Wenn aus Wohnalbträumen wohnliche Traumräume werden, dann ist eine neue ″Home-Make-Over-Show ″ auf Sixx geboren. Die Mission: Aus hässlich wird stylisch! Aber wieso kann ein 20-Jähriger sein ehemaliges Kinderzimmer eigentlich nicht selbst renovieren? Aus guten Gründen. Weil er es nämlich einfach noch nicht geschafft hat zum Beispiel. Und weil Janin Ullmann dann keine Show mehr hat.

Wenn ″Home-and-Living-Expertin″ Janin Ullmann morgens um halb sechs durch ein Duisburger Einfamilienhaus schleicht, dann hat sie viel vor. Denn Dominiks Mutter Simona hat sich bei ″Boom my room″ beworben. Ihr Problem: Das Zimmer ihres Sohnemanns. Angekündigt wird ein exorbitant schlimmer Raum – das hässlichste Zimmer Deutschlands. Eine Zumutung, ein Chaos soll es sein.

Der Sieger steht fest. Dieser Kandidat konnte Jessicas Herz erobern.

Und genau deshalb überrascht ″Style-Expertin″ Janin den Berufsschüler im Morgengrauen an seinem Bett. Für den schüchternen 20-Jährigen eine wirklich wundervolle Überraschung. Kurz darauf wird er vor die Wahl gestellt: Ruft er jetzt ″Boom my room″, muss er den Raum drei Tage lang den Renovierungsprofis überlassen. Die grünen Wände und die alten, braunen Möbel überlässt er damit ihrem Schicksal.

Von individualisierbaren Sofas und großer Begeisterung

Gesagt, getan. Dominik zieht für drei Tage aus, Janin und ihre zwei männlichen Helferlein ziehen ein. Das Ziel: Die grün-braune Hölle – in Wahrheit nicht mehr und nicht weniger als ein in die Jahre gekommenes, ungemütliches Jugendzimmer – soll einem modernen ″Industrial-Look″ weichen. Damit der Zuschauer auch irgendwas davon hat, wird er regelmäßig mit DIY Tipps versorgt. Einen Schrank bauen, der gleichzeitig ein Raumtrenner ist. Oder zum Beispiel aus Getränkekisten und Schaumstoff einen Hocker machen. Außerdem kann man Sofas individualisieren, in dem man die Füße farbig ansprüht!

Er bekommt offenbar doch noch mal die Lizenz zum Töten.

Große Begeisterung bricht bei Janin schon an Tag zwei aus. Als die fiesen, grünen Wände weißer Farbe weichen. Mit lauten ″Wows!″ lobt sie die Arbeit der beiden Handwerker. Eine Frage drängt sich unweigerlich auf: Wieso können Mama Simona und Sohnemann Dominik das Zimmer eigentlich nicht selbst verändern? Ach richtig, dann bräuchte ja niemand eine Sendung, bei der ein einziger Raum renoviert wird.

Die obligatorische Schicksalsgeschichte

Wenn alle gesund sind und keiner arbeitslos ist, dann muss eine andere Familiengeschichte herhalten. Und so erzählt Simona Janin unter Tränen von Dominiks Zwillingsbruder, der mit vier Jahren an Krebs starb. Eine Szene, die so gewollt ist, dass man als Zuschauer schaudert – nicht nur wegen dieser an sich ohnehin schon furchtbaren Tatsache, sondern auch wegen der Geschmacklosigkeit, mit der ein schicksalhaftes Drama für einen unbedingt notwendigen Trauermoment missbraucht wird.

Noch unpassender wirkt dadurch ″Style-Expertin″ Janin, die laut singend mit ihrem VW umherfährt und durch anzügliche Kommentare auffällt. Beim großen Finale darf sich Dominik dann endlich über ein modernes, grau-weißes Zimmer freuen. An der Wand entdeckt er zwei Erinnerungsstücke an seine Kindheit – ein Augenblick, in dem alles ganz kurz authentisch ist. Und in dem das Fazit zynisch ausfällt: Wer grün-braune Jugendzimmer zum problematischen Wohnalbtraum hochstilisiert, muss es wirklich gut haben. Sehr gut.

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