"Bares für Rares": Horst Lichter verschlägt es nach Schätzpreis komplett die Sprache

Ausnehmend eloquent führt Horst Lichter durch die Trödelshow "Bares für Rares". Am Mittwoch musste er sich aber lange sammeln. Es ging um Geld - viel Geld.

Dass es Horst Lichter die Sprache verschlägt, passiert wahrlich nicht oft. Doch in der Mittwochsausgabe der ZDF-Trödelshow "Bares für Rares" war er verstummt. Verständlich bei dem Wert, den seine Expertin Heide Rezepa-Zabel für das imposante Armband ansetzte.
Selbst Schmuckexpertin Heide Rezepa-Zabel schien beeindruckt von dem mächtigen Klunker. Vor allem das ausladende Design und die Menge an Diamanten und Brillanten schienen ihr sehr zu gefallen. Natalie Fischer und Norbert Seus aus Höhr-Grenzhausen in Rheinland-Pfalz sollten das Stück für eine gute Freundin verkaufen.
"Wir haben hier eine Modellage aus Brillanten und Achtkant-Diamanten", referierte die Fachfrau begeistert. "Insgesamt rechnen sich hier an Punktsteinen etwa 13,5 Karat plus der Stein in der Mitte mit 0,75 Karat." Das klang auch für den Laien nicht nach Pappenstiel.
Blieb die Frage offen: Wie hoch war der Wunschpreis für das gute Stück? "7.000 Euro", gab das Paar den Wunsch ihrer guten Freundin weiter. "Das ist natürlich mächtig viel Kohle", fügte Lichter hinzu. Doch die Schätzung der Expertin Rezepa-Zabel erbrachte eine andere Summe.
Allein der Materialwert war deutlich höher. Den Platin-Wert taxierte die Expertin auf 1.500 Euro und die Edelsteine insgesamt auf 11.500 Euro. "Dazu kommt noch der wunderbare Entwurf sowie das Alter, und deshalb würde ich das Stück auf 18.000 bis 20.000 Euro schätzen."
Dieser immens hohe Schätzwert ließ Horst Lichter verstummen. Er konnte nur noch in die Hände klatschen und die Augen weit aufreißen. "Na, dann gib mir mal das Kärtchen!", fand die Verkäuferin als Erste die Sprache wieder. Seinen Humor hatte Lichter immerhin nicht verloren, denn danach fing er laut an zu lachen.
"Leck mich de Söck", waren Lichters erste Worte, als er seine Stimme wiederfand. Für so viel Geld werden nicht viele Objekte in seiner TV-Sendung gehandelt. Zum Schluss wollte er das Armband wenigstens einmal angefasst haben, denn so etwas Wertvollen kriegt auch Lichter nicht oft auf den Expertentisch gelegt.
Als Händler Wolfgang Pauritsch die Schmuckschatulle öffnete, erhielt Fabian Kahl einen Blick auf das Armband: "Das sieht gut aus!", waren seine ersten Worte, gefolgt von: "Ich bin raus!" Offenbar war das Armband zu kostbar für seinen Geldbeutel. Doch welcher Händler konnte sich das teure Schmuckstück leisten?
Ludwig Hofmaier (rechts) sah das anders als Kahl (Mitte): "Ich bin noch drin!" Wolfgang Pauritsch (links) wollte sofort die Karatzahl wissen. Er schätzte 18. Doch auch die 14,25 Karat aus der Expertise ließen die Händler staunen. Auch von der guten Qualität der Arbeit und der Reinheit der Steine waren alle begeistert.
Pauritsch gab als Erster ein Gebot für dieses "außergewöhnliche" Stück ab. Doch seine 4.000 Euro wurden schnell von Hofmaier mit 6.000 Euro überboten. Den von der Expertin genannten Materialwert von 13.000 Euro bezweifelte Pauritsch jedoch. Mehr als 7.000 Euro wollte er nicht bieten.
Auch Händlerin Susanne Steiger sah das Armband etwas kritisch: "Auch wenn der Schmuck super schön ist, trägt das nicht jeder. Das Band ist auffällig und nicht für den Alltag geeignet. Das muss man erst mal verkauft kriegen. Mein erstes und letztes Gebot sind 10.000 Euro!" Doch das war den Verkäufern zu niedrig.
500 Euro mehr forderte das Paar, und daran sollte es laut Steiger am Ende nicht scheitern. "Das ist eine Wucht!", applaudierten die Händlerkollegen neidlos, während die neue Besitzerin die Scheine zählte. 3.500 Euro hatte sie bar dabei, der Rest wurde überwiesen.
Ebenfalls über den Händlertisch ging am Mittwoch bei "Bares für Rares" ein besonders schönes Fischvorlegebesteck aus 800er-Silber mit teilweiser Vergoldung. Das Besteck um 1890 bis 1910 hatte die Verkäuferin für lediglich 5 Euro auf dem Flohmarkt erworben. Nun erhielt sie 200 Euro von Wolfgang Pauritsch.
Eine Puppe von Simon & Halbig aus Biskuitporzellan und Echthaar aus der Zeit um 1910 ging für 110 Euro an Händler Ludwig Hofmaier.