Zum 55. Geburtstag: Das sind Hape Kerkelings größte Erfolge

Bestseller-Autor, Kolumnist, Kabarettist: Hape Kerkeling wird 55 und ist schon lange nicht mehr nur witzig. Er schuf die Figuren Königin Beatrix, Horst Schlämmer und das Hannilein. Zu seinem Ehrentag am 9. Dezember werfen wir einen Blick zurück auf seine größten Erfolge. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Mit der Musik- und Sketch-Show "Känguru" gelang Hans-Peter "Hape" Wilhelm Kerkeling 1985 der Durchbruch. Das Besondere an der Sendung: Die eingeladenen Gäste aus dem Musikgeschäft (im Bild: Sängerin Kim Wilde) wurden in die witzigen Darbietungen eingebunden.
1989 kreierte Kerkeling als Co-Autor das Comedy-Format "Total Normal", das später mit dem Bayerischen Fernsehpreis, der Goldenen Kamera und dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet wurde. Unvergessen sind zwei Folgen der Sendung. 1991 gelang es dem Entertainer, als niederländische Königin Beatrix verkleidet vor Schloss Bellevue vorzufahren. Er schaffte es sogar beinahe bis zum Mittagessen mit Bundespräsident Richard von Weizsäcker.
Wenig später trug er vor Live-Publikum in Verkleidung eines polnischen Opernsängers und mit Pianist Achim Hagemann am Klavier ein "expressives Stück" vor und rief dabei immer wieder laut "Hurz!". Die unwissenden Zuschauer bemühten sich anschließend, die Darbietung ernsthaft zu bewerten. Eine Zuschauerin bezeichnete das Stück allerdings als "komisch", woraufhin Kerkeling hochnäsig erklärte, ihr fehle wohl der "intellektuelle Zugang".
Er hat Rücken: Im Rahmen der RTL-Sendung "Hape trifft!", die von 2005 bis 2006 über die TV-Bildschirme flimmerte, erfand der Entertainer die Kunstfigur Horst Schlämmer. Als rasender Reporter des Grevenbroicher Tageblatts begeisterte Kerkeling 2006 und 2011 sogar die Zuschauer der Samstagabend-Show "Wetten, dass.. ?".
Eine weitere "Hape trifft!"-Kunstfigur, die im Gedächtnis blieb, war die Paartherapeutin Evje van Dampen. Die resolute Mittvierzigerin aus Rotterdam ist auch unter dem Namen "Mutter Teresa der lebensabschnittspartnerschaftlichen Beziehungsarbeit" bekannt.
2006 nahm der Komiker während des Promi-Specials der Sendung "Wer wird Millionär?" kurzerhand den Stuhl von Moderator Günther Jauch in Beschlag und erspielte mit ihm gemeinsam 500.000 Euro für die Deutsche AIDS-Stiftung. Für den Auftritt, bei dem Kerkeling auch als Horst Schlämmer in Erscheinung trat, erhielten er und Jauch den Deutschen Fernsehpreis. Zusätzlich bekam Kerkeling den Sonderpreis des Deutschen Comedypreises verliehen.
Im Jahr 2006 veröffentlichte der Entertainer seinen Reisebericht "Ich bin dann mal weg - Meine Reise auf dem Jakobsweg". Darin beschreibt Kerkeling seine Pilgerreise nach Santiago de Compostela im Jahr 2001. Das Buch wurde zum absoluten Verkaufsschlager und konnte sich insgesamt 103 Wochen auf Platz eins der Spiegel-Bestsellerliste halten. Im Jahr 2015 folgte eine Kino-Verfilmung mit Devid Striesow in der Hauptrolle.
Eine weitere Kunstfigur des Komikers aus Recklinghausen schaffte es ebenfalls bis ins Samstagabendprogramm. Am 28. Februar 2009 trat Kerkeling als Schlager-Sängerin Uschi Blum in der Fernsehsendung "Wetten, dass..?" auf. Der Auftritt des Songs "Sklavin der Liebe" ist den Zuschauern und dem damaligen Moderator Thomas Gottschalk sicher bis heute im Gedächtnis geblieben.
Dank dem großen Kino-Erfolg des Disney-Animationsabenteuers "Die Eiskönigin - Völlig unverfroren" ist zumindest Hape Kerkelings Stimme auch jüngeren Generationen ein Begriff. Als Synchronsprecher hauchte er dem heimlichen Star des Films, dem Schneemann Olaf, 2013 Leben ein und sang zudem mit "Im Sommer" einen der einprägsamsten Lieder. Im November 2019 startete "Die Eiskönigin 2" in den deutschen Kinos.
Im Oktober 2014 trat Kerkeling erneut als Autor in Erscheinung. In seiner Autobiografie "Der Junge muss an die frische Luft – Meine Kindheit und ich" skizziert er sein Erwachsenwerden und rekapituliert berufliche Erfolge. Der Leser erfährt in dem Werk unter anderem vom Suizid seiner Mutter und Details über die Entstehung der Kunstfigur Horst Schlämmer.
Unter der Regie von Caroline Link wurde auch die Autobiografie von Hape Kerkeling von der UFA verfilmt. Mit Julius Weckauf in der Hauptrolle des jungen Hans Peter (Hape) erschien die Leinwandadaption im vergangenen Jahr. Sie wurde ebenfalls zu einem Kino-Hit und ist der besucherstärkste deutsche Film des Jahres 2018.