Heidelinde Weis wird 80: Was wurde aus den ehemaligen "Traumschiff"-Stars?

Am 17. September feiert Heidelinde Weis ihren 80. Geburtstag. Die österreichische Schauspielerin und Sängerin begann ihre Karriere am Theater, ist einem breiten Publikum aber auch durch ihre (Gast-)Rollen in der "Schwarzwaldklinik" und "Das Traumschiff" bekannt. Was machen Weis und die ehemalige Schiffsbesatzung heute? © 1&1 Mail & Media/spot on news

Heidelinde Weis begann ihre Karriere nach einer Schauspielausbildung am Theater in Wien. Ihr Filmdebüt gab sie 1959 in "Ich heirate Herrn Direktor". 1966 spielte sie neben Hans Caninenberg die Hauptrolle in der Historienkomödie "Liselotte von der Pfalz" (Foto).
1960 heiratete Weis nicht, wie in ihrem ersten Film, einen Direktor, sondern den 21 Jahre älteren Theaterproduzenten Hellmuth Duna. Mit ihm ging sie bis zu dessen Tod 1998 durchs Leben. Das Foto zeigt das Ehepaar 1984 beim Deutschen Filmball in München.
Dem Theater blieb die brünette Schönheit stets treu – mit großem Erfolg. 1976, im gleichen Jahr, in dem sie gemeinsam mit Schauspieler Siegfried Lowitz (l.) bei "Stars in der Manege" (Foto) in München ihr Showtalent bewies, war sie einer der Stars bei den Salzburger Festspielen. Weis spielte die Rolle der Rosetta in "Leonce und Lena".
Ab dem Ende der 60er-Jahre hatte Weis ihre schauspielerischen Tätigkeiten hauptsächlich ins Fernsehen verlagert. Größere Bekanntheit erlangte sie dort 1971 in dem WDR-Fernsehfilm "Die Frau in Weiß", nebenher feierte sie als Sängerin von Chansons Erfolge. In "Umwege nach Venedig" (Foto) war sie 1988 neben Peter Bongartz zu sehen.
Mitte der 80er wurde sie Teil der allerersten Besetzung der "Schwarzwaldklinik", außerdem war sie in Serien wie "Der Kommissar" und "Der Alte" zu sehen. In "Ein Richter zum Küssen" (Foto) spielte sie 1994 die Notarin Lena Hartmann – neben Klausjürgen Wussow, der wie Weis in der "Schwarzwaldklinik" zu sehen war.
Ab Mitte der 80er-Jahre war Weis aufgrund der Krankheit ihres Mannes seltener in Produktionen zu sehen. Nach Hellmuth Dunas Tod 1998 widmete sich die Österreicherin dann wieder verstärkt ihrer Karriere und spielte in "Das Traumschiff"-, "Rosamunde-Pilcher"- und "Utta-Danella"-Fimen mit. (Foto: Weis 2000 in "Am Anfang war die Eifersucht")
Bereits 1998 hatte Weis zudem das Bühnenstück "Nächstes Jahr, gleiche Zeit" mit Heiner Lauterbach inszeniert. Heute arbeitet das Multitalent, das 2016 eine Blasenkrebserkrankung überstand, hauptsächlich am Theater. Und was machen ihre ehemaligen Schauspielkollegen vom "Traumschiff"?
Günter König (hier mit dem damaligen Steward und späteren Kapitän Sascha Hehn) war der erste Kapitän der ZDF-Filmreihe. Er spielte von 1981 bis 1982 in sechs Filmen Jens Braske.
Der Schauspieler (2.v.r.) war auch Synchronsprecher und Opernsänger. Unter anderem lieh er Martin Landau seine Stimme, König sprach außerdem Folgen von "Die drei ???" und " TKKG" ein. Nach seinem Gang von Bord des "Traumschiffs" war er ab 1982 kaum noch als Schauspieler tätig. Günter König starb am 4. Juni 1998 in Hamburg.
