Ein Jahr nach Erscheinen der kritischen Ausgabe von Adolf Hitlers Hetzschrift "Mein Kampf" ist die Edition 85.000 Mal verkauft worden.

Ende Januar soll die sechste Auflage auf den Markt kommen. "Diese Verkaufszahlen haben uns überrollt, damit konnte wirklich niemand rechnen", sagte der Direktor des Institutes für Zeitgeschichte (IfZ), Andreas Wirsching, im Interview der Deutschen Presse-Agentur in München.

Die Ausgabe, in der Hitlers Originaltext von wissenschaftlichen, einordnenden Kommentaren begleitet wird, war am 8. Januar 2016 erschienen und hatte weltweit Schlagzeilen gemacht.

Ziel des Projektes war es, denjenigen den Wind aus den Segeln zu nehmen, die das Buch nach dem Auslaufen der Urheberrechte unter Umständen unkommentiert und nicht zu wissenschaftlichen Zwecken nachdrucken wollten. "Es wäre unverantwortlich gewesen, diesen Text vagabundieren zu lassen", betonte Wirsching.

"Mein Kampf" im Schulunterricht

Die bayerische Landeszentrale für politische Bildung arbeitet derzeit an einer Schrift, wie Auszüge aus "Mein Kampf" auch für die historische Quellenarbeit im Geschichtsunterricht genutzt werden können.

"Es geht darum, sensibel mit einer schwierigen und historisch sehr belasteten Quelle umzugehen", sagte ein Sprecher des Kultusministeriums. Vor der Veröffentlichung soll der Landtag informiert werden. Einen konkreten Termin gibt es noch nicht.

Das ganze Interview mit Andreas Wirsching können Sie hier lesen © dpa