Während des Lockdowns in Los Angeles heiraten - mit Hunderten von Gästen? Klingt irre, doch die moderne Technik macht's möglich: Via Zoom und vor den Kameras der Vox-Realitydoku "Goodbye Deutschland!" gaben sich die Auswanderer Lara Sanders und Sam Mekonnen das Jawort.

Mehr TV- & Streaming-News finden Sie hier

Treffen sich zwei Deutsche in einem kalifornischen IKEA ... Nein, so beginnt kein Witz, sondern die Liebesgeschichte von Lara Sanders (51) und Sam Mekonnen (30), die die beiden in der Vox-Realitydoku "Goodbye Deutschland! Die Auswanderer" noch mal Revue passieren ließen.

"Sie hat sich vorgedrängelt und da hab' ich mir gedacht: 'Hey, Moment mal, hallo!'", erinnert sich Sam an die erste Begegnung - die geradezu schicksalhaft erscheint, wenn man hört, was Lara eine halbe Stunde vorher auf die Frage der IKEA-Kantinen-Kassiererin nach ihrem "Wunsch des Tages" geantwortet hatte: "Den Mann fürs Leben hier und jetzt kennenzulernen und ihn zu behalten." - "Let's pray for it!" ("Lass uns dafür beten!"), habe die geantwortet.

Am selben Abend noch baute Sam ihr die neuen Möbel auf, zehn Tage später zog er bei ihr ein und nun, nach zwei Jahren, sollte eigentlich geheiratet werden. Sehr zur Freude von Laras Sohn Luca (13), der von Sam schwärmt: "Der ist supernett und ich lieb' ihn."

"Goodbye Deutschland": Kuchen statt Hochzeit

Doch die Coronakrise machte dem Paar einen Strich durch die Rechnung. Nicht nur, weil Kalifornien schon früh einen strengen Lockdown verhängte; auch die Einnahmequellen des Paares kamen fast vollständig zum Erliegen.

Eigentlich war ihre Künstleragentur, die Visa und Castings in Hollywood vermittelt, gut gelaufen, doch nun lagen die meisten Filmprojekte auf Eis. Nur über Online-Deutsch-Unterricht, den Lara gab, kam noch ein wenig Geld aufs Konto.

Die Hochzeit, angesetzt auf den zweiten Jahrestag des Paares, wurde erst einmal gestrichen. Mit einem selbst geschriebenen Gedicht und ihrem Lieblingskuchen gelang es Sam, der enttäuschten Lara dennoch ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern.

Bildergalerie starten

Günther Jauch wird 64: "Wer wird Millionär?" machte ihn zum Publikumsliebling

Günther Jauch ist ein fester Bestandteil der deutschen Fernsehlandschaft. Mit "Wer wird Millionär?" wurde der Moderator, der am 13. Juli seinen 64. Geburtstag feiert, zum absoluten Zuschauermagneten. Sein Erfolgsweg von den Anfängen bis heute.

Lesen Sie auch: Bizarre Familientradition bei "Goodbye Deutschland!": Danni Büchner versaut Sohn Volkan den 18. Geburtstag

Und es hat Zoom gemacht!

Doch es sollte noch besser kommen: Nachdem Sam ein großzügiges Arbeitslosengeld genehmigt worden war, wagte sich das Paar nun doch an die Hochzeitsvorbereitungen und wurde dabei von Luca nach Kräften unterstützt.

Größte Sorge: Würde das WLAN funktionieren? Denn aufgrund der Corona-Maßnahmen und Einreisebeschränkungen war an eine "normale" Party natürlich nicht zu denken. Stattdessen sollten rund 500 Gäste aus 15 Ländern über die Videochat-Plattform Zoom zugeschaltet werden, ein Moderator aus dem 1.000 Kilometer entfernten Montana durch die Feierlichkeiten führen und ein Priester aus der Nachbarschaft die Zeremonie direkt vor Laras und Sams Haustür abhalten.

"Mir fehlen meine Eltern, sicherlich, mir fehlen auch meine Freunde, die ich gerne dabei hätte, so echte Trauzeugen, die man eigentlich vom Herzen her wirklich über alles liebt und die man dann auch in den Arm nimmt und teilt, die Gefühle ... Man sieht da 500 kleine Bildchen, aber ob da Emotionen rüberkommen, weiß ich nicht", hatte Lara am Vortag der Hochzeit noch gezweifelt.

Liebe statt Hass

Am Tag selbst aber war klar: Doch, hier gab es Emotionen! Ob nun die Nachbarn, die in gebührender Entfernung und mit Mund-Nase-Schutz dem Brautpaar zujubelten oder das Ständchen "I'm Feeling Good", das Luca zum Besten gab: Lara hatte einige Rührungstränchen in den Augen und Sam strahlte wie ein Honigkuchenpferd über das ganze Gesicht.

Dass sie mit ihrer Hochzeit allerdings sogar zum Medienereignis werden würden, ahnten die beiden da noch nicht. Doch als sie einige Tage später in ihren Hochzeitsoutfits und einem geliehenen Rolls-Royce durch ihre Wahlheimat Los Angeles fuhren, gerieten sie in einen der "Black-Lives-Matter"-Proteste, die nach der Ermordung des Schwarzen George Floyd durch einen weißen Polizisten im ganzen Land stattfanden.

Spontan stiegen sie aus, um Solidarität mit den Demonstranten zu zeigen und wurden als schwarz-weißes Hochzeitspaar ordentlich bejubelt - symbolisierten sie doch das, wonach sich alle sehnten: ein friedliches, liebevolles Miteinander von Menschen jeglicher Hautfarbe und jeglichen Alters.

Lesen Sie auch: "Goodbye Deutschland"-Stars im Existenzkampf: Tränen der Rührung bei den Robens'  © 1&1 Mail & Media/teleschau