"Wie dumm ich bin!" - Kinder-Tüftler beschämen Joko Winterscheidt

Neue Staffel, neues Bastlerglück und ganz große Produkt-Entwicklungen: Bei "Das Ding des Jahres" fließen Rührungstränchen. Und junge Erfinder stehlen den Großen fast die Show. © 1&1 Mail & Media/teleschau

Komplett begeistert hatte der zehnjährige Lukas (Mitte) nicht nur die Juroren, sondern auch die ganze Halle mit seiner Brötchen-Rutsche. Damit können Verkäufer die Ware direkt in private Einkaufsbeutel gleiten lassen. "Ich bin stolz auf euch", jubelte Joko. "Obwohl ich nicht euer Vater bin."
Ebenfalls als Technik-Pfiffikus stellte sich der 15-jährige Philipp heraus, der einen Lampen-Schwenkarm selbst konstruiert und programmiert hatte. Und das in nur rund 20 Stunden, wie er sagte. "Du hast einen richtigen Roboter gebaut, Alter", war Joko Winterscheidt baff. Von Philipps Zukunft erhofft er sich viel. "Ich sollte in die investieren."
Während die coolen Kids außer Konkurrenz in der Show antraten und nur untereinander um eine 5.000-Euro-Ausbildungsprämie wetteiferten, stand dem Grazer Gründerpaar Lisa und Bastian die Sorge um den Kinderwunsch noch ins Gesicht geschrieben. Sie haben mit dem "Breath ilo" ein Gerät konstruiert, das Frauen ihre fruchtbaren Tage anzeigen soll.
Der Ovulationstester kam beim Publikum besonders gut an. "Jedes dritte Paar in Deutschland braucht mehr als ein Jahr, eine Schwangerschaft herbeizuführen", sagte Erfinder Bastian. Die Kameraleute schalteten schnell und schwenkten auf Lena Gercke, deren süßes Schwangerschaftsgeheimnis gerade erst bekannt geworden war. Die lächelte - wie Mona Lisa.
Dass die Ex-"Topmodel"-Gewinnerin einen Mann für ihr Kind hat, dürfte bekannt sein. Dennoch rechnete sich der flirtwütige Münchner Erfinder Basilyos Chancen bei Lena aus. "Ich finde, dass du eine coole Socke bist - und nicht nur äußerlich wunderschön", himmelte er sie an. Joko staunte: Ein Heiratsantrag? Versuchen kann man's ja mal.
Mit seinem chaotischen Charme - weniger mit seinem seltsamen Produkt einem Schlafkissen, das auch ein Schlafmaske und einen Ohrenschutz integriert - brachte Basilyos nicht nur Lena zum Schmunzeln. "Ich folge dir heimlich auf Instagram", gestand er der blonden Schönen. "Ab heute werde ich alle deine Storys liken." Wie süß!
Was der Schlafmützen-Münchner nicht schaffte, gelang dem Maschinenbau-Ingenieur Martin, der einen E-Antrieb für Schubkarren konstruiert hatte. Er brachte Lena Gercke in Schräglage. Romantik in der Show? Leider Fehlanzeige. "Hört sich an, als wäre vorne eine Kreissäge", stöhnte die Jurorin über das dann doch nicht so sinnliche Schub-Erlebnis.
Klar, dass natürlich auch der große 41-jährige Kindskopf Joko die Fahrt in der Schubkarre ausprobieren musste. Und bei ihm war Extra-Power durch den Antrieb angeblich auch besonders gefordert. "Ich bin sehr schwer", tönte er. "Ich habe viel Gehirn." Das merkte man ihm allerdings gar nicht so sehr an.
Dagegen hatte Joko seinen verdienten Riesenspaß, als mit Leopold noch ein Österreicher ein reichlich kurioses "Ding" vorstellte: einen "Pupsfilter", den man sich rektal einführen kann, um Darmwinde geräusch- und geruchlos abzuführen. "Gas kommt, Gas geht", erklärte der furchtlose Tüftler. "Das ist ein permanenter Druckausgleich." Gut zu wissen.
