Ralph Lauren, Armani, Prada: Das sind die Gesichter hinter den Designer-Marken

Am 14. Oktober feiert der US-amerikanische Designer Ralph Lauren (l.) seinen 80. Geburtstag. Bekannt wurde er in erster Linie durch Herrenmode, doch schon längst entwirft der milliardenschwere Designer auch Kleidung für Damen. Vom roten Teppich ist er nicht wegzudenken: Stars und Sternchen schwören auf seine Kreationen. Diese Gesichter verbergen sich hinter anderen Luxusmarken. © spot on news

Geboren wurde Ralph Lauren als Ralph Lifshitz im New Yorker Viertel Bronx. Aus einfachen Verhältnissen stammend, lernte er bereits als Schuljunge, für sein Geld zu arbeiten. So verkaufte er etwa bereits mit zwölf Jahren selbstgefertigte Krawatten an seine Mitschüler. In den 60er Jahren arbeitete Lauren als Verkäufer in einem Modehaus. Durch einen Kredit hatte er jedoch 1967 die Möglichkeit, eine eigene Krawattenkollektion für Polo zu entwerfen – sein Tor zum Erfolg. Hier ist der Designer mit seiner Ehefrau Ricky Anne Loew-Beer bei den Fashion Awards 2016 zu sehen.
Geboren wurde Michael Kors am 9. August 1959 auf Long Island im US-Bundesstaat New York. Neben seines Modedesign-Studiums arbeitete Kors in einer Edelboutique. Bereits zuvor hatte er sein eigenes Label "Michael Kors LLC" gegründet. Ein Studienabbruch und die Insolvenz seines zweiten Labels "Kors" folgten, taten dem Erfolg seiner Marke jedoch keinen Abbruch. Seine Designs zeichnen sich meist durch einen minimalistischen Stil aus, der Designer bevorzugt klassische Schnitte und klare Linien.
Nach einem abgebrochenen Medizinstudium schlägt sich Giorgio Armani als Schaufensterdekorateur durch, beweist aber schnell ein Händchen für Mode, sodass er zum Leiter eines Herrenbekleidungsgeschäfts aufsteigt. 1974 bringt er seine erste Kollektion heraus, sein Label gründet er ein Jahr später. Mit der Zeit entwickelt sich aus dem kleinen Modebetrieb ein gigantisches Imperium - und das, obwohl sich Armani seit jeher weigert, Englisch zu lernen. Er gilt mit einem Privatvermögen von über sieben Milliarden Dollar als einer der reichsten Menschen Italiens.
Der Italiener Riccardo Tisci führt die britische Traditionsmarke Burberry seit März 2018 als Chefdesigner. Der Neuzugang bringt ordentlich frischen Wind in das sonst eher biedere Label: mehr Streetwear-Style, mehr Gothic, mehr Rebellion. Unter seiner Regie wird auch auf den Einsatz von echtem Pelz verzichtet. Was bei seinen Designs trotzdem weiterhin nicht fehlen darf, ist natürlich das berühmte Burberry-Karomuster.
Seit den 1980er-Jahren steht ihr Name für das Schlichte und Minimalistische: Jil Sander (r.). Die deutsche Modedesignerin wird auch als "Königin den Weglassens" bezeichnet, weil sie eher auf edle Stoffe setzt als auf ausgefallene Designs. 2017 ernennt Sander das Ehepaar Lucie und Luke Meier zu ihren Kreativdirektoren. Lucie Meier war zuvor Co-Chefdesignerin bei Christian Dior.
Sie tritt ein besonderes Erbe an: Virginie Viard ist seit Februar 2019 die neue Chefdesignerin von Chanel und damit die Nachfolgerin von Karl Lagerfeld. Wie unentbehrlich Viard, die 30 Jahre lang mit dem Anfang des Jahres verstorbenen Modezar zusammenarbeitete und eine seiner engsten Vertrauten war, für Chanel wirklich ist, betonte Lagerfeld auch in der Netflix-Doku "7 Days Out": "Virginie ist die wichtigste Person hier, nicht nur für mich, sondern auch für das Atelier, für alles".
