Prinzessin Diana war eine der berühmtesten Frauen der Welt und daher Freiwild für Paparazzi und Boulevard-Journalisten. Jetzt sind ihre letzten Lebensjahre Thema eines Kinofilms, der sie als einsame Frau zeigt, deren einziger Lichtblick die Liebe zu einem Arzt ist. Der Film verurteilt den Umgang der Presse mit der Prinzessin - ist selbst aber kein Stück besser.

Mehr als 16 Jahre ist es her, seit Prinzessin Diana in einem Tunnel in Paris tödlich verunglückte. Unmittelbar nach dem Unfall gelobte die Presse, sich zu bessern und mehr Rücksicht auf das Privatleben der Royals zu nehmen. Von den guten Vorsätzen ist heute nicht mehr viel übrig geblieben - man denke nur an die Oben-ohne-Bilder von Herzogin Kate. Und jetzt mischt sich auch noch dieser Kinofilm in das Privatleben Dianas ein.

"Diana" beschreibt die letzten zwei Jahre der Prinzessin - zumindest so, wie die Autorin Kate Snell sie sieht. Diana (Naomi Watts) hat sich von Charles getrennt und fühlt sich einsam. Ihre Kinder leben bei Oma Elizabeth, und die Presse macht aus jeder Kleinigkeit in ihrem Privatleben einen großen Artikel. Da kommt der Herzchirurg Hasnat Khan (Naveen Andrews) sehr gelegen; denn der behandelt sie so, als wäre sie keine Berühmtheit. Es ist Liebe auf den ersten Blick.

Glaubt man dem Drehbuch, begannen Diana und Hasnat eine Beziehung, die vor der Presse streng geheim gehalten werden sollte. Besonders der Arzt hatte Angst davor, in die Öffentlichkeit gezerrt zu werden. Als die Affäre dann doch publik wurde, endete die Beziehung - doch Diana konnte nicht loslassen. Sie begann eine Affäre mit Dodi Al-Fayed, nur um Hasnat Khan damit eifersüchtig zu machen.

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Dianas Leben - eine kitschige Seifenoper?

Wie das Leben von Prinzessin Diana in ihren letzten beiden Jahren ausgesehen hat, kann vermutlich niemand mit Sicherheit sagen. Wir wollen aber hoffen, dass es nicht eine ganz so kitschige Seifenoper war wie in diesem Film dargestellt. In Dialogen, die in ihrer Naivität und Einfältigkeit ihresgleichen suchen, gestehen sich Diana und Hasnat ihre Liebe - nur um im nächsten Moment schon wieder zu streiten, wie sie mit der Situation umgehen sollen.

Immerhin: Naomi Watts spielt die Rolle Prinzessin Diana gut. Nur leider kann auch sie nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Drehbuch eine einzige Katastrophe ist. Stellenweise erinnert "Diana" an die romantischen Tagebucheinträge eines 15-Jährigen, der sich so die große Liebe vorstellt. Zwischen größter Freude und tiefster Trauer liegen hier nur ein paar Sätze. Und wenn Diana tatsächlich dieses naive Dummchen war, das wie ein verliebter Teenager den aufregenden Herzchirurgen anhimmelt, dann wäre das, was sie in ihrem Leben tatsächlich geleistet hat, umso erstaunlicher.

Regisseur Oliver Hirschbiegel wollte mit seinem Film die ganz große tragische Liebesgeschichte inszenieren. Herausgekommen ist ein Schmachtfetzen der übelsten Sorte, der seiner Protagonistin nie gerecht wird und gegen den sich Diana leider nicht mehr wehren kann.