"Bares für Rares": Schätzpreis versetzt Horst Lichter einen Schock

ZDF-Trödler Horst Lichter im Ausnahmezustand: Eine Rarität übertraf am Mittwoch alle Wunschvorstellungen. Was überhaupt verkauft werden sollte und wie hoch die Expertise war, zeigt die Bildergalerie.

In der Mittwochs-Show von "Bares für Rares" fiel es Horst Lichter nicht leicht, sich auf den Füßen zu halten. Denn die Expertise einer bisher unterschätzten Rarität haute ihn fast vom Hocker - und brachte der Verkäuferin einen überraschenden Geldsegen.
Dabei erkannte der Trödel-Fuchs eigentlich sofort: "Du hast ein wunderschönes Werbestück mitgebracht." Die Figur wollte er fast selbst kaufen: "Das gefällt mir sehr, sehr gut. Das scheint alt zu sein, und was ich von hier aus sehe, in einem perfekten Zustand. Der blinkt wie 'ne Speckschwarte."
Die Verkäuferin Petra Kirchner aus Bonn hoffte insgeheim, dass sich das Geschenk ihrer Tante gut verkaufen lassen würde: "Ich denke mir schon, dass das ein Raritätchen sein könnte."
Und schon startete der Moderator eine Einschätzung: "Ein wunderschönes Werbemittel, groß, und sieht aus, als könnte es aus Porzellan sein ..." Der Experte Detlev Kümmel war überrascht: "Das erkennst du sofort, dass das ein Werbemittel ist?"
"Klar! Unten die Kakaobohne, oben trägt er die Pakete mit dem gemahlenen Kakao ...", schmückte Horst Lichter seinen Vortrag weiter aus. "War falsch?" - Ja, war falsch, meinte Kümmel. Aber eigentlich nur die Geschichte mit dem Kakao.
Die Figur war aus Majolika und wurde im Jahr 1925 für einen Zigarettenhersteller produziert. Den Entwurf dazu lieferte Wolfgang Wallner, ein namhafter Künstler aus Österreich. In den Päckchen befanden sich Zigaretten und die riesige Kaffeebohne sollte den "orientalischen Touch" unterstreichen.
Die Figur war bis auf ein paar minimale Macken in perfektem Zustand. Frau Kirchner war dennoch sehr bescheiden und hoffte auf 150 Euro. Als sie den Preis des Experten hörte, fiel sie aus allen Wolken.
Denn Detlev Kümmel war sich sicher: "Ich bin hier bei einer Werteinschätzung von 1.800 bis 2.000 Euro." Schnappatmung unterm Trödeldach!
Frau Kirchners innere Freudensprünge blieben auch den Händlern nicht verborgen: "Na? Sie sind gut gelaunt? Dann lief die Expertise wahrscheinlich gut", erkannte Fabian Kahl den Grund dafür völlig richtig. "Ja, die lief sehr gut", bestätigte sie strahlend.
Die gute Laune ging auf die Händler über, und die Gebote liefen gut an. "Ich starte mit 500 Euro", eröffnete Fabian Kahl (Mitte). "Ich biete 600 Euro", machte Wolfgang Pauritsch (links) weiter.
Mit 1.000 Euro kam das höchste Gebot von Pauritsch, das niemand mehr überbieten wollte. Frau Kirchner nahm das Geld glücklich an, denn für sie hatte sich der Besuch bei Horst Lichter auf jeden Fall gelohnt.
Nicht ganz so lukrativ war das Geschäft für die anderen Verkäufer: Den Relling-Designer-Sessel "Siesta" aus den 70er-Jahren kauften die Händler für 150 Euro, weit unter dem erhofften Wunschpreis.
Dafür konnte eine ungewöhnliche, antike Glasvase aus Nord-Böhmen groß absahnen, denn sie brachte mit 330 Euro mehr als den doppelten Schätzpreis ein.