In der zweiten Ausgabe von "Alles auf Freundschaft – Die Mälzer & Sasha Show" fährt Tim Mälzer einen meckernden Zuschauer im Publikum an. Die kurze Episode zeigt, wie ehrgeizig Mälzer ist, aber auch, wie viel RTL bei dieser Show richtig gemacht hat.

Christian Vock
Eine Kritik
von Christian Vock, Freier Autor

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Die Kölner Innenstadt, die Kölner mögen es verzeihen, ist nicht die schönste Deutschlands. Aber sie ist ein Ort voller Trubel und Leben. Am vergangenen Samstag war dort ein bisschen mehr Trubel als sonst, denn die Kölner Innenstadt erhielt prominenten Besuch.

Fernsehkoch Tim Mälzer und Sänger Sasha tingelten durch die Kölner City, und sie hatten die Spendierhosen an. 90.000 Euro waren in den Taschen, die die beiden unters Volk bringen wollten, denn sie hatten am Abend zuvor 100.000 Euro bei RTLs neuer Unterhaltungsshow "Alles auf Freundschaft" gewonnen.

"Alles auf Freundschaft – Die Mälzer & Sasha Show": Spendierrunde für Kölner

Da Promis in solchen Shows eher selten das Geld behalten dürfen, waren die beiden also am Samstag auf Spendier-Tour durch Köln. 10.000 Euro hatten sie bereits in der Show der Jugendabteilung der Feuerwehr ihrer Konkurrenten zukommen lassen.

In Ausgabe zwei von "Alles auf Freundschaft" machte Mälzer dann aber seinen Fauxpas öffentlich, denn besagte Feuerwehr hat überhaupt keine Jugendabteilung – das Geld bekam sie aber trotzdem. Mit dem Rest erfreuten sie am Samstag nun die Kölner.

Einem Jungen, der in der Innenstadt Saxophon spielte, steckten sie einen Hunderter in den Koffer, anderen Menschen bezahlten sie die Einkäufe in einem Supermarkt, gaben mehrere Lokalrunden in einer Kneipe oder schenkten einer Kölner Stiftung, die sich um traumatisierte Kinder kümmert, Freizeitausrüstung und ein Auto.

In vier Taschen oder in viele?

Das waren mitunter wirklich rührende Bilder, die gleichzeitig das Dilemma, man könnte aber auch sagen, den Reiz der Show offenlegten: Wem gönnt man als Zuschauer das Geld? Den beiden sympathischen Normalo-Kandidaten im Studio oder denen, die das Geld vielleicht noch besser gebrauchen können?

Mälzer brachte das in Folge zwei am Sonntagabend auf den Punkt: "Hier geht die Kohle in vier Taschen, und dort geht sie in viele Taschen." Dementsprechend ging Mälzer die Aufgabe gegen die neuen Gegner mit dem entsprechenden Ehrgeiz an: "Du brauchst ein gewisses Feindbild."

In diesem Fall waren das Bestatter Tim und Beamter Daniel, ebenfalls zwei beste Freunde, die den Abend nicht weniger ehrgeizig angehen als Mälzer: "Wir wollen sie nicht ganz unter die Erde bringen, aber nah dran."

In diesem Geist geht es dann in die Spiele des Abends. Die Regeln sind die gleichen wie in der Auftaktausgabe vom Freitag: Vor jedem Spiel setzt jedes Freundespaar Casino-Chips in unterschiedlicher Höhe, der Gewinner erhält sowohl die Chips, als auch die gesetzten Beträge beider Teams.

Im Finale stellt Moderator Steffen Hallaschka dann eine einzige Frage und gibt verschiedene Antwortmöglichkeiten vor. Die beiden Teams setzen nun die erspielten Chips auf die verschiedenen Antwortmöglichkeiten.

Wer den höheren Betrag auf die richtige Antwort gesetzt hat, gewinnt 100.000 Euro, die Tim und Daniel behalten, Mälzer und Sasha hingegen wieder unters Volk bringen dürfen.

Tim Mälzer: "Digger, es geht um 100.000 Euro!"

Also zocken die Teams wieder in allerlei Geschicklichkeits-, Gesellschafts-, Sport- und Rate-Spielchen: Sonntagsmaler, Tischtennisball-Schnappen, Türmchen stapeln, Puste-Parcours und Ähnliches. Für den humoristischen Höhepunkt sorgen dabei Sasha und Mälzer – der eine freiwillig, der andere nicht.

Bei einem Fußballspiel, bei dem die Spieler mit umgedrehten Ferngläsern vor den Augen kicken müssen, knallt Mälzer bei einer Aktion gegen den Pfosten und reißt dabei das ganze Tor um, das über ihm zusammenfällt. Dabei rutscht dem zu Boden stürzenden Mälzer die Hose nach unten, so dass für einen kurzen Moment der obere Rand von Mälzers Hintern zu sehen ist.

Für Teamkollegen Sasha ein willkommener Anlass für ein bisschen Spott. Als er die Bilder in der Zeitlupe sieht, gibt es ein kleines Ständchen für Mälzer: "Ich seh', ich seh' dein Maurer-Dekolleté."

Mälzer zu Zuschauer: "Stell' dich doch selber dahin!"

Mälzer nimmt die Frotzelei mit Größe. Ein bisschen später zeigt er sich weniger gelassen. Als er sich nach dem Turmstapeln über die Regeln aufregt, gibt es Buhrufe aus dem Publikum. Für Mälzer zu viel: "Stell' dich doch selber dahin!", fährt der Koch einen Zuschauer an und erklärt auch gleich, warum: "Digger, es geht um 100.000 Euro! Da darf man das Ganze ein bisschen ernst nehmen."

Besser hätte es für RTL gar nicht laufen können, denn das kurze Intermezzo zeigt, mit wie viel Leidenschaft Mälzer hier bei der Sache ist. Etwas, das anderen Promi-Shows manchmal fehlt. Dazu sympathische Kandidaten, ein launiger Sasha, spannende Spielchen und ein solider Moderator - "Alles auf Freundschaft" funktioniert.

Nicht weniger gut funktioniert die Idee, mit einer einzigen Finalfrage die Machtverhältnisse noch einmal umzukehren. "Wie oft passt die Gesamtfläche von Deutschland komplett in die Gesamtfläche der Vereinigten Staaten von Amerika?", will Hallaschka von beiden Teams wissen.

Tim und Daniel setzen am Ende 1.500 Euro mehr auf die richtige Antwort, nämlich 27. Damit gehen die 100.000 Euro am Ende in nur vier Taschen.

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