Am 13. Januar wurden die Nominierungen für die Oscars 2020 bekannt gegeben. Vier Filme stachen dabei besonders heraus: "Joker", "The Irishman", "Once Upon a Time… in Hollywood" und "1917".

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"Joker" entpuppte sich am vergangenen Montag mit elf Nominierungen als Oscar-Favorit 2020. Drei andere Filme sind ihm allerdings dicht auf den Fersen: "The Irishman", "Once Upon a Time… in Hollywood" und "1917" haben jeweils zehn Nominierungen abgestaubt. Hier erfahren Sie, um was es in den Filmen geht und in welchen Kategorien sie nominiert sind.

Der "Joker" war in elf Kategorien nominiert und stürmte als Favorit die Academy Awards. Auch "Once Upon a Time in Hollywood", "Judy" und "Marriage Story" hatten gute Chancen - doch ein Film hat die Konkurrenz ausgestochen. Der Live-Ticker zum Nachlesen.

Elf Nominierungen: "Joker" von Todd Phillips

Niemand kann ihm vorwerfen, es nicht zumindest zu probieren. Der höchst depressive Arthur Fleck (Joaquin Phoenix), von seiner kranken Mutter ironischerweise mit dem Spitznamen "Happy" gerufen, fristet sein Dasein als lebendes Werbeschild und Clown-Lachnummer.

Letzteres wäre er auch gerne freiwillig, auf der großen Bühne, als Stand-up-Komiker. "Muss man dafür nicht lustig sein?", fährt ihm seine verdutzte Mutter Penny (Frances Conroy) umgehend in die Parade, als er ihr seinen Karrierewunsch offenbart.

Nicht nur deswegen brodelt es in Arthur. Die Superreichen, allen voran die unnahbaren Waynes, scheren sich doch einen Dreck um den Pöbel Gothams, zu dem auch er und seine Mutter zählen. "Geht es nur mir so, oder wird die Welt da draußen immer verrückter?", will er von seiner Therapeutin wissen, der gerade aufgrund von Einsparungen der Laden dicht gemacht wurde.

Als er wieder einmal eines Nachts von einer Gruppe Yuppies drangsaliert wird, stellt das den letzten Tropfen dar, der das Fass des manisch lachenden, weinenden Clowns zum Überlaufen bringt - und in ungezügelter Gewalt mündet.

In diesen Kategorien nominiert:

  • Bester Film (Todd Phillips, Bradley Cooper, Emma Tillinger Koskoff)
  • Bester Hauptdarsteller (Joaquin Phoenix)
  • Beste Regie (Todd Phillips)
  • Beste Kamera (Lawrence Sher)
  • Bestes Kostümdesign (Mark Bridges)
  • Bester Schnitt (Jeff Groth)
  • Beste Filmmusik (Hildur Guðnadóttir)
  • Bestes Make-up und Beste Frisuren (Nicki Ledermann und Kay Georgiou)
  • Bester Tonschnitt (Alan Robert Murray)
  • Bester Ton (Tom Ozanich, Dean Zupancic, Tod Maitland)
  • Bestes adaptiertes Drehbuch (Todd Phillipp, Scott Silver)

Trailer zu "Joker"

"Joker" ist ab 10. Oktober in den deutschen Kinos zu sehen.

Zehn Nominierungen: "The Irishman" von Martin Scorsese

Der Ire Frank Sheeran (Robert De Niro) hat sich über Jahre hinweg einen Namen damit gemacht, Häuser "zu streichen". Nicht mit Farbe, versteht sich. Frank ist als skrupelloser Killer der Mafia berühmt-berüchtigt und streicht Wände stets blutrot.

Seine Gangsterkarriere begann früh, aber verhältnismäßig zahm: Als junger Kriegsveteran liefert er zunächst Essen aus und stibitzt Steaks, um sie unter der Hand gewinnbringend zu verticken. Lange dauert es nicht und der Mafiaboss Russell Bufalino (Joe Pesci) wird auf ihn aufmerksam. An seiner Seite reift Frank zum skrupellosen Eintreiber und Hitman, der seinem Job mit viel Inbrunst nachgeht.

Schließlich lernt Frank einen Mann namens Jimmy Hoffa (Al Pacino) kennen und schätzen. Hoffa arbeitet als Gewerkschaftsboss zunächst eng mit der Mafia zusammen und wird zu Franks zweitem Mentor. Die gute Beziehung zwischen Hoffa und Bufalino endet jedoch jäh, als Robert Kennedy zum Justizminister ernannt wird und vehement gegen Korruption vorgehen will.

Der sich für unantastbar wähnende Hoffa wendet sich von der Mafia ab und so reift dort das Bestreben, ihn verschwinden zu lassen. Der perfekte Mann für dieses Unterfangen ist in Person von Frank schnell gefunden. Es gibt nur ein Problem: Er zählt sowohl Verräter Hoffa als auch Mafiagröße Bufalino inzwischen zu seinen wenigen Freunden auf der Welt.

