ARD feiert Jubiläum: Die bewegendsten Momente aus 70 Jahren TV-Geschichte

Sie ist der Inbegriff des deutschen Fernsehens: die ARD. Am 9. Juni feiert der Rundfunkverbund seinen 70. Geburtstag. Seit ihrer Gründung 1950 liefert die ARD Nachrichten, spannende Geschichten - aber auch ein paar Aufreger. Hier ein Rückblick auf die größten Ereignisse in der Geschichte der Arbeitsgemeinschaft. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Die ARD wurde 1950 gegründet und ist eine Abkürzung für "Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland". Die ARD bildet zusammen mit dem ZDF und dem Deutschlandradio den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland.
Die Bezeichnung "Das Erste" wurde 1963 zunächst informell eingeführt, um sich von dem neugegründeten Zweiten Deutschen Fernsehen, "Dem Zweiten", abzugrenzen. Erst im Jahr 1984 wurde der Sender in "Erstes Deutsches Fernsehen" umbenannt.
Mitte der 50er-Jahre gab es erste Versuchsprogramme, die an drei Tagen die Woche ausgestrahlt wurden. Zu Beginn bestand das Programm vor allem aus Live-Übertragungen. Highlight der damaligen Zeit: die Krönung von Queen Elisabeth II. im Jahr 1953 und die Fußball-Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz.
Im Januar 1953 begann im Abendprogramm mit "Peter und der Wolf" die Fernsehkarriere der Augsburger Puppenkiste. In den folgenden Jahren entstanden über 150 Produktionen mit den niedlichen Figuren – unter anderem "Jim Knopf" (Foto) und "Urmel aus dem Eis".
Im November 1954 ging das Fernsehprogramm "Deutsches Fernsehen" auf Sendung. 1955 feierte Robert Lembkes (Foto, r.) "Was bin ich?" Premiere. Das Beruferaten war so beliebt, dass die Sendung bis 1989 ausgestrahlt wurde.
Am 1. Mai 1956 fand der erste Eurovision Song Contest der Geschichte statt. Und natürlich wurde das musikalische Ereignis von der ARD übertragen. Bis heute hat der Grand Prix Eurovision de la Chanson dort seinen Sendeplatz. Die erste Siegerin war übrigends Lys Assia (Foto) aus der Schweiz.
1967 war es schließlich soweit: Auf der 25. Großen Deutschen Funkausstellung im August wurde das Farbfernsehen eingeführt. Der erste Film in Farbe: "Cartouche, der Bandit" (Foto, 1962). Viele bekamen es allerdings nicht mit - zu dieser Zeit besaßen nur wenige Haushalte einen Fernseher.
Bereits 1952 wurde ein Klassiker des deutschen Fernsehens geboren: die "Tagesschau". Der anfängliche Plan: Aus dem Material der bestehenden "Wochenschau" sollten ein Redakteur und zwei Cutter etwas für das Fernsehprogramm produzieren.
Zu Beginn lief die Sendung unter dem Titel "Fernseh-Filmbericht", bevor sie ihren heutigen Namen bekam. Anfangs wurden pro Woche nur drei Ausgaben gesendet, die jeweils knapp 1.000 Zuschauer erreichten. Bis Ende der 50er-Jahre bestand die "Tagesschau" nur aus Filmbildern. Erst 1959 fing man an, einen gesprochenen Text einzufügen.
Der erste Nachrichtensprecher war Karl-Heinz Köpcke. Er flimmerte knapp 30 Jahre, von 1959 bis 1987, über die Bildschirme und wurde das Gesicht der "Tagesschau".
Schnell mauserte sich die Sendung zu einer Institution. 1978 gingen die ersten "Tagesthemen" an den Start. Zu einem der bekanntesten Moderatoren wurde Hanns Joachim "Hajo" Friedrichs, der von 1985 bis 1991 durch die Sendung führte und schnell zu "Mister Tagesthemen" wurde.
Aber auch andere Moderatoren wurden im Laufe der ARD-Geschichte berühmt. Zum Beispiel Barbara Dickmann, welche 1979 als erste Frau die "Tagesthemen" moderierte. Doch nicht nur das: Sie war auch die einzige Reporterin bei der Fußball-WM in Spanien im Jahr 1982.
Ebenfalls eine Legende des ARD-TVs: Frank Elstner. Er hat über Jahrzehnte hinweg Millionen mit Shows wie "Die Montagsmaler" (Foto) und "Verstehen Sie Spaß?" begeistert.
Auch Thomas Gottschalk war häufig in der ARD zu sehen. Seine Sendungen "Szene", "Stars in der Manege" (Foto) und "Gottschalk Live" sicherten dem charmanten Blondschopf die Herzen der Zuschauer.
Gerhard Delling ist einer der langgedientesten Moderatoren bei der ARD. Seit 1987 präsentiert er die "Sportschau". Von 1998 bis 2010 analysierte er zusammen mit Günter Netzer (Foto, l.) die Spiele der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Dafür erhielt er auch den Adolf-Grimme-Preis.
Jörg Pilawa zählt ebenfalls zu einem beliebten Gesicht der ARD-Familie. 2001 wechselte er zur ARD und moderierte drei Jahre lang die Show "Herzblatt". Doch damit nicht genug: Sendungen wie "NDR Talk Show", "Das Quiz mit Jörg Pilawa" und "Quizduell" wurden zu TV-Hits.
Doch in all den Jahren des Fernsehgeschäfts gab es auch einige Aufreger. So entfachte 1975 die Berichterstattung über die Entführung des CDU-Politikers Peter Lorenz (Foto) durch Terroristen eine Debatte. Es ging darum, welche Rolle die Medien in solchen Fällen haben.
Auch wird der ARD oft unterstellt, ihre Sendungen zu stark den Wünschen der Politik und Regierung anzupassen. Die öffentlich-rechtlichen Sender finanzieren sich durch Rundfunkgebühren. Sie seien deshalb an den Staat gebunden, lautet regelmäßig der Vorwurf.
Im Jahr 2016 wurde der ARD vorgeworfen, bei Berichterstattungen zur griechischen Staatsschuldenkrise einseitig und unausgewogen berichtet zu haben. Persönliche Meinungen und Tatsachen seien für die Zuschauer nicht immer eindeutig zu trennen gewesen, hieß es.
2014 wurden Stimmen im Zusammenhang mit der Berichterstattung über den Ukraine-Konflikt laut. Auch dort soll die ARD einseitig und lückenhaft berichtet haben. Die Berichte seien "tendenziell gegen Russland" gerichtet. Chefredakteur Thomas Baumann wies die Vorwürfe zurück.