"Das wird teuer!" - Pompöses Erbstück bei "Bares für Rares" sorgt für Sprachlosigkeit

Trödelexperte Horst Lichter war sehr beeindruckt von dem "Riesenteil". "Ein tolles Ding! Das sieht mächtig pompös aus." Und pompös war bei dieser Sockeluhr gleichbedeutend mit teuer, als Experte Detlev Kümmel die berühmten Hersteller des Stücks entdeckt hatte.

Kümmel ist beeindruckt. Die stattliche Sockeluhr besteht aus zwei Teilen von unterschiedlichen Gewerken. "Die aufgesetzte Figur ist eine vergoldete Bronzefigur und ist schon ein Kunstwerk für sich". Dahinter steckt der in Frankreich sehr bekannte Bildhauer Raphaël Charles Peyre (1872 - 1949).
Da staunt Lichter ganz schön. Doch weitere Überraschungen folgen mit dem zweiten Teil des Kunstwerks: eine "monumental wirkende" Sockeluhr der berühmten Schweizer Firma Gübelin aus Luzern. "Der Sockel ist sehr wertig aus grünem Serpentinstein mit Perlrand-Verzierungen aus Bronze gefertigt", erläutert Kümmel.
"Die Firma Gübelin steht für sehr, sehr gute Qualität. Hier haben wir etwas wirklich Gutes und dieses Kunstwerk aus Bronzeskulptur und Sockeluhr will man einfach haben!" Für dieses Loblied erntet Detlev Kümmel strahlende Augen von Petra und Fabian Harder aus Titisee-Neustadt, die außer einem fassungslosen "Wow!" kaum mehr Worte finden.
"Das hört sich gar nicht schlecht an", freut sich auch Horst Lichter. Doch wie viel wollen die beiden Verkäufer aus dem Schwarzwald für ihr prachtvolles Erbstück haben? Ihre Preisvorstellung liegt zwischen 500 und 700 Euro. "Das wär' natürlich ein Träumchen", denkt auch der Moderator. Doch was sagt Experte Kümmel dazu?
Detlev Kümmel blickt Mutter und Sohn kritisch an und fragt: "Und was, wenn es mehr als 700 Euro werden?" Horst Lichter weiß die Antwort sofort und grinst: "Dann kriege ich einen Anteil!" Aber Spaß beiseite, denn "hier sind wir bei ganz anderen Preisen", fährt der Experte fort: "Das Paket muss zwischen 2.500 und 3.000 Euro bringen".
Petra Harder ist immer noch sprachlos und bringt nur ein weiteres erstauntes "Wow!" hervor. Horst Lichter weiß natürlich, was jetzt folgt, und gibt ihrem Sohn Fabian einen "High Five" -Handschlag, bevor er die Händlerkarte zückt. Bleibt nur abzuwarten, ob die Händler ebenso begeistert reagieren ...
Die opulente Sockeluhr mit Bronzefigur wird im Händlerraum ganz genau untersucht. Und als Händler Julian Schmitz-Avila auch noch den Herstellernamen "Gübelin" laut ausspricht, reißen die Händler ihre Augen weit auf. "Oh, aus der Schweiz", fügt Wolfgang Pauritsch hinzu und Elisabeth Nüdling lächelt als sie sagt: "Das wird teuer!"
"Mein lieber Mann, eine starke Uhr!", wendet sich Walter Lehnertz an die Verkäufer und eröffnet die Auktion mit 380 Euro. Vor allem die Bronzefigur hat es ihm angetan und er deutet bereits die Figuren: "Für mich sind das Jungs, die gerade Ähren geklaut haben und sich jetzt ausruhen."
Wolfgang Pauritsch findet diese "einmalige Interpretation" köstlich. "Drei Putten, die Stroh geklaut haben. Das ist ja mal was ganz Neues", spottet der Händler, den die Figurengruppe mehr an eine Verkörperung des Erntedankfests erinnert. Jedenfalls will er das "gut verkäufliche Stück" ebenfalls unbedingt haben.
Nachdem Elisabeth Nüdling die Verkäufer nach dem Ergebnis der Expertise fragte, bietet Wolfgang Pauritsch gleich 1.000 Euro und erhöht schnell im Duell mit Händlerkollege Lehnertz auf 1.500 Euro. Doch: "Das war meine Schmerzgrenze", muss Walter Lehnertz eingestehen und steigt aus dem Bietergefecht aus.
Da meldet sich Julian Schmitz-Avila noch kurz vor Ende zu Wort und pokert munter weiter gegen Pauritsch. Doch der meint es anscheinend wirklich ernst: Er will die Sockeluhr unbedingt haben. Für 1.900 Euro erhält er letztlich den Zuschlag samt warmer Abschluss-Worte von seinem Kollegen Schmitz-Avila: "Wolfgang, ich gönn' sie dir!"
Ebenfalls einen neuen Besitzer findet ein hübsches Zigarettenetui mit Saphiren aus der Zeit von 1910 bis 1912. Für 290 Euro geht das Etui aus 900er Silber an Wolfgang Pauritsch.
Eine gedrechselte Holzdose für Konfekt aus den Jahren 1925 bis 1930 geht außerdem für 200 Euro an Julian Schmitz-Avila.