Man sollte meinen, Schauspielerin Leah Remini will nach ihrem Ausstieg bei Scientology nichts mehr mit der Sekte zu tun haben. Doch weit gefehlt: Jetzt legt sich die Schauspielerin offenbar erst richtig mit der umstrittenen Organisation an und schaltet sogar die Polizei ein.

Vor rund einem Monat machte "King of Queens"-Star Leah Remini Schlagzeilen, weil sie nach mehr als 30 Jahren ihren Ausstieg von Scientology erklärt hatte. Einer der Gründe für ihre Abkehr von der Organisation war das angebliche Verschwinden der Ehefrau des Sektenchefs David Miscavige.

Über den Verbleib von Shelly Miscavige ist wenig bekannt, sie ist offensichtlich seit knapp sechs Jahren nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen worden. Seit geraumer Zeit halten sich daher Gerüchte, dass Miscavige seine Frau auf das Gelände der euphemistisch benannten "Church of Spiritual Technology" im kalifornischen Hinterland abgeschoben hat. Dort soll sie gemeinsam mit anderen als gefährlich eingestuften Mitgliedern von der Außenwelt abgeschottet werden. Scientology-Sprecher verneinen das natürlich vehement, erst im vergangen Jahr ließen Anwälte die US-Zeitschrift "Us Weekly" wissen, dass alle Berichte über ein angebliches Verschwinden von Shelly Miscavige falsch seien.

Doch Remini wollte sich mit den Beteuerungen der Sekte nicht mehr zufriedengeben. Bereits 2006 fragte sie kritisch nach, warum Shelly Miscavige nicht bei der Hochzeit von Tom Cruise und Katie Holmes zugegen war, obwohl ihr Mann David der Trauzeuge von Cruise war. Damals bekam die Schauspielerin zu hören, dass es ihr nicht zustehe, sich nach Shelly zu erkundigen - der Anfang von Reminis langem Abschied von der Sekte, der mit ihrem Ausstieg sieben Jahre später endete.

Doch auch nachdem sie endlich den Absprung von Scientology geschafft hat, lässt sie der Verbleib von Shelly Miscavige nicht ruhen. Wie der Scientology-kritische Journalist Tony Ortega auf seiner Seite "The Underground Bunker" berichtet, meldete Remini Shelly Miscavige am Mittwoch beim Los Angeles Police Department offiziell als vermisst. Das LAPD ging dem Fall auch nach, hat die Vermisstenanzeige mittlerweile aber laut "People.com" als "unbegründet" zurückgewiesen. Die Beamten hätten Shelly Miscavige angeblich mit eigenen Augen gesehen.

Dennoch bleiben Zweifel: Schließlich hat sich Shelly Miscavige noch immer nicht der Öffentlichkeit gezeigt, was der einfachste Weg wäre, die Gerüchte über ihr Verschwinden verstummen zu lassen. Quellen aus dem Umfeld der Sekte berichten zudem immer wieder über die enge Verbindung der Organisation zur Polizei. Leah Remini scheint aber fest entschlossen, Scientology nicht so einfach vom Haken zu lassen und wird sich von diesem ersten Misserfolg wahrscheinlich nicht entmutigen lassen.

(cze)