Von Juju 44 bis Ufo361: Ein Überblick im Zahlendschungel der Rapper-Namen

Es gibt Musiker, die haben sie, andere wollen oder brauchen sie nicht: Zahlen im Namen verraten viel über einen Künstler oder eben gar nichts. Besonders bei Rappern ist die Zahl im Namen meist Programm. Das bedeuten sie. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Juju 44 heißt eigentlich Judith Wessendorf und ist eine waschechte Berlinerin. Und woher kommen waschechte Berliner? Aus Neukölln! Der Stadtteil wurde auch Neukölln 44 genannt und zu seinen Ehren nennt sich die Musikerin mit marokkanischen Wurzeln auf Instagram "jujuvierundvierzig".
Kaum ein Künstler in Deutschland ist derzeit so angesagt wie Apache 207. Mit seinem Debütalbum "Treppenhaus" kletterte der Rapper an die Spitze der deutschen Charts. "Hoffentlich der erste Schritt einer langen, langen Karriere", erklärte Apache 207 kürzlich noch zur Veröffentlichung des Albums.
Um seinen Künstlernamen macht er aber ein großes Geheimnis. Wahrscheinlich weiß nur er selbst, was es mit der Zahl 207 auf sich hat.
Ufo361, bürgerlich Ufuk Bayraktar, ist ein Rapper mit türkischen Wurzeln, der wie Juju 44 aus Berlin stammt. Auch bei seinem Künstlernamen spielt die Postleitzahl eine wichtige Rolle: Ufo361 setzt sich aus seinem Vornamen (Ufuk) und den ehemaligen Bezirken Kreuzbergs (36/61) zusammen.
Ein Mitglied von 187 Strassenbande machte zuletzt Schlagzeilen: GZUZ, Kopf der erfolgreichen Hip-Hop-Gruppe, steht einmal mehr vor Gericht – er soll einer Frau die Nase blutig geschlagen haben. Zuvor wurde wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Waffengesetz ermittelt.
Aber auch die anderen Gruppenmitglieder kamen schon mit dem Gesetz in Konflikt: Maxwell wurde wegen Drogen- und Waffenbesitzes erst kürzlich zu einer Geldstrafe von 20.000 Euro verurteilt. Bonez MC (Bild) bekam 2014 neun Monate auf Bewährung für den Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz.
Da kommt der Band-Name nicht von ungefähr: 187 ist die Nummer des Paragraphen im kalifornischen Strafgesetzbuch, in dem Mord behandelt wird. Jugend- und andere Gangs haben die Zahl aufgegriffen und benutzen sie oft als Drohung.
Auch bei den 257ers ("Zwei-Fünf-Siebeners") ist der Name Programm: Das Rap-Duo bestehend aus Shneezin und Mike kommt aus Essen und wählte für seinen Künstlernamen – Überraschung – die Zahl 257 aus der Postleitzahl des Essener Stadtteils Kupferdreh (45257).
Auch 3Plusss kommt aus der Ruhrpott-Stadt, legt bei seiner Namenswahl aber keinen Wert auf seine Herkunft. Der Rapper benannte sich nach der Pflegestufe 3, der höchsten Stufe. Er könne sich "da irgendwie mit identifizieren, wenn eben einfach gar nichts mehr geht", gab 3Plusss einmal als Erklärung.
Natürlich dürfen Die Fantastischen Vier im Zahlendschungel der deutschen Rap-Landschaft nicht fehlen. Mit Songs wie "Troy", "Sie ist weg" und "MfG" bereichern sie seit 1989 die deutsche Hip-Hop- und Rap-Szene.
Die Zahl Vier im Namen dürfte aber wohl am einfachsten zu klären sein, denn es gibt schlicht und ergreifend vier Band-Mitglieder: Michael Bernd Schmidt alias Smudo, Thomas Dürr alias Hausmeister Thomas D und Michael Beck alias Michi Beck bzw. Dee Jot Hausmarke. Als Produzent fungiert das vierte Mitglied Andreas Rieke alias And.Ypsilon – noch Fragen?
Eins Zwo war eine aus Hamburg stammende Hip-Hop-Band bestehend aus DJ Rabauke (Thomas Jensen), dem früheren Tour-DJ bei Fettes Brot, und ...
... Dendemann (Daniel Ebel). Seit 2003 gehen sie getrennte Wege. Der Name bleibt: Eins Zwo – Eins Zwei ist so simpel wie selbsterklärend.