In diesen Kategorien nominiert:

  • Bester Film (Martin Scorsese, Robert De Niro, Jane Rosenthal, Emma Tillinger Koskoff)
  • Bester Nebendarsteller (Al Pacino)
  • Bester Nebendarsteller (Joe Pesci)
  • Beste Regie (Martin Scorsese)
  • Beste Kamera (Rodrigo Prieto)
  • Bestes Kostümdesign (Sandy Powell, Christopher Peterson)
  • Bester Schnitt (Thelma Schoonmaker)
  • Bestes Szenenbild (Bob Shaw, Regina Graves)
  • Beste visuelle Effekte (Pablo Helman, Leandro Estebecorena, Nelson Sepulveda-Fauser, Stephane Grabli)
  • Bestes adaptiertes Drehbuch (Steven Zaillian)

Trailer zu "The Irishman"

"The Irishman" ist ab 14. November 2019 in den deutschen Kinos zu sehen. © YouTube

Zehn Nominierungen: "Once Upon a Time… in Hollywood" von Quentin Tarantino

Rick Dalton (Leonardo DiCaprio) hat es nicht leicht. Er ist ein Fossil der TV-Landschaft, der einstige Held einer halbgaren Western-Serie namens "Bounty Law". Doch die Uhren in Hollywood stehen nicht still, erst recht nicht in den 1960er Jahren. "Es ist offiziell, alter Freund, ich bin jetzt out", jammert Rick und fällt seinem besten Freund Cliff Booth (Brad Pitt) schluchzend um den Hals.

Was aber soll der erst sagen? Er ist der Stuntman des besagten Fossils und im fortgeschrittenen Alter. Schon lange wird Booth nicht mehr engagiert, spätestens, seit er am Set Bruce Lee (Mike Moh) verdroschen hat. Und so hält er sich als Mädchen für alles in Diensten seines Kumpels über Wasser.

Aus Verzweiflung und auf Raten seines Agenten (Al Pacino) ist Dalton schließlich dazu bereit, einen Part im verhassten Genre des Spaghetti-Westerns anzunehmen. Während er dabei in erster Linie in Clinch mit sich und seiner Alkoholsucht gerät, wird Booth in seiner Freizeit abseits der Traumfabrik auf einen seltsamen Hippiekult aufmerksam, der unter der Führung eines Langhaarträgers namens Charlie etwas im Schilde zu führen scheint.

Von all dem gänzlich unberührt und unbekümmert genießt derweil eine gewisse Sharon Tate (Margot Robbie) ihr glamouröses Leben an der Seite von Regie-Wunderkind Roman Polanski (Rafal Zawierucha) - und die glorreiche Zukunft, die ohne Zweifel noch vor ihr liegen wird.

In diesen Kategorien nominiert:

  • Bester Film (David Heyman, Shannon McIntosh, Quentin Tarantino)
  • Bester Hauptdarsteller (Leonardo DiCaprio)
  • Bester Nebendarsteller (Brad Pitt)
  • Beste Regie (Quentin Tarantino)
  • Beste Kamera (Robert Richardson)
  • Bestes Kostümdesign (Arianne Phillips)
  • Bestes Szenenbild (Barbara Ling, Nancy Haigh)
  • Bester Tonschnitt (Wylie Stateman)
  • Bester Ton (Michael Minkler, Christian P. Minkler, Mark Ulano)
  • Bestes Originaldrehbuch (Quentin Tarantino)

Trailer zu "Once Upon a Time... in Hollywood"

"Once Upon a Time… in Hollywood" ist ab 15. August 2019 in den deutschen Kinos zu sehen.

Zehn Nominierungen: "1917" von Sam Mendes

Dreck, Blut und kriegsmüde Gesichter wohin der Blick auch fällt. Rund drei Jahre sind seit jenem 28. Juni 1914 vergangen, als der österreichisch-ungarische Thronfolger Franz Ferdinand nebst seiner Gattin in Sarajevo ermordet und so der Erste Weltkrieg losgetreten wurde.

Drei Jahre erbitterter Stellungs- und Gaskrieg, der selbst dem törichtesten Jungspund, der sich einst mit Begeisterung freiwillig für die Front meldete, den unbändigen Wunsch nach Frieden eingeprügelt hat. Und dieser Wunsch scheint 1917 zum Greifen nahe, haben sich die deutschen Soldaten doch weit zurückgezogen und stehen kurz vor der Kapitulation. Ein Irrglaube, wie sich herausstellen soll.

Der Rückzug an der Westfront ist lediglich eine lange im Vorfeld geplante Falle, die rund 1.600 Männer des 2. Bataillons des britischen Devonshire Regiments in den sicheren Tod locken soll, wie Luftaufnahmen offenbaren. Das Problem: Diese lebensrettende Information liegt den Befehlshabern an der Front nicht vor.

Die beiden jungen Soldaten Schofield (George MacKay) und Blake (Dean-Charles Chapman), dessen großer Bruder selbst Opfer des Hinterhalts werden könnte, sollen entgegen jeder Chance das Feindesland durchqueren und die Kameraden rechtzeitig warnen. Eine Mission in den sicheren Tod, wie beiden umgehend bewusst wird.

In diesen Kategorien nominiert:

  • Bester Film (Sam Mendes, Pippa Harris, Jayne-Ann Tenggren, Callum McDougall)
  • Beste Regie (Sam Mendes)
  • Beste Kamera (Roger Deakins)
  • Bestes Make-up und Beste Frisuren (Naomi Donne, Tristan Versluis, Rebecca Cole)
  • Beste Filmmusik (Thomas Newman)
  • Bestes Szenenbild (Dennis Gassner, Lee Sandales)
  • Bester Tonschnitt (Oliver Tarney, Rachael Tate)
  • Bester Ton (Mark Taylor, Stuart Wilson)
  • Beste visuelle Effekte (Guillaume Rocheron, Greg Butler, Dominic Tuohy)
  • Bestes Originaldrehbuch (Sam Mendes, Krysty Wilson-Cairns)

Trailer zu "1917"

"1917" ist ab 16. Januar 2020 in den deutschen Kinos zu sehen.

(stk/tae)  © spot on news

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