"Bares für Rares": Diese Bilder schätzte Horst Lichter völlig falsch ein

Geometrische Formen? Für Horst Lichter waren zwei Siebdrucke zu abstrakte Kunst. Sein Experte jedoch ist begeistert.

Verwirrung machte sich bei Horst Lichter breit: "Das hier sind ... ja ... ähm ... Bälle?" Moderne Kunst ist bekanntermaßen nicht sein Steckenpferd. Doch was der Moderator längst entsorgt hätte, begeisterte seinen "Bares für Rares"-Experten ...
Bevor Lichter negative Stimmung verbreitete, hakte er lieber mal bei den Verkäufern Birgit Kumpfmüller und Frank Morath nach: "Seid ihr stolz auf eure Werke? Wahrscheinlich ist das richtige Kunst, ne?"
Horst Lichter verkniff sich weitere Kommentare und ließ Detlev Kümmel reden. "Da hat sich jemand mit geometrischen Formen beschäftigt, mit dem Konstruktivismus. Und da haben wir einen herausragenden Künstler, nämlich den Walter Dexel", schwärmte der Experte in den höchsten Tönen.
Erst als Kümmel von einer Fehlprägung der Bauhaus-Kunst aus den Jahren 1929 und 1930 sprach, horchte Horst Lichter wieder auf: "Weil es teuer wird!" Jetzt war auch sein Interesse geweckt.
"Für mich ein sehr gutes Zeichen von einer guten Qualität", schloss Kümmel seine Expertise ab. 1.400 bis 1.600 Euro waren die beiden Bilder aus "Mappe 1" des Künstlers seiner Meinung nach wert.
Walter Lehnertz (links) fiel als Käufer schon mal weg: "Aaach, das ist wieder moderne Kunst ..." Wolfgang Pauritsch (Mitte) erkannte immerhin: "Das ist abstrakt!" Der echte Kenner war jedoch Fabian Kahl (zweiter von rechts): "Bauhaus!"
"Von der Ampel bis zu Vögel - wir haben alles in den Bildern gesehn", doch das einzige, was Walter Lehnertz daran wirklich gut fand, war der Vorname von Walter Dexel.
Wolfgang Pauritsch und Fabian Kahl machten den Deal unter sich aus. Der Gewinner: Fabian Kahl, der bereitwillig 1.100 Euro aus dem Geldbeutel holte. "Ich hätte sie auch gerne gehabt", grummelte Pauritsch.
Aber es gab ja noch mehr Raritäten zu kaufen: Eine österreichische Gold-Brosche mit Halbperlen von etwa 1880 ging für 300 Euro weg.
Für 650 Euro kauften die Händler zwei Kannen aus Silber im Dresdner Hofstil aus den 1920er- oder 30er-Jahren.
Ein Weißgold-Armband mit glitzernden Brillanten und Diamanten aus den 1950er-Jahren schaffte eine beachtliche Summe von 2.900 Euro.
Und für 750 Euro blieb ein Eisenkunstguss von Leo Tolstoi aus der Zeit um 1900 im Händlerraum.