78 Jahre und kein bisschen müde: Vivienne Westwood denkt gar nicht daran, ihren Chefdesignerinnen-Posten aufgegeben. Sie hat sich mit Andreas Kronthaler lediglich ein wenig jüngere Unterstützung geholt. Ihr Label, das sie unter ihrem Namen vertreibt, steht seit 1981 für Exzentrik und Punk. Westwood denkt auch politisch, bezeichnet sich als Umweltaktivistin. Anders als die meisten ihrer Designerkollegen ruft sie immer wieder dazu auf, weniger zu kaufen und bewusster zu konsumieren.
Es war ihr Großvater, der Prada 1913 in Mailand gründete. Doch erst seine Enkelin Miuccia Prada, die 1978 das Unternehmen als Chefdesignerin übernimmt, das zuvor eher für hochwertige Koffer und Handschuhe bekannt war, bringt die nötige Farbe und den heute so beliebten Stil in die Marke. Miuccia Prada, die als Studentin in der Kommunistischen Partei Italiens aktiv war und sich bis heute als überzeugte Feministin bezeichnet, gründete zudem mit "Miu Miu" 1993 eine Zweitlinie für jüngeres Publikum.
Zwei abgebrochene Studiengänge und ein kurzer Versuch als Redakteur bei einer Frauenzeitschrift reichen für Wolfgang Joop aus, um zu erkennen, dass er seine eigene Sache machen muss. So gründet er 1982 ein eigenes Label. Joop! wird zur großen Designer-Überraschung und gilt bis heute als eine der erfolgreichsten deutschen Luxus-Marken. Joop, der mit seinem Ehemann in Potsdam lebt, setzt sich heute für den Tierschutz ein, obwohl es ausgerechnet eine Pelz-Kollektion war, die ihm einst in New York zum großen Durchbruch verhalf.
Tommy Hilfiger gilt als Wegbereiter des All-American-Style, der für klassisches, ordentliches und schnörkelloses Design steht. Die "Preppy-Looks", in denen sich auch immer wieder die Farben der amerikanischen Flagge wiederfinden, sind vor allem bei jüngeren, eher konservativ eingestellten Menschen beliebt. 2005 verkauft der Designer, der einst mit 150 Euro Startkapital angefangen hat, sein Imperium für 1,6 Milliarden Dollar, bleibt aber mit vier Prozent weiterhin beteiligt.
Stefano Gabbana (l.) and Domenico Dolce – das sind die beiden Köpfe hinter dem italienischen Luxus-Label Dolce & Gabbana. Als Madonna 1990 in Cannes ein mit Edelsteinen besetztes Korsett von ihnen trägt, gelingt dem Designer-Duo vollends der Durchbruch. Mit Popstars zusammenzuarbeiten erweist sich als lukrativ, so gestalteten sie bereits Tournee-Kostüme unter anderem für Missy Elliott, Beyoncé oder Kylie Minouge.
Anthony Vaccarello, hier mit Schauspielerin Demi Moore bei der Met Gala im Mai 2019, ist bekannt für asymmetrische Designs und Rock-Chic-Looks. Seit 2016 ist der belgische Designer der kreative Kopf der französischen Traditionsmarke Yves Saint Laurent, kurz YSL. Der 36-Jährige, der vorher unter anderem bei Versace war, schaffte es innerhalb kürzester Zeit, dass die Umsätze kontinuierlich steigen.
Als Maria Grazia 2016 zur Dior-Chefdesignerin ernannt wird, ist sie die erste Frau, die in die Fußstapfen des 1957 verstorbenen Modeschöpfers Christian Dior tritt. Für das Label, das eigentlich für seine aufwendige Couture-Mode bekannt ist, entwirft sie sogleich ein T-Shirt mit dem Aufdruck "We should all be feminists", das große Aufmerksamkeit erregt. Die Frage "Was bedeutet Weiblichkeit heute?" ist ein Thema, das Grazia äußerst erfolgreich in ihre Kollektionen mit einfließen lässt.
Ebenfalls eine der einflussreichsten Frauen in der Modewelt: Donatella Versace. Seit 1997 führt sie das Erbe ihres ermordeten Bruders Gianni Versace weiter. Sie schafft es, die Marke noch bekannter, noch erfolgreicher und noch begehrenswerter zu machen. So widmet ihr Lady Gaga einen Song, der 2013 unter dem Titel "Donatella" auf dem Album "Artpop" erscheint.