Als Schiffsarzt Dr. Jensen (r.) war der in Halle an der Saale geborene Holger Hagen in Folge eins und drei der Reihe zu sehen. Der Schauspieler, der zuvor bereits im "Tatort", bei "Der Alte" und "Derrick" mitgespielt hatte, zog sich nach seinem Ausstieg beim "Traumschiff" ebenfalls weitestgehend aus dem Filmgeschäft zurück. Er starb 1996 in München.
Heide Keller (hier 1981 mit Sascha Hehn) war als Chefhostess Beatrice von Ledebur seit Beginn der Reihe Teil der Crew. Die "gute Seele" des Schiffs ging 2018 zum letzten Mal von Bord.
Nach ihrem Ausstieg veröffentlichte Keller, die auch Drehbücher zu einzelnen "Traumschiff"-Folgen unter dem Pseudonym Jac(ques) Dueppen schrieb, 2018 die Autobiografie "Traumzeit und andere Tage. Erinnerungen". Aktuell gibt es Gerüchte, sie sei krank.
Sascha Hehn (r.) spielte bei "Das Traumschiff" gleich zwei Figuren: Chefsteward Victor Burger, der später Kapitän wurde, und dessen Zwillingsbruder Stefan Burger, Erster Offizier. Er war von 1981 bis 1991 und zwischen 2014 und 2019 mit an Bord.
Der Münchner Hehn ist auch heute noch schauspielerisch aktiv. Dieses Jahr sollte er eigentlich den "Ölprinz" bei den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg verkörpern. Aufgrund der Corona-Pandemie blieb es vorerst jedoch bei den ersten Proben und einer Präsentation der Gaststars (Foto). Die Vorstellungen wurden ins Jahr 2021 verschoben.
Zwischen 1983 und 1999 war Schauspieler Heinz Weiss der Kapitän des ZDF-Dampfers. Als Heinz Hansen brachte er die Besatzung und die Reisenden von Folge 7 bis 33 an die Traumziele dieser Welt.
Vier Jahre nach seinem Gang von Bord brachte er unter dem passenden Titel "Logbuch meines Lebens" seine Biografie heraus. Er starb im November 2010 in Grünwald bei München. Das Foto zeigt Weiss (2.v.r.) mit seinen Kollegen (v.l.n.r.) Horst Naumann, Heide Keller und Siegfried Rauch beim 20-jährigen Jubiläum der Filmreihe im Jahr 2001.
Als Schiffsarzt Dr. Horst Schröder war Horst Naumann (r.) 27 Jahre lang (von 1983 bis 2010) in "Das Traumschiff" zu sehen. Der gebürtige Dresdner war wie seine Kollegin Heidelinde Weis auch in der Serie "Die Schwarzwaldklinik" mit von der Partie.
Der mittlerweile 94-Jährige brachte bereits 2005 seine Autobiografie "Zwischen Leuchtfeuer und Traumschiff: die Autobiografie" heraus und arbeitet bis heute als Synchronsprecher. Vor drei Jahren zeigte er sich gemeinsam mit Jutta Kammann (l.) und seiner Ehefrau Martina Linn in München.
Insgesamt 14 Jahre lang navigierte Siegfried Rauch alias Kapitän Jakob Paulsen die MS Deutschland über die Weltmeere, bevor er das Steuer an Sascha Hehn übergab. Der gebürtige Bayer wirkte seit Mitte der 50er-Jahre bis zu seinem Tod an über 135 Filmen und Serien mit.
Neben dem "Traumschiff" war der begnadete Mime auch im "Tatort", in der Serie "Um Himmels Willen" und als Old Shatterhand in der "Mein Freund Winnetou"-Reihe zu sehen. Außerdem war er bis zu seinem Tod im Jahr 2018 Teil des Ensembles von "Der Bergdoktor". Rauch wurde 85 Jahre alt.