Zwischenfall bei einem Konzert von Woody Allen in der Hamburger Elbphilharmonie: Zwei Femen-Frauen stürmen mit nacktem Oberkörper die Bühne. Hintergrund sind die Missbrauchsvorwürfe gegen den Regisseur und Musiker.

Halbnackte Aktivistinnen der Frauenrechtsgruppe Femen sind am Dienstagabend während eines Konzerts von US-Regisseur und Musiker Woody Allen (81) auf die Bühne der Hamburger Elbphilharmonie gestürmt. Das berichten "Bild" und der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag (Shz) online.

Ordner hätten die Frauen wieder nach draußen gebracht. Es habe eine Zeit lang Verwirrung geherrscht, wie mit der Situation umzugehen sei, berichtete ein Shz-Reporter. Anschließend ging das Konzert weiter.

Adoptivtochter erhob Missbrauchsvorwürfe gegen Allen

Hintergrund des Protests laut "Bild": sexuelle Missbrauchsvorwürfe gegen Allen, die dessen Adoptivtochter Dylan Farrow vor drei Jahren in einem offenen Brief erhob.

Die Femen-Aktivistinnen wollten auf der Bühne einen Brief Farrows vorlesen, wurden aber von der Security abgehalten.

Die Frauen schreiben in einer der "Bild" vorliegenden Erklärung: "Auch wenn der Fall Jahrzehnte zurück liegt, leidet Dylan (heute 31) noch immer. Missbrauch hinterlässt geschundene Körper und verletzte Seelen. Woody Allen ist nicht nur der neurotische und charmante Regisseur, Schauspieler und Musiker, sondern ein Vater, der auch gern seine Finger in seine Tochter steckt. Daran möchten wir die Welt und das jazzafine Publikum erinnern." (tfr/dpa)