Gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen: Nach dem Doppelkorb im "Bachelor"-Finale sehen sich Sebastian Preuss und die verschmähten Diana und Wioleta im obligatorischen After-Show-Randale-Talk mit Frauke Ludowig zum ersten Mal wieder. Doch so pikant die Ausgangslage auch war – beim Wiedersehen ist einfach niemand mehr auf den anderen böse.

Christian Vock
Eine Kritik
von Christian Vock

Mehr Unterhaltungs-Themen finden Sie hier

Es gibt nicht viele Situationen im Leben, in denen die Handlungsoptionen ganz klar vorgegeben sind. Beim Fahrstuhlfahren vielleicht: rauf oder runter. Oder beim Fußball: Tor oder nicht. Auch beim "Bachelor" gibt es eigentlich nicht allzu viele Möglichkeiten: Rose oder keine Rose. Eigentlich.

Denn der aktuelle Bachelor Sebastian Preuss hat in seinem Finale noch eine dritte Möglichkeit aus seiner Sakko-Tasche gezaubert: überhaupt keine Rose. Weil beide Kandidatinnen nicht passten, entschied sich Preuss, weder Wioleta noch Diana eine Rose zu geben.

Während Wioleta die Abfuhr einigermaßen gefasst nahm, wollte Diana möglichst noch in der Show mit Sebastian abschließen: "Du musst nichts mehr sagen. Es ist an dieser Stelle gelaufen. Wir werden nie wieder in diesem Leben etwas miteinander zu tun haben. Deswegen glaube ich, brauchen wir hier keine Energie mehr reinzustecken." Brauchte Diana aber doch.

Denn so schnell lässt RTL seine nun ehemaligen Kandidaten nicht aus. Schließlich steht nach jeder "Bachelor"-Staffel immer noch das traditionelle In-alten-Geschichten-Rühren mit Frauke Ludowig an, das in diesem Jahr nach Preuss' Husarenstreich besonders interessant werden dürfte. Wurde es aber nicht.

Sebastian Preuss musste viel Kritik einstecken

Erst einmal bittet Ludowig Sebastian zum Einzelinterview und geht mit ihm noch einmal die wichtigsten Eckpunkte der Staffel durch. Zum Beispiel den Vorwurf, er habe mal jemanden mit einem Schwan vertrimmt. Hier beteuert Sebastian immer noch seine Unschuld: "Ich bin kein Tierquäler. Ich würde den Menschen auch verachten, der wo sowas macht."

Dass er aber während der Show in der Außendarstellung wegen seines Verhaltens gegenüber den Frauen nicht immer eine glückliche Figur gemacht hat, gibt Preuss zu: "Ich kann's nachvollziehen." Vor allem die Situation, als Linda ihn nicht küssen wollte und im Anschluss keine Rose bekam, hänge ihm noch im Anzug.

So richtig angefasst zeigt sich Preuss aber, als er von Folgen seiner Teilnahme berichtet. "Natürlich hab ich versucht alles zu ignorieren, was negativ auf mich eingeprasselt ist."

Seiner Mutter sei es ganz schlecht mit der Kritik an ihm gegangen, und auch an anderer Stelle kriselte es: "Ich hab' Sponsoren verloren, ich habe eine Zusammenarbeit für schwer erziehbare Jugendliche verloren. Die Einrichtung möchte nicht mehr mit mir zusammenarbeiten", erzählt Preuss und muss mehrere Momente lang mit den Tränen kämpfen.

"So beleidigt zu werden für Sachen, die nicht geschehen sind. Es ist übel. Ich muss mich vor meinen Mitarbeitern rechtfertigen. Ich hab' so was noch nie erlebt", erzählt Preuss, will aber die Dinge wieder gerade biegen.

Da passt es natürlich, dass kurz darauf Wioleta und Diana ins Studio gebeten werden, aber zumindest zwischen den Dreien muss nichts gerade gebogen werden. Stattdessen geben Sie noch einmal Einblick in die entscheidenden Minuten: "Während meiner Rede war ich die ganze Zeit am Überlegen, soll ich ihr die Rose geben oder soll ich sie ihr nicht geben", erzählt Preuss darüber, dass die Entscheidung gegen Diana erst auf den letzten Drücker gefallen ist.

Sebastian Preuss: "Ich wollte mich verlieben"

Die Geschmähte hegt aber keinerlei Groll mehr gegen Preuss. "Es ist ja viel Zeit vergangen und ich bin ja auch nicht böse. (…) Ich bin drüber hinweg." Trotzdem hätte sie gerne die Chance bekommen, die Sache doch einmal auszuprobieren.

Von dieser Front ist also kein Krawall mehr zu erwarten, also probiert es Ludowig mit Desiree und Jenny-Jasmin, die eine Drittplatzierte, die andere der emotionale Lautsprecher der Staffel. Doch auch diese beiden wollen einfach kein schlechtes Wort verlieren.

Nun greift Ludowig zum vorletzten Mittel, um doch noch ein bisschen Streit zu provozieren und spielt den Anwesenden noch einmal die Szenen vor, in denen die Damen in Mexiko ein bisschen ausfällig gegenüber der Konkurrenz geworden sind.

"Die Königin der derben Sprüche warst ja du, Diana", versucht es Ludowig bei der Kölnerin, aber die bleibt entspannt: "Es ist eine Extremsituation. Da bist du vielleicht noch ein bisschen forscher. Ich haue Sachen raus. Ich sage das, was ich denke. (...) Ich sehe es nicht so eng", erklärt Diana und entschuldigt sich noch während des Einspielers bei Wioleta für einen Spruch.

Preuss über Kuss-Orgien: "Ich wollte mich verlieben"

Also wieder keine Bambule und so soll es Linda richten. Sie war die anfängliche Favoritin, musste dann aber überraschenderweise gehen. Im Studio hakt sie noch einmal nach, warum Preuss so viele Frauen geküsst hat, denn für sie "ist Küssen was Besonderes".

"Ich wollte vorankommen, wir haben Gespräche gesucht, die Zeit hat gedrängt und ich wollte mich verlieben. Deswegen wollte ich küssen, um zu schauen: Wie ist der nächste Schritt?", rechtfertigt sich Preuss und damit war die Sache schneller erledigt, als der Bachelor "Rose" sagen kann.

Wer also gehofft hatte, dass es nach dem Doppelkorb im Finale und der einen oder anderen Episode in der Damenvilla zu dramatischen Eskalationen im Studio kommen würde, sah sich herb getäuscht. Früher war mehr Randale.