Dieses Objekt hielt Horst Lichter für einen "Nussknacker für Kokosnüsse"

Weit daneben ist auch vorbei: Selten äußerte "Bares für Rares"-Moderator Horst Lichter eine abstrusere Theorie über ein Verkaufsobjekt.

Über den Sinn und Zweck ihres mysteriösen Mitbringsels hatte Nicole Gäfke nur eine Vermutung. Nachwuchs-Experte Fabian Benöhr sollte Licht ins Dunkel bringen. Horst Lichters ebenso fantasievoller wie abstruser Versuch einer eigenen Expertise scheiterte mal wieder: Einen "Nussknacker für Kokosnüsse" hatte die junge Dame nicht mitgebracht ...
"Ein Nussknacker", vermutete Horst Lichter. "Könnte man meinen", stimmte Nicole Gäfke zu. "Für größere Nüsse." Lichter blieb bei seiner haarsträubenden Theorie: "Man muss ja auch Kokosnüsse knacken", argumentierte der Moderator. "Ich bin mir selbst auch nicht sicher, was es ist", gab die Augenoptikermeisterin aus Apen zu.
"Ich könnte es mir jetzt einfach machen und meinen Experten fragen", sagte Lichter. "Fabian, wir sind jetzt zwischen Nussknacker und Hutspanner, es könnte natürlich noch was ganz anderes sein ..." Der neue Experte Fabian Benöhr erwiderte: "Sie könnten da auch Nüsse reintun, das gäbe aber eine Sauerei." Sein Vorschlag: "Lieber Hüte damit weiten."
"Also, es ist ein Hutspanner oder Hutweiter", erkannte der Moderator. "Beides ist damit möglich, ja", stimmte Fabian Benöhr zu. "Wir haben eine einfache Mechanik: einen Drehregler, um den Hut in Form zu bringen". Benöhr kippte das Gerät zur Seite und zeigte die Vorrichtung. Vorher müsse der Kopfschmuck über die Holzform gestülpt werden.
"Auf dieser Skala vorne kann man die Größe gut ablesen", erklärte der Experte. Dann konnte der Hutmacher den Hut einfach weiten und in der neuen Größe verkaufen. "Man hat damals gebrauchte Hüte nicht einfach weggeworfen, wie man es heute mit Waren macht, sondern hat sie aufgearbeitet", dozierte Fabian Benöhr.
"Damals hat man seine Sachen gepflegt", ergänzte der huttragende Experte nostalgisch. Es klang wie eine Kritik an der heutigen Wegwerfgesellschaft. Das Gerät sei also "nicht zum Köppe kleiner machen, sondern um Hüte größer zu machen", fasste Horst Lichter das Gelernte zusammen.
"50 bis 100 Euro wären schön", erwiderte Nicole Gäfke auf die Frage des Moderators nach dem Wunschpreis. Fabian Benöhr stimmte zu, denn er fand das handwerkliche Holzobjekt "stimmig und dekorativ". Der Hutspanner war aus Buche, doch wie würde der Verkaufspreis zu Buche schlagen?
Bevor sie den Händlerraum betrat, verriet Nicole Gäfke der Kamera ihre Taktik: "zurückhalten und dezent beobachten". Markus Wildhagen fragte: "Sind Sie Hutmacherin?" Sie erklärte, sie habe das Nachlass-Objekt auf dem Schrank des Onkels entdeckt und mitgenommen, ohne zu wissen, um was es sich handelte. "Weil es dekorativ aussah", so Gäfke.
"Das könnte eine Skulptur von Joseph Beuys sein", fand Fabian Kahl (Mitte). "Dann wäre es teurer", gab Walter Lehnertz zu bedenken. "Beuys hat ja auch einen ähnlichen Hut getragen", philosophierte Markus Wildhagen (rechts). Lehnertz startete mit 80 Euro. "Über der Expertise liegen Sie da noch nicht", verriet die Verkäuferin.
Walter Lehnertz bot 100. Und fragte Wildhagen: "Wat is, Meister Düsseldorf, machst du noch wat?" Der Kollege erhöhte auf 110 Euro. "Sie wollen ihn nicht unbedingt?", wandte sich Gäfke an Lehnertz. "Unbedingt nicht, ich hab nur geguckt, dass du noch einen Zehner drauf kriegst", erklärte Lehnertz und musste fast selbst lachen über sein Schelmenstück.
Nicole Gäfke fragte nun ungeniert, ob nicht noch ein bisschen mehr drin sei. Frechheit siegt des Öfteren. Auch im Händlerraum bisweilen. Markus Wildhagen kaufte das historische Hutmacher-Utensil dennoch für "nur" 110 Euro.
"Du hast aber einen mächtigen Gletscher mitgebracht, mein lieber Herr Gesangsverein!", staunte Lichter. Das Ölbild von Albert Kunze war so groß, dass Ulrich Merz aus Winterbach ein Platzproblem mit dem Erbstück hatte. Detlev Kümmel empfahl bis zu 450 Euro, die Julian Schmitz-Avila auch bezahlte.
"Eine Parmesanreibe", vermutete Lichter. "Ein Computer aus der Steinzeit", korrigierte Bernd Kinzelmann aus Wiehl. Genau genommen eine Rechenmaschine aus den 20er-Jahren. Den Wunschpreis von 30 Euro erhöhte Fabian Benöhr auf 150. Angestachelt von Walter Lehnertz startete Susanne Steiger mit 100 Euro - und erstand den Retro-Rechner in Rekordzeit.