Außergewöhnliche Models und ihre "Schönheitsmakel"

Von
Anika Richter

Längst sind auf den internationalen Laufstegen nicht mehr nur die typischen 90-60-90-Models mit einem scheinbar makellosem Äußeren zu sehen. Denn: Inzwischen ist hier Andersartigkeit gefragter als je zuvor. Diese zwölf Models zeigen, dass auch abseits der Norm in der Modewelt durchaus Erfolg möglich ist.

Im Alter von vier Jahren wurde bei Winnie Harlow die Hauterkrankung "Vitiligo", auch Weißfleckenkrankheit oder Scheckhaut genannt, diagnostiziert. Bekannt wurde die Kanadiern 2014 durch ihre Teilnahme an der US-Fernsehserie "America's Next Top Model". Seitdem läuft sie für Marken wie "Desigual", "Diesel" oder "Victoria's Secret".
Tobias Sorensen wurde als Kind von einem Hund angegriffen, was ihm seine charakteristische Narbe auf seiner linken Wange gab. Das dänische Model wurde in einem Bekleidungsgeschäft, in dem er arbeitete, entdeckt. Seitdem lief er unter anderem auf der "Paris Fashion Week", für "Dolce & Gabbana" und "Giorgio Armani".
Jillian Mercado leidet seit ihrer Kindheit an Muskeldystrophie und ist deshalb auf einen Rollstuhl angewiesen. Trotz ihrer körperlichen Beeinträchtigung hielt die US-Amerikanerin an ihrer Leidenschaft für Mode fest und studierte "Fashion Merchandising" in New York. Sie war unter anderem Gesicht für "Diesel" und wurde von Sängerin Beyoncé als Model für ihren Onlineshop engagiert.
Melanie Gaydos leidet unter der Erbkrankheit "Ektodermale Dysplasie", wodurch ihr unter anderem Haare und Zähne fehlen. Trotz ihres ungewöhnlichen Aussehens schaffte es das US-amerikanische Model auf die Fashion Week nach New York. Starthilfe gab ihr ein Fotograf, den sie während ihres Kunststudiums in New York kennenlernte und für den sie vor der Kamera posierte.
Lily Cole sticht mit ihrem "Mondgesicht" und ihrer roten Haarmähne aus der Masse der Durchschnitt-Models heraus. Mit 14 wurde sie von einem Scout in den Straßen von London entdeckt. Seitdem ist sie auf den Titelseiten der wichtigsten Modemagazine, wie zum Beispiel der italienischen "Vogue", zu sehen. Sie modelte außerdem schon für Labels wie "Gaultier" und "Chanel".
Der Afroamerikaner Shaun Ross hatte aufgrund seines Aussehens einen holprigen Start in die Model-Welt. Erst nachdem um 2008 die Designerin Nina Athanasiou auf ihn aufmerksam wurde, startete er als erstes professionelles Albino-Model unter anderem für das Männermagazin "GQ" und die Modezeitschrift "Italian Vogue" durch.
Nach dem Besuch einer Fashion-Show 2014 in Brisbane stand für Madeline Stuart fest: Sie wollte Model werden. Dafür nahm die junge Australierin rund 20 Kilogramm ab und konnte mithilfe einer Kampagne ihrer Mutter erste Modelaufträge ergattern. Seitdem lief sie als erstes professionelles Model mit Downsyndrom auf bekannten Fashion Weeks wie in Paris, London und Moskau.
Ihr Motto: "No legs, no limits." Kanya Sesser zeigt, dass eine erfolgreiche Modelkarriere auch ohne Beine geht. Zwar kann die Kalifornierin nicht den klassischen Catwalk laufen, dafür aber vor der Kamera als Unterwäsche- und Sport-Model umso mehr begeistern. Darüber hinaus ist sie gerne auf dem Skate- oder Surfboard unterwegs.
Mit neun Jahren Model-Schule, mit 13 den ersten Model-Vertrag und ein Jahr später schließlich der erste Laufsteg-Job. Die Model-Karriere von Tanya Dziahileva begann früh - und trotz ihres "Makels" der abstehenden Ohren auch sehr erfolgreich: Die gebürtige Weißrussin lief bereits für namenhafte Designer wie "Dior", "Jean Paul Gaultier", "Chanel", "Versace" und "Prada".
Im Alter von zwölf Jahren wurde bei Harnaam Kaur das polyzystische Ovarialsyndrom diagnostiziert. Diese Erkrankung äußert sich in Symptomen wie übermäßige Behaarung. 2014 begann die Engländerin öffentliche Interviews zum Thema Mobbing zu geben und startete als Motivationsrednerin sowie Freelance-Model durch. Knapp zwei Jahre später lief sie als erste Frau mit Bart auf der Londoner Fashion Week.
Ihre Model-Karriere startete Rebekah Marine mit 22 Jahren. Da sie ohne einen rechten Unterarm geboren wurde, bekam sie eine Prothese der Firma "TouchBionics". Dadurch bekam sie den Spitznamen "The Bionic Model". Seit 2015 war sie mehrfach auf der New York Fashion Week zu sehen. Zudem lief die US-Amerikanerin 2016 bei der "Runway of Dreams Gala" - ein Event, das das Bewusstsein für die Notwendigkeit adaptiver Kleidung stärken will.