Winona Ryder wird 48: Vom Blumenkind zur Leinwandheldin

Große Rehaugen, feine Gesichtszüge – so lieben die Fans die Schauspielerin, die es fast nicht auf die große Leinwand geschafft hätte. Heute ist Winona Ryder trotz einiger Rückschläge und Skandale nicht mehr aus der Branche wegzudenken. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Winona Ryder wurde in eine echte Hippie-Familie geboren. Mit sieben Jahren zog sie gemeinsam mit ihren Eltern und den Geschwistern Yuri, Sunyata und Jubal in eine Kommune. Doch der kleinen Winona fiel es nicht leicht, sich anzupassen. Erst ein Umzug nach San Francisco ermöglichte es ihr, sich ihren großen Traum zu erfüllen: Schauspielerin werden. Schon nach einem Jahr wurde sie während einer Theateraufführung entdeckt und sicherte sich ihre erste Nebenrolle in David Seltzers "Lucas" (Foto), der 1986 in die Kinos kam.
Dank "Lucas“ wurde einer der ganz großen Regisseure auf sie aufmerksam: Tim Burton besetzte sie in seinem Film "Beetlejuice“ (1988). In der Komödie spielte sie neben Michael Keaton (li.) Lydia Deetz, die mit ihrer Familie in ein Haus zieht, welches von Geistern (gespielt von Geena Davis, Alec Baldwin und Michael Keaton) bewohnt wird. Ryder wie auch der Film wurden positiv bewertet und "Beetlejuice“ wurde zum Erfolg an den Kinokassen.
Ihren endgültigen Durchbruch als Schauspielerin hat sie ebenfalls Tim Burton zu verdanken. Der besetzte seine Neuentdeckung in "Edward mit den Scherenhänden“ (1990). Doch am Set des schrägen Films winkten nicht nur Ruhm und Erfolg, sondern auch die erste große Liebe, denn ...
... hier begegnete Winona Ryder dem Hollywood-Rebellen Johnny Depp. Schon ein Jahr später wurde die Verlobung bekanntgegeben. "Er war mein ein und alles!", schwärmte die junge Schauspielerin über die Beziehung, die jedoch nur vier Jahre hielt.
Ebenfalls 1990 war sie neben Cher und Christina Ricci in der Familienkomödie "Meerjungfrauen küssen besser" zu sehen. Für den Film wurde sie als beste Nebendarstellerin für einen Golden Globe nominiert.
In den folgenden Jahren wurde Ryder zum absoluten Leinwandliebling und drehte pro Jahr mindestens einen Film. Nach "Night on Earth“ (1991) folgte 1992 mit "Bram Stoker’s Dracula“ (Foto) mit Anthony Hopkins, Keanu Reeves, Gary Oldman und Richard E. Grant ein Film, der bis heute als Klassiker gilt. Ryder spielte darin in einer Doppelrolle sowohl Mina Murray als auch Elisabeta. Bei der Oscarverleihung sahnte der Streifen drei Goldjungen ab.
Sie kann auch sexy: 1993 war sie als Blanca in der Buchverfilmung von "Das Geisterhaus" an der Seite von Antonio Banderas (re.), Meryl Streep und Glenn Close zu sehen. In demselben Jahr sollte einer ihrer erfolgreichsten Streifen folgen.
Für ihren Erfolg im Scorsese-Meisterwerk "Zeit der Unschuld", in dem sie an der Seite von Michelle Pfeiffer (li.) und Geraldine Chaplin (Mitte) brillierte, durfte sie sich über eine Oscar-Nominierung und einen Golden Globe freuen.
Eine weitere Oscar-Nominierung erhielt sie 1994 für die Rolle als Jo in dem Drama "Betty und ihre Schwestern“ (Foto). Danach wurde Ryder durch "Hexenjagd“ (1996), "Alien – Die Wiedergeburt“ (1997) oder Woody Allens "Celebrity – Schön. Reich. Berühmt“ (1998) auch mit eher durchwachsen erfolgreichen Filmen in Verbindung gebracht.
1999 war sie als Psychotherapiepatientin mit Borderline-Störung im Drama "Durchgeknallt“ zu sehen. Der Film sollte nach den Flops der vergangenen Jahre Ryders kleines Comeback in Hollywood werden - verhalf jedoch Filmkollegin Angelina Jolie (re.) zum Durchbruch, die mit einem Oscar ausgezeichnet wurde.
Doch der Ruhm hatte auch seine Schattenseiten. Seit Jahren litt Ryder schon unter der Aufdringlichkeit der Paparazzi. 2001 wurde sie im Edelkaufhaus Saks beim Ladendiebstahl ertappt. Wegen Diebstahls von Kleidern im Wert von 5.000 US-Dollar und illegalen Besitzes verschreibungspflichtiger Medikamente landete Winona Ryder vor Gericht. Sie wurde zu drei Jahren auf Bewährung und 480 Stunden gemeinnützige Arbeit verurteilt. Der Prozess versetzte ihrer Karriere einen gehörigen Dämpfer, die guten Rollen blieben aus.
Erst ab 2006 stand sie wieder vermehrt vor der Kamera und war in der Romanverfilmung "A Scanner Darky" (2006) mit Keanu Reeves (li.) und 2009 als Spocks Mutter in J.J. Abrams‘ "Star Trek“ zu sehen. Das Prequel ließ die Kinokassen klingeln und Ryder erntete einen Scream Award für den besten Gastauftritt.
Dank ihrer Rollen in "Pippa Lee“ (2009) und als abgehalfterte Ballerina in Darren Aronofskys Psychothriller "Black Swan" (re.) eroberte sie die Herzen der Fans mit der Zeit zurück. Es folgten endlich wieder regelmäßige Produktionen wie 2011 "Dickste Freunde“, 2012 "The Iceman“ und "The Letter“, sowie 2013 "Homefront“.
Wieder endgültig im Filmgeschäft angekommen ist sie jedoch nicht mithilfe eines Blockbusters – sondern in ihrer Hauptrolle der Joyce Byers in der Netflix-Serie "Strangers Things“. Heute scheint Ryder bei sich angekommen zu sein. In einem Interview sagte sie: "Die Wahrheit ist: Ich liebe die Schauspielerei, aber ich will kein Filmstar mehr sein. Ich will das Recht haben zu sagen: Mein Leben gehört mir." Ihren Ehrentag kann sie also fernab vom Showbiz mit ihrem Freund, dem Modedesigner Scott Mackinlay Hahn, feiern.