Bei dieser kuriosen Apparatur fehlte Horst Lichter zunächst der Durchblick

"Aaah, sowas kenn ich": Horst Lichter dachte, er hätte auf den ersten Blick erkannt, um was es sich bei der mitgebrachten Kuriosität handelte. Der "Bares für Rares"-Moderator täuschte sich aber.

Detlev Kümmel hatte mehr Ahnung: "Das sind Stereoskope. Das ist ein Wort für eine Technik, mit der du Bilder betrachten kannst, die von zwei verschiedenen Blickwinkeln fotografiert worden sind." Auf den Experten konnte man sich eben verlassen.
Im Gehirn werden die zwei einzelnen Bilder zu einem zusammengesetzt, erklärte Kümmel. "Genau diese Technik wurde später sogar in der Medizin verwendet."
Denn in der Zeit um 1904 herum verwendeten Optiker das ungewöhnliche Objekt, um schielende Menschen zu behandeln.
Dazu gab es verschiedene Doppelbilder, die als Sammlung ebenfalls mit im Set enthalten waren - zur großen Freude des Experten: "Das ist das eigentliche Highlight für mich."
Kümmel führte die Technik vor. Horst Lichter und Verkäufer Hermann Goebel, Museumsleiter aus Schermbeck, sahen ihm dabei gespannt zu.
100 Euro erhoffte sich der Verkäufer von seiner Kuriosität. Die Expertise ging sogar bis zu 180 Euro. Blieb abzuwarten, ob die Händler ein Auge aufs Objekt werfen würden.
Daniel Meyer (links) schnappte sich das Ding als Erster. "Zum Gebrauch für die Schielenden", las er vor und bemerkte direkt eine Verbesserung seiner Sehkraft: "Und geheilt!"
Ludwig Hofmaier (rechts) teilte seine Begeisterung: "Des is' einzigartig." Fabian Kahl kam nach dem Sehtest zum Fazit: "Geil!"
Den Preis von 100 Euro zahlte jedoch ein ganz anderer: Steve Mandel. "Gutes Training", wünschte der zufriedene Verkäufer auf dem Weg nach Hause.
Für zwei Keramik-Kaltblüter aus Majolika von der Bildhauerin Else Bach aus dem Jahr 1935 griffen die Händler tiefer in die Tasche und zogen 500 Euro heraus.
Ein silbernes Tee-Kernstück aus Amerika aus den 1940er oder 50er Jahren erzielte 770 Euro und damit mehr als den reinen Silberwert.
Und eine funkelnde Brosche in Form einer Mondsichel aus Roségold und Diamanten von 1890 erzielte beachtliche 1.220 Euro.