"Ich werd verrückt!" - Valentinstags-Überraschung bei "Bares für Rares"

Valentinstag bei "Bares für Rares": Pünktlich zum Tag der Liebe wird ein echtes Liebhaberstück zum Verkauf angeboten. Eine 75-jährige Versicherungskauffrau aus Gifhorn durfte sich am Ende über eine tolle Prognose und einen sehr charmanten Horst Lichter freuen.

Nachdem sich beide daran erinnerten, dass die Sendung keine Dating-, sondern eine Trödelshow ist, verplemperten sie auch keine Zeit mehr. Allerdings musste sich Lichter erst Gehör verschaffen, denn Experte Detlev Kümmel versuchte sich bereits an der mitgebrachten Drehorgel. "Mein lieber Herr Gesangsverein!", rief Lichter. "Das Ding macht aber mal richtig Krawall!"
Die Versicherungskauffrau aus Gifhorn hatte die Drehorgel vom Stiefvater geerbt. Der gute Zustand hatte einen ebenso guten Grund: "Die Enkel haben immer darauf gespielt, da hat sich der Opa aufgeregt und die in Sicherheit gebracht." Aufgrund des Aufklebers erkannte Experte Detlev Kümmel: "Der Orgelbauer Fritz Loos ist unter Sammlern sehr beliebt."
"Das Stubeninterieur sieht aus wie ein Gemälde, aber es ist nur ein Druck", erkannte Kümmel. "Genauso wie diese Wandeinlagen - die sehen aus wie Intarsien, sind aber draufgeklebt." Das Einzige was tatsächlich handbemalt wurde, war der Sockel. "Doch das Wesentliche ist ja das Innere", fand Kümmel. Eine wichtige Botschaft, gerade am Valentinstag.
Die inneren Werte liegen bei der kleinen Orgel in einer kleinen Walze aus Metall. Auf diese wurden verschieden lange Stifte genagelt. "Wenn ich drehe, dreht sich die Walze und hebt die einzelnen Tasten an, dadurch tönt der Ton", erklärte Detlev Kümmel. Er hob den Kasten, um die darunter liegenden Orgelpfeifen zu präsentieren.
Liebe auf den ersten Blick - für eine antike Heimorgel. "Soll ich noch mal drehen? Darf ich?", fragte Detlev Kümmel, aufgeregt wie selten. "Ich muss die richtige Geschwindigkeit haben, damit ich den Klang genau treffe", referierte er, während er eins von sieben möglichen Stücken ankurbelte. "Das ist die große Kunst", so Kümmel.
Ein guter Leiermann müsste das im Gefühl haben, schätzte Ilse Wolowski. Detlev Kümmel schätzte auch etwas. Nämlich das Baujahr auf 1900. Befragt nach dem Wunschpreis meinte Ilse: "1.000 Euro wären schon schön." Noch schöner fand Kümmel 3.000 bis 3.500 Euro. "Nein!", staunte Lichter. "Biste verrückt!", erkundigte sich auch Ilse.
"Solche Objekte sind selten", erklärte Kümmel. "Funktionstüchtig sind sie noch seltener - und dann noch von einem guten Orgelbauer." Lichter und Ilse feierten das per Ghettofaust. "Das Glück ist uns hold!", frohlockte Lichter. "Ich werde verrückt!", gestand Ilse. Ihre Worte zum Abschied: "War schön dich kennenzulernen."
"Wir haben den falschen Knopf, helfen Sie uns doch mal", bat Daniel Meyer (rechts). Ilse Wolowski verriet, wie das Gerät entsichert wird. Die Töne, die Julian Schmitz-Avila herausbrachte waren kläglich. "Doch nicht so lahm! Richtig!", feuerte die Verkäuferin Schmitz-Avila energisch an. Als der Gas gab, korrigierte sie: "Mit Gefühl!"
"Ich fange mal an mit 300 Euro", sagte Markus Wildhagen (links). "Nein, das ist ...", murmelte Ilse Wolowski. Ihr Gesichtsausdruck verriet: Die Summe war fast schon eine Beleidigung für ihr gutes Stück. 500 Euro bot Julian Schmitz-Avila. Daniel Meyer erhöhte auf 600.
Ilse Wolowski schüttelte den Kopf. Für solche Summen hatte sie nur ein müdes Lächeln übrig. "Man kann es ja mal versuchen", sagte Schmitz-Avila verschmitzt. Daniel Meyer tröstete die Verkäuferin: "Warten Sie es ab, wir fangen gerade erst an." Daniel Meyer wollte wissen: "Wie viele gibt es denn davon?" Die Antwort war äußerst präzise: "Ganz wenige."
Am Ende wurde Meyer für 2.200 Euro Orgelbesitzer. Was aus dem Flirt von Ilse und Horst wurde, ist nicht überliefert. Was wir von "Bares für Rares" am Valentinstag lernen konnten: Es zählen die inneren Werte, der Ton macht die Musik und damit Liebe nicht immer die gleiche Leier ist, braucht man viel Gefühl!
Ebenfalls verkauft wurde am Donnerstag bei "Bares für Rares" ein "schnuckeliges kleines Armband", wie Horst Lichter befand. Susanne Steiger sicherte sich das 585er-Gold-Armband mit Diamant von zirka 1910 für 460 Euro.
Und auch bei diese Brillantring in Weißgold schlug Susanne Steiger zu. 1.400 Euro war ihr die schmucke Kostbarkeit wert.