Tatsächlich hat das Zellstoff-Zäpfchen allerdings auch einen Wert, der zumindest dem 60-Jährigen sehr wichtig erscheint. Leopold will "Millionen Menschen Erleichterung bringen". Von den Juroren hatte er damit Lea-Sophie Cramer, Gründerin des Erotikversands Amorelie, auf seiner Seite. "Ich kenne das, mit Tabuthemen zu tun zu haben", sagte sie.
Deutlich praxisnaher, zumindest für Besitzer von großen Gärten, erschien dagegen schon der "Hubheck", ein selbst zusammengeschweißtes fahrbares Müllsack-Gestell, das Schlosser Hubert und seine Frau Annette Heck in der Show vorstellten. "Damit habe ich das Laub im wahrsten Sinne des Wortes im Sack", pries der Erfinder seine Anti-Bück-Hilfe an.
Die Entwicklung des Geräts hat eine persönliche Historie: Wegen eines schweren Bandscheibenvorfalls war Hubert einst lange außer Gefecht. Joko und Moderatorin Janin Ullmann (rechts) machten sich gleich selbst ein Bild. "Ich wollte gar nicht aufkehren, ich wollte nur kurz den Wagen anheben", maulte allerdings der arbeitsscheue Joko.
Nicht lange herumreden mussten auch die Geschäftsfreunde Günter und Mathias aus dem Schwarzwald, die in der Sendung ihren praktischen Schrankfächer-Koffer anpriesen. Dumm nur: Mit fast 900 Euro ist der ziemlich teuer. Dafür findet man darin aber auch Platz fürs Lieblingskissen. "Wenn ich auschecke, habe ich immer ein Kissen mehr", gestand Joko.
In der Finalrunde der Sendung ging's dann um Alltagsgegenstände, die man eigentlich ja gar nicht mehr verbessern kann. Denkste! "Wir haben 2020 - und es wird immer noch Geschirr erfunden", staunte auch Moderatorin Janin Ullmann.
Der 52-jährige Klaus (rechts) bekannte sich bei "Das Ding des Jahres" zu seiner ausgeprägten Suppenleidenschaft. Allerdings fällt ihm das Auslöffeln des letzten Restes auf dem Teller oft lästig. Also erfand er - tatkräftig unterstützt durch den spanischen Industriedesigner Ramon - einen "exzentrischen" Teller, bei dem alle Flüssigkeit auf eine Seite läuft. Lecker!
Die schön designten, zudem stapelbaren Teller ließen vor allem Hans-Jürgen Moog (Mitte), den Einkaufschef der Rewe-Gruppe, der sich sonst kaum mal ein Lächeln abringen kann, begeistert zurück. Ihn überzeugte auch der Preis von 29,90 Euro für einen Teller-Zweierpack.
Konkurrentin des Suppen-Freaks war die Industrie-Designerin Marie aus Berlin, deren Vorstellung auch im Studio viele Zuschauer zu Tränen rührte. Sie hat den "Einhand-Teller" entwickelt, der Betroffenen beim Zerkleinern von Speisen helfen soll, die etwa einen Schlaganfall erlitten haben. "Ich hoffe, dass ich Menschen damit glücklich machen kann."
Während Marie alle Sympathiepunkte einsammelte, hatte Bastler Basilyos mit seinem plüschigen Schlafhelm alle Lacher auf seiner Seite. Joko Winterscheidt gestand etwa, dass er unterwegs im Zug oder im Flugzeug oft mit offenem Mund schläft. Die Kinnstütze könnte ihm helfen. "Ich bin auch so ein Sabberer", pflichtete ihm der findige Verkäufer bei.
Trotzdem: In der Endabstimmung der Studio-Gäste setzte sich schließlich doch haushoch die Berlinerin Marie mit ihrem Einhand-Teller durch. "Funktion schlägt Design", brachte Hans-Jürgen Moog die bestechenden Vorzüge auf den Punkt. Marie darf nun - zum Staffelende - auf den Hauptpreis von 100.000 Euro hoffen. Sehen wir weiter!