Am Freitag stellt Netflix zehn neue Folgen der Mystery-Serie "Dark" online, weltweit warten Fans auf die Fortsetzung der hochgelobten Produktion aus Deutschland. Unsere Redaktion durfte die ersten vier Folgen der neuen Staffel vorab sichten und konnte mit Schauspielerin Jördis Triebel darüber sprechen, wie es in dem Zeitreise-Drama weitergeht.

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"Wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein." Mit einem Zitat von Friedrich Nietzsche beginnt die zweite Staffel von "Dark", was ziemlich passend ist. Düster sind die Aphorismen des deutschen Philosophen, sie bieten Interpretationsspielraum und wollen aufmerksam gelesen werden.

So ähnlich könnte man auch die erste deutsche Netflix-Produktion beschreiben, die mit den neuen Folgen ziemlich direkt an das Geschehen der ersten Staffel anschließt.

"Dark" Staffel 2 bei Netflix: Handlung schließt an Staffel eins an

Sechs Monate sind vergangen, seit Jonas Kahnwald (Louis Hofmann) in die Zukunft gereist ist. Er erkundet die dystopische, brutale Welt, während auch in den anderen Zeitebenen 1954, 1987 und 2020 die Handlung vorangetrieben wird.

Sowohl die Figuren wie auch die Zuschauer erfahren mehr darüber, was es mit den Zeitreisen auf sich hat. Während das eine oder andere Rätsel aufgedeckt wird, entstehen jede Menge neue Fragen.

Viel mehr soll an dieser Stelle auch nicht über die Handlung verraten werden. Außer, dass die Mystery-Serie weiterhin rätselhaft bleibt, die Handlung sogar noch komplexer und düsterer zu werden scheint. Dabei ist es gar nicht so einfach, den Faden aus der ersten Staffel wieder aufzunehmen, den Zuschauern wird die volle Konzentration abverlangt.

Tipp: Die erste Staffel noch einmal schauen

"Ich würde empfehlen, die erste Staffel nochmal zu schauen, um es noch mehr genießen zu können", sagt Jördis Triebel, die die Rolle der Schuldirektorin Katharina Nielsen im Jahr 2020 spielt, im Gespräch mit unserer Redaktion.

Jördis Triebel (M.) in der ersten Staffel von "Dark" (mit Moritz Jahn und Lisa Vicari).

"Selbst wir als Schauspieler, die mitten drin zu sein scheinen, können die Serie als Rätsel betrachten, wenn wir selbst gucken. Das ist ja gerade das Tolle daran, dass man immer wieder neue Sachen entdeckt. Man muss dranbleiben, aktiv zuschauen und mitdenken. Dark ist keine Serie, bei der man sich einfach berieseln lassen kann", erklärt Triebel weiter.

Im Dezember 2017 waren die ersten Folgen zu sehen, das Schicksal von vier Familien in der fiktiven Kleinstadt Winden steht im Zentrum der Geschichte. Die Entwicklung der zahlreichen Protagonisten kann über einen Zeitraum von 65 Jahren nachverfolgt werden, kompliziert wird das Figurengeflecht durch die Zeitreisen in die 50er und 80er Jahre, einschließlich der mit ihnen verbundenen Paradoxa.

Wenn etwa der Uhrmacher H.G. Tannhaus (Arnd Klawitter) im Jahre 1953 von einem Besucher aus der Zukunft das von ihm später verfasste Buch "Eine Reise durch die Zeit" gezeigt bekommt und erst daraufhin mit dem Schreiben des Buches beginnt, ist dies ein klassisches Zeitreise-Paradoxon.

Zahlreiche Fan-Theorien im Internet

Was natürlich als Grundlage für zahlreiche Diskussionen und Theorien dient. Louis Hofmann, der den Jonas Kahnwald spielt, rät im Gespräch mit unserer Redaktion dazu, sich Notizen zu machen, um den Überblick über das Geschehen zu behalten.

Wem das zu aufwendig ist, der wird im Internet fündig. Es gibt mittlerweile jede Menge Seiten und YouTube-Clips, die sich mit Theorien zu "Dark" auseinandersetzen. Die Fan-Gemeinde der ersten deutschen Netflix-Produktion erstreckt sich rund um die Welt.

"Ich glaube, dass der Erfolg damit zu tun hat, dass man aktiv gefordert ist", sagt Triebel: "Und dass die Serie eine philosophische Komponente hat, mit der jeder etwas anfangen kann. Wo kommen wir her? Kann man die Zukunft oder die Vergangenheit beeinflussen? Diese Fragen hat sich jeder schon einmal gestellt."

Jördis Triebel: "Total geflashed" von Staffel zwei

Aufgrund des großen Erfolges hat Netflix mittlerweile bestätigt, dass es eine dritte Staffel geben wird, mit der die Handlung abgeschlossen werden soll. Die Dreharbeiten beginnen in diesem Sommer. Doch zunächst einmal wird sich zeigen, ob die zweite Staffel den hohen Erwartungen gerecht wird. Jördis Triebel ist sich da jedenfalls ziemlich sicher.

"Ich bin total geflashed von der zweiten Staffel. Noch mehr als von der ersten. Es wird nicht nur eine, sondern es werden gleich mehre Schippen draufgelegt. Es ist wirklich Wahnsinn, was sich Regisseur Baran bo Odar und Drehbuchautorin Jantje Friese da ausgedacht haben", verspricht die 41-Jährige.

Am Freitag stellt Netflix die zehn Folgen der zweiten Staffel online, dann können sich die Fans selbst ein Bild machen. Und genüsslich in den Abgrund blicken, den "Dark" für sie bereithält.