"Bares für Rares": Gläserset erfüllt die Erwartungen der Verkäuferin nicht

Auf den ersten Blick wirkte das Gläserset wie hohe italienische Glaskunst. Als "Bares für Rares"-Experte Detlev Kümmel jedoch genauer hinsah, zeigte sich schnell, dass das nicht der Fall und der Wunschpreis der Verkäuferin dementsprechend nicht realistisch war ... © 1&1 Mail & Media/teleschau

Seinen Witzen nach zu urteilen war Horst Lichter in der Mittwochsausgabe der ZDF-Trödelshow "Bares für Rares" gut aufgelegt: "Jetzt einmal den Tisch anrempeln und mächtig Ärger bekommen", lachte der Moderator, als er die Gläser auf dem Tisch vor Detlev Kümmel sah. Nur die Verkäuferin hatte nicht viel zu lachen - vor allem nicht nach der Expertise.
Lichter traute sich nicht mal, die Hände auf den Tisch zu legen. Denn "ich will nicht daran Schuld sein, wenn etwas kaputt geht. Auch wenn ich berufsschuld bin. Denn wir Männer haben ja 98 Prozent der Grundschuld in uns", witzelte Lichter weiter und Kümmel vervollständigte seinen Witz: "Die restlichen zwei Prozent kriegen wir von den Frauen noch dazu."
Die Gläser seien bestimmt schon länger im Familienbesitz, mutmaßte Lichter und lag damit richtig. "Die Gläser habe ich vor 20 Jahren von meiner Schwiegermutter bekommen. Gekauft wurden sie in den 1950er Jahren in Italien", führte Angela Dangel stolz aus. "Ich habe sie nur einmal benutzt und danach ganz vorsichtig wieder in den Schrank gestellt."
Laut Verkäuferin handelte es sich bei ihrem Gläser-Set um teures Murano-Glas aus Italien. Vor einiger Zeit hatte sie die Gläser sogar in einem Auktionskatalog entdeckt - für einen stolzen Preis von 4.500 DM! Doch leider musste ihr Experte Kümmel da widersprechen ...
"Die Gläser wurden zwar im Stile von Antonio Salviati entworfen und ähneln venezianischer Glaskunst, stammen aber aus Thüringen. Es sieht aus wie Murano-Glas, wurde aber von der Firma Lauscha produziert, die sehr viel Zierglas wie dieses um 1950 hergestellt hat", so Kümmel. Dazu kam, dass die Gläser leider auch nicht hochwertig verarbeitet waren.
Das war hart für Angela Dangel, hatte sie sich doch mindestens 1.900 Euro für ihre altes Familien-Glas gewünscht. "Jetzt muss ich etwas zurückschrauben. Denn ich bin von Murano-Glas ausgegangen", äußerte die Verkäuferin traurig. Bei Murano-Glas wäre sogar ein Preis bis zu 2.500 Euro realistisch gewesen, doch nun kam Kümmel nur auf 550 bis 650 Euro.
Dennoch nahm die Verkäuferin die Händlerkarte an. Vielleicht hatten die Händler eine andere Meinung? Aber Fabian Kahl (Mitte) und Ludwig Hofmaier (rechts) waren sich sofort sicher: "Das ist kein Murano!" Kahl tippte sogar auf den richtigen Hersteller Lauscha, denn schließlich kommt der Händler aus derselben Gegend: Thüringen.
Kahl erkannte Interesse bei seiner Kollegin Elke Velten (rechts): "Na, Elke, hast du zittrige Hände?" Doch Velten dementierte mit einem sehr schnellen "Nein!" Ihr Sitznachbar Thorsden Schlößner startete jedoch die Runde mit 200 Euro. Viel zu wenig, für die Verkäuferin, die danach den Preis der Expertise nannte. Doch 650 Euro fanden alle Händler viel zu hoch.
"Das ist eine stolze Expertise", setzte Kahl (Mitte) entgegen und auch Daniel Meyer (links) meinte dazu: "Um den Preis zu erhalten, muss man aber jedes Glas einzeln verkaufen." Das sahen seine Kollegen zumindest anders, denn "gerade in der Gesamtheit ist das Set geil!", so Kahl. Mitbieten wollte er trotzdem nicht.
300 Euro war Meyer noch bereit zu geben, doch die Verkäuferin wollte nun mindestens 400 Euro. Zu guter Letzt trafen sich beide in der Mitte bei 350 Euro. Meyer freute sich über seine neuen Gläser und lud zugleich seine Kollegen zu einem Umtrunk ein. "Toll", rief Schlößner - er besitzt nämlich den passenden Weinkeller dazu.
Ebenfalls über den Händlertisch ging ein japanisches Kimono-Täschchen. Die sogenannte Tabakoire war speziell für Männer und wurde von Händler Ludwig Hofmaier für 500 Euro erworben. Expertin Heide Rezepa-Zabel schätzte das Tabak-Täschchen nur auf 300 bis 400 Euro.
Eine wunderschöne Silber-Brosche mit Diamanten und Turmaline von 1890 ging für stolze 1.850 Euro an Elke Velten. Expertin Rezepa-Zabel schätzte das Schmuckstück auf 1.600 bis 1.800 Euro.