"Bares für Rares": Alter Holzprügel entpuppt sich als verblüffend wertvoll

Der Besitzer rechnete mit bestenfalls 20 Euro und wurde doch reich entlohnt: Ein alter Holzstab entpuppte sich bei Horst Lichter als ein verblüffend werthaltiges Stück deutscher Handwerksgeschichte. © 1&1 Mail & Media/teleschau

"Spielzeug!" Horst Lichter hätte die bunten Holzklötzchen am liebsten gleich zweckentfremdet. Doch der "Bares für Rares"-Moderator musste sich eines Besseren belehren lassen: "Nein, kein Spielzeug ..."
Der Tischlermeister Holger Maertz klärte Horst Lichter über seine Rarität auf: "Das ist ein Innungszeichen von 1770, ein Schafferstab."
Rumms! Geräuschvoll ließ Detlev Kümmel den Holzstab auf den Expertentisch knallen: "Das war dafür da, um die anderen sich unterhaltenden Gesellen oder Meister zur Ruhe zu bitten. Und jeder weiß sofort, ich will was sagen." Der Stab verfehlte seine Wirkung nicht.
Lichter lauschte gespannt, was der Experte zu sagen hatte: "So ein Stab ist ein Würdenträgerabzeichen. Das hatte nicht jeder. Nur aus einer Zunft der jeweilige Vorsitz."
"Die Zünfte behalten das oder geben das weiter und dann kommt das in Privatbesitz. Sie sind jetzt einer der wenigen, die so was abgeben wollen", betonte Kümmel nochmals die Seltenheit des Trödelobjekts. "Die sind meistens in Museen."
Auch in der Tischlerfamilie von Herrn Maertz wurde der Knüppel über Generationen hinweg weitergegeben: "1968 hab ich das als Kind zum Spielen bekommen." Deshalb sah der Verkäufer aus Schwerin auch keinen allzu großen Wert darin.
Bescheiden äußerte er seinen Wunsch: "Ich hab da gar keine großen Preisvorstellungen. Wenn ich da 20 Euro für bekommen würde, wäre ich schon zufrieden." Das konnte der Experte nicht akzeptieren: "20 Euro wären unverschämt!" Kümmel sah den Preis eher bei 300 Euro!
Unglaubliche 400 Euro warf Fabian Kahl am Ende in den Raum und sicherte sich die Rarität. Waldi schüttelte nur noch den Kopf: "Heut' is' irgendwie ein bisschen Wahnsinn in der Luft hier." Gut für den Verkäufer: "Ich habe gedacht, ich bekomme kaum Geld, und jetzt hab ich 400 Euro in der Hand."
Mit 235 Euro waren auch die Verkäuferinnen einer Spardose aus Silber aus den 1930er-Jahren mehr als glücklich.
Mit 200 Euro übertraf auch ein Tafelaufsatz im Art déco und Jugendstil Mix den Schätzpreis.
Mit 700 Euro hatte auch die Verkäuferin einer Brosche aus den 50er-Jahren mit Diamanten, Saphiren, Smaragden und Rubinen nicht gerechnet.
Etwas mehr als die bezahlten 400 Euro hätte sich dagegen die Besitzerin einer Designer-Deckenleuchte aus den 1970er-Jahren gewünscht.
Dafür konnte eine gefasste Goldmünze mit Kette aus dem Jahr 1959 mit 1.500 Euro noch mal richtig Kohle absahnen.