Nun hat sich Andreas Gabalier in die derzeit heiße österreichische Kopftuch-Debatte eingemischt. Nach einem umstrittenen Zitat von Bundespräsident Alexander Van der Bellen verspottet Gabalier ihn nun mit einem Facebook-Bild, auf dem er ein Kopftuch trägt.

Dieses Zitat sorgte für mächtig Wirbel: "Wir werden noch alle Frauen bitten müssen, Kopftuch zu tragen aus Solidarität mit jenen, die es aus religiösen Gründen tragen", hatte Bundespräsident Alexander Van der Bellen in einer Diskussion mit Schülern in Wien vergangene Woche gesagt.

Es ging dabei um die Frage, wie er sich im Zusammenhang mit vorangegangenen Übergriffen auf Frauen mit Kopftuch zu positionieren werde.

Alle Infos zu Andreas Gabalier

Der Satz rief Empörung hervor - nicht nur seitens der FPÖ. Auch muslimische Frauenrechtlerinnen warfen Van der Bellen Sexismus vor.

Andreas Gabalier prostet dem Präsidenten zu

Eine knappe Woche später mischt sich nun Austro-Rocker Andreas Gabalier in die Debatte ein - auf seine eigene Art und Weise.

Er postete am Dienstag auf Facebook ein Bild von sich, auf dem er ein Kopftuch trägt, und schrieb dazu: "Aus Solidarität unseren Frauen gegenüber".

Gabalier prostet dem Präsidenten zu und schreibt weiter: "In weiser Voraussicht auf das noch folgende Alkoholverbot aus Solidarität jenen Religionen gegenüber in denen man keinen Alkohol trinkt, habe ich heute schon einmal damit begonnen mein Verdauungsschnapserl nach meinem geliebten Schweinsbraten gegen ein Stamperl steirisches Kernöl zu ersetzen!"

Heinz-Christian Strache feiert Gabalier-Posting

Die Reaktionen auf Gabaliers Posting sind enorm. Nach nicht einmal 18 Stunden wurde das Bild knapp 70.000 mal geliked und rund 18.000 geteilt.

Unter die vielen Kommentare mischen sich allerdings auch kritische Stimmen: "... dass sie bewusst eine Aussage des Herrn Bp fehlinterpretieren (aber vielleicht haben sie den Zusammenhang wirklich nicht kapiert?) und damit Ressentiments schüren, zeigt wieder einmal ihr geistiges Spektrum! Es ist reicht halt nicht über ein Stamperl Kernöl hinaus!! Oh du geistig armes Österreich!!"

Lob kam dagegen von der FPÖ. Deren Parteichef Heinz-Christian Strache teilte das Foto auf seiner Seite mit der Bemerkung, auch "unser Volks Rock'n'Roller" setze sich "kritisch-ironisch" mit dem Kopftuch-Zitat auseinander.

Andreas Gabalier wird nicht das erste Mal politisch

Gabalier ist bekannt dafür, mit seinen politischen Einstellungen nicht hinterm Berg zu halten. Zwar betonte er immer wieder, nicht ins rechte Eck gestellt werden zu wollen, dennoch erntet er gerade von der FPÖ immer wieder Applaus für seine Meinungsbekundungen.

Für Wirbel sorgte er etwa 2014, als er die Österreichische Hymne öffentlich in der alten Version mit der Zeile "Heimat bist du großer Söhne" sang. Der Text war per Gesetz zwei Jahre zuvor auf "Heimat bist du großer Töchter und Söhne" geändert worden.

Gabalier musste dafür ordentlich Kritik einstecken, forderte aber die Rückkehr zum alten Text: "Ich bin sehr für Frauenrechte. Aber dieser Gender-Wahnsinn, der in den letzten Jahren entstanden ist, muss wieder aufhören", sagte er damals in einem Interview.

Im Jahr darauf sagte er bei der Überreichung des Amadeus Awards: "Es ist nicht leicht auf dieser Welt, wenn man als Manderl heute noch auf ein Weiberl steht". Lob bekam er dafür wiederum von der FPÖ - genauso wie von Extremsportler Felix Baumgartner. (af)