Thomas Hitzlsperger, Ellen Page & Co.: Coming-outs mit Seltenheitswert

2014 outete sich Thomas Hitzlsperger als homosexuell. Im deutschen Profifußball war das ein Novum. Homosexualität ist besonders im Sport noch immer tabuisiert. Wir werfen einen Blick auf Stars, deren Comig-Out mehr bedeutet als ein Einblick in ihr Privatleben.

Thomas Hitzlsperger trat im Januar 2014 an die Öffentlichkeit, um sich zu outen. Im Profifußball würde Homosexualität einfach ignoriert, so der Ex-Fußballprofi. Weil er die Diskussion über Homosexualität unter Profisportlern voranbringen wollte, entschied er sich, offen darüber zu sprechen. Diese Sportler und Promis taten es ihm gleich...
Auch im American Football outete sich 2014 ein Spieler. Michael Sam sprach mit der "New York Times" über seine Homosexualität. Nicht nur im Fußball wurde und wird Homosexualität tabuisiert. Dass Michael Sam für sein Outing positive Resonanz erntete, zeigt auch der Anstieg seiner Twitter-Fans. Nach nur wenigen Stunden hatte er 18.000 neue Follower.
Der australische Schwimmprofi Ian Thorpe hielt seine sexuelle Ausrichtung trotz immer wieder aufkeimender Gerüchte geheim. Schließlich outete er sich in einem TV-Interview mit dem australischen Sender "Channel 10". "Ich bin ein schwuler Mann und ich möchte nicht, dass junge Leute sich so fühlen müssen wie ich." Ein weiterer Schritt in Richtung Akzeptanz von Homosexualität in der Sportwelt.
NBA-Basketballer Jason Collins wollte nicht länger mit der Lüge leben. "Ich bin ein 34 Jahre alter NBA-Center, ich bin schwarz und ich bin schwul", sagte der Brooklyn Nets-Spieler der "Washington Wizard". Weiter sagte er: "Ich habe Jahre des Kummers hinter mir und sehr viel auf mich genommen, um diese Lüge zu leben." Für sein Outing gratulierte ihm US-Präsident Barack Obama.
Bei der Konferenz der Human Rights Compaign Foundation hielt Schauspielerin Ellen Page 2014 eine bewegende Rede zum Thema der Rechte von nicht-heterosexuellen Menschen. Sehr emotional sprach sie über den Kampf von jungen Menschen, mit ihrer Sexualität umzugehen. Am Ende outete sich Page selbst als lesbisch. Ihr Outing sah sie als soziale Verantwortung. Denn auch in Hollywood ist Homosexualität nicht vollständig akzeptiert.
"Prison Break"-Schauspieler Wentworth Miller hatte sein Coming-Out, als er zum internationalen Film Festival in St. Petersburg eingeladen wurde. Auf der Homepage der schwul-lesbischen Organisation GLAAD veröffentlichte er den Brief, in dem er die Einladung ablehnte: "Als schwuler Mann muss ich ablehnen", so der Schauspieler. In Russland werden Homosexuelle diskriminiert.
Nicht nur homosexuelle Stars haben mit ihren Coming-Outs eine breite Öffentlichkeit erreicht und damit auf ihre schwere Situation aufmerksam gemacht. Auch transsexuelle Stars gehen vermehrt an die Öffentlichkeit. Caitlyn Jenner, bekannt durch die Reality-TV-Serie "Keeping Up with the Kardashians", sprach 2015 über ihre Sexualität. Damals noch als Bruce Jenner, entschied sie sich, fortan als Frau zu leben.
Als homosexueller Mensch zu leben, sollte kein Kampf sein. Dies machte auch Apple-Chef Tim Cook bei seinem Coming-Out klar. "Ich habe meine Sexualität nie thematisiert. Bis jetzt. Lasst mich aber eines klar stellen: Ich bin stolz darauf, schwul zu sein. Und ich sehe meine Homosexualität als eines der größten Geschenke Gottes an", sagte er "Business Week".
Edgars Rinkevics ist der lettische Außenminister und brach mit seinem Coming-Out ein Tabu. In der Politik Lettlands hatten Outings bis dato nie stattgefunden.
"Ich bin schwul - und das ist auch gut so." Mit diesen Worten machte der heutige Berliner Oberbürgermeister Klaus Wowereit im Jahr 2001 einen großen Schritt für die Enttabuisierung von Homosexualität in der deutschen Politik.