Eine Samstagabendshow wie zu den besten Zeiten von "Wetten, dass …?"- Andreas Gabalier feiert mit der "Volks-Rock'n'Roll"-Show seine TV-Premiere als Showmaster. Dafür, dass sich der selbernannte "Alpen-Elvis" die Moderation zunächst nicht zugetraut hat, hat er sich gut geschlagen – trotz des einen oder anderen Ausrutschers.

Stargäste, Live-Auftritte und sogar ein "echter" Kaiser: Andreas Gabaliers "Volks-Rock'n'Roll"-Show im Festspielhaus in Füssen erinnerte an die ganz großen Zeiten der Samstagabendshows. Der Steirer präsentierte sich gewohnt charismatisch – obwohl die Gäste dem "Alpen-Elvis" so einiges abverlangten.

Sarah Connor verdreht Gabalier den Kopf

Duett-Partnerin Sarah Connor bewies, dass hübsche Frauen sogar einem waschechten "Volks-Rock'n'Roller" den Kopf verdrehen können. Beim Auftritt lag Gabalier der blonden Pop-Diva zu Füßen. Und Sarah schien den Schlager-Star ganz offensichtlich nervös zu machen – kein Wunder bei dieser Ausstrahlung und diesem Dekolletee.

144 Minuten für die Damenwelt

Nur gut für den TV-Show-Neuling, dass ihn die übrigen Gäste weit weniger herausforderten als Sarah. Denn so konnte sich der 29-Jährige über die 144 Show-Minuten weitestgehend souverän präsentieren. Dabei bediente er sich aller Klischees, die einen "Volks-Rock'n' Roller" ausmachen – inklusive einer kreischenden Damenwelt. Für die war wohl auch der Hüftschwung gedacht, den der in die Jahre gekommene Peter Kraus gemeinsam mit dem kernigen Jung-Showmaster vorführte. Eine Einlage, die zu einem Duell der Hinternwackler im Stil von "Woki mit deim Popo" wurde. Altmeister Kraus erhielt dafür die Höchstnote zehn und bei Gabalier zeigten die sexy Mädels in der Jury allesamt die Sechs auf. "Ist das jetzt eine Note oder ein Wunsch", konterte er frech.

Musikalischer Werdegang in Schwarz-Weiß

Jemandem, der das (Damen)-Volk durch Songs wie "I sing a Liad für di", "Sweet little Rehlein" oder "Zuckerpuppe" in Ekstase versetzt, seien solche Altherren-Witze erlaubt. Doch die abendfüllende Show des ehemaligen "Musikantenstadl"-Sängers war weniger seinen Liedern gewidmet, als vielmehr seinem musikalischen Werdegang. In einem Schwarz-Weiß-Film wurde dem Publikum gezeigt, dass es auch ein Leben vor dem "Volks-Rock'n'Roll" gab. Und das ist nicht länger als fünf Jahre her. Ein Gabalier ohne Föhntolle und ohne Lederhose – so hätte er wohl keinen Erfolg gehabt.

Damals beschloss er nicht nur, seine ganz eigene "Volksnummer" durchzuziehen, sondern auch sein großes Idol Jerry Lee Lewis in Memphis zu treffen. Jetzt, als Alpen-Berühmtheit und mit einem ordentlichen Budget von ORF, SRF und der ARD ausgestattet, konnte er sich diesen Wunsch erfüllen. Im roten Mustang vorfahrend, durfte er dem Rockabilly-Star der 50er-Jahre ein Lied vorsingen und sich ein Autogramm abholen.

Gabaliers musikalische Tour führte ihn auch in die Schweiz zu Stefanie Heinzmann, nach Italien zu Zucchero und nach Irland zu Rea Garvey und Imelda Mey. Ob die Reise des "Ösi"-Idols, der mittlerweile auch die Herzen des deutschen und Schweizer Publikums erobert hat, in einer weiteren Auflage der "Volks Rock'n'Roll"-Show fortgesetzt wird, ist noch nicht klar.

Gesetzeskonforme Töchter Österreichs

Ein besonderes Highlight der Show: Kaiser Robert Heinrich I. sorgte höchstpersönlich dafür, dass Gabalier zukünftig die "richtige" Bundeshymne zum Besten gibt: "Dass er das Lied das nächste Mal richtig singe, gebe ich ihm eine Kaiserhymne mit", überreichte Diener Seyffenstein das majestätische Papier. Nicht ohne Andreas Gabalier zum Ritter des "Volks-Rock'n'Roll" zu schlagen. "In Österreich hat ja sowieso jeder Depp einen Titel. Da kommt es auf einen mehr auch nicht mehr an." Hoch lebe Gabalier, der Kaiser und der "Volks-Rock'n'Roll".