Und auch Frank Thelen hielt Müllers Geschichte für "bemerkenswert".
"In Zeiten des Pflegenotstands legen Sie den Finger in die Wunde", bewunderte Dagmar Wöhrl, die selbst eine pflegebedürftige Mutter hatte, die Idee hinter Curassist und schlug gemeinsam mit Carsten Maschmeyer ein, um mit dem Gründer das Pflegesystem nachhaltig zu verändern.
Denn auch Carsten Maschmeyer zeigte sich beeindruckt von Thomas Müllers Auftritt: "Sie imponieren mir. Aus Überzeugung und aus vollem Herzen investiere ich." Für 500.000 Euro erhielten die beiden Löwen einen Anteil von 30 Prozent der Firma.
Auf ganz andere Weise beeindruckte Christof Baum mit seinem bequemen High Heel und seiner Marke "Maison Baum". "Wer schön sein will, der sollte nicht leiden müssen." So lautet sein edles Credo. "Es gibt heutzutage elektrische Lufttaxis, aber bequeme High Heels kriegen wir nicht hin?" Das soll sich ändern!
Dagmar Wöhrl (rechts) und Judith Williams liefen eine Runde in den High Heels, die unter anderem mit medizinischem Fachwissen von Christof Baums Vater, einem Orthopäden, entstanden sind. Sie waren sich schnell einig: "Man fühlt sich gebettet. Das Innenleben des Schuhs ist das Besondere." Doch stimmten auch die Zahlen?
Als der Gründer erwähnte, dass er binnen lediglich zweier Wochen auf dem Markt einen Umsatz von 55.000 Euro generierte, schien er auf der Zielgeraden. Löwe Frank Thelen konnte nicht glauben, was er hörte: "What the f...ck?" Auch Judith Williams reagierte baff: "Das ist ja der Wahnsinn!"
Einen Strich durch die Rechnung machte dem Gründer allerdings Ralf Dümmel, der selbst schon Erfahrungen im Schuhbusiness sammelte: "Man hat immer die falsche Größe auf Lager. Und ihr braucht eine breite Produktpalette." Prompt kam die Absage: Judith Williams fehlte letztlich die Kreativität. Dagmar Wöhrl schreckte der nicht absehbare Cashflow ab. Also doch nicht so der Wahnsinn.