Uwe Ochsenknecht wird 65: Das bewegte Leben des beliebten Schauspielers

Seit den frühen 1980er Jahren zählt Uwe Ochsenknecht zu den beliebtesten Schauspielern Deutschlands und hat in so vielen Filmen mitgespielt wie kaum ein anderer. Am 7. Januar feiert das Ausnahmetalent seinen 65. Geburtstag. Aus diesem Anlass blicken wir auf seine erfolgreiche Karriere und ein turbulentes Leben zurück. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Uwe Ochsenknecht (m.) wurde 1956 in der hessischen Gemeinde Biblis als Sohn eines ausgebildeten Opernsängers und einer Hausfrau geboren. Bereits als Zehnjähriger sang Ochsenknecht im Opernchor und interessierte sich für das Theater. Dabei blieb die Schule auf der Strecke: Er wurde dreimal nicht versetzt, weshalb er mit 15 Jahren das Gymnasium verlassen musste. Doch er holte den Hauptschulabschluss nach und wurde mit 17 an der Bochumer Schauspielschule angenommen.
Ab 1972 nahm er mehrere Theaterengagements an - unter anderem am Schauspielhaus Hamburg und am Schauspielhaus Bochum. Schließlich folgten Mitte der 1970er die ersten TV-Rollen. Danach ging es steil bergauf: 1981 gelang ihm mit Wolfgang Petersens Film "Das Boot" (Bild), in dem er den Bootsmann Lamprecht mimte, der Durchbruch.
1985 folgte mit Doris Dörries Komödie "Männer" der nächste Knaller mit Uwe Ochsenknecht. Er verkörperte darin an der Seite von Heiner Lauterbach den untreuen und ehrgeizigen Verpackungsdesigner Julian Armbrust.
In Helmut Dietls oscarnominierter Satire "Schtonk!" gab er 1992 den Hitler-Tagebuch-Fälscher Fritz Knobel zum Besten. Hier im Bild mit Götz George, der den Skandalreporter Hermann Willié im Film spielte.
In den 1990er Jahren folgten zahlreiche Fernsehserien, TV- und Kinofilme. So spielte er 1993 Ludwig von Baden in "Kaspar Hauser" und 1996 Burton in der Komödie "Honigmond" (Bild), der allerdings an den Kinokassen floppte.
1999 erhielt Ochsenknecht für seine Hauptrolle als Kutte tragender Schalke-Fan Hans Pollak in "Fußball ist unser Leben" den Bayerischen Filmpreis. 2000 folgte für dieselbe Rolle der Deutsche Filmpreis als Bester Hauptdarsteller.
Mit der Musik baute sich Ochsenknecht Anfang der 1990er Jahre ein zweites Standbein auf, der große Durchbruch gelang ihm allerdings nie. Inzwischen hat er mehrere Alben veröffentlicht, unter anderem als Sänger der Band The Screen.
Privat fand er 1993 sein Glück: Ochsenknecht heiratete das Model Natascha, mit dem er bis zur Trennung im Jahr 2009 in München zusammenlebte. Aus der Ehe stammen die Söhne Wilson Gonzalez (l.) und Jimi Blue (2.v.r.) sowie Tochter Cheyenne Savannah. 2012 wurde die Ehe des einstigen Traumpaares geschieden.
Doch Uwe Ochsenknecht hat noch einen Sohn: Rocco Stark (2.v.r.) stammt aus seiner früheren Verbindung mit der Künstlerin Rosana della Porta.
2001 folgte eine weitere Auszeichnung: Uwe Ochsenknecht wurde für seine Darbietung des Johann "Hans" Ferbach im Fernsehfilm "Vera Brühne" mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet.
Seine Söhne Jimi Blue (r.) und Wilson Gonzalez (l.) traten in Ochsenknechts Fußstapfen und wurden durch die "Die Wilden Kerle"-Filmreihe (2003-2008) zu absoluten Teenie-Stars. Auch Vater Uwe war darin zu sehen.
Immer wieder treibt es Ochsenknecht zurück auf die Theater- und Musicalbühne. So spielte er 2009 im Musical "Hairspray" die Rolle der Edna Turnblad im Kölner Musical Dome. In weibliche Rollen zu schlüpfen, ist für den erfahrenen Schauspieler kein Problem.
Auch 2012 zog es ihn auf die Bühne: Er ging mit Peter Maffays (2.v.l.) Musical "Tabaluga und die Zeichen der Zeit" auf Tour, wo er in die Rolle der Kameliendame schlüpfte.
Seine Liebe fürs Theaterspielen trieb ihn zu den Nibelungenfestspielen in Worms, wo er im Juli 2016 die Hauptrolle des tödlich erkrankten Produzenten Konstantin Trauer übernahm.
Aber er kann auch lustig: So wirkte Ochsenknecht 2011 in der Mediensatire "Das große Comeback" mit. Darin schlüpfte er in die Rolle des Hansi Haller, der ein Comeback als Schlagersänger versucht. Der Film war 2012 sogar für den Grimme-Preis nominiert.
Im TV ist Ochsenknecht längst eine feste Größe. So hatte er über die Jahre immer wieder Rollen in verschiedenen Fernsehserien und verkörperte etwa von 2010 bis 2016 an der Seite von Diana Amft (r.) den Polizeihauptkommissar Robert Killmer in der ARD-Krimireihe "Der Bulle und das Landei".
In der ZDF-Serie "Familie Bundschuh" ist Ochsenknecht seit 2015 als Atemtherapeut Herr Mussorski zu sehen, dessen Klientin und Nachbarin Gundula Bundschuh von Andrea Sawatzki (l.) gespielt wird.
Orange steht ihm gut: Seit 2019 übernimmt er in der ARD-Produktion "Die Drei von der Müllabfuhr" eine der Hauptrollen. Als Müllmann Werner Träsch erlebt er mit seinen zwei Arbeitskollegen einiges auf den Straßen Berlins.
Auch in Kinofilmen ist Uwe Ochsenknecht immer wieder zu sehen, mal in der Hauptrolle, mal als Nebencharakter. 2016 spielte er in "Willkommen bei den Hartmanns" neben Heiner Lauterbach den Schönheitschirurg Dr. Sascha Heinrich.
In der Verfilmung des Udo-Jürgens-Musicals "Ich war noch niemals in New York" stand er 2019 neben Heike Makatsch und Moritz Bleibtreu in der Rolle des Eintänzers Otto vor der Kamera.