Zum sechsten Mal schlüpft Tom Cruise in die Rolle des Geheimagenten Ethan Hunt – und das Ergebnis ist schier überwältigend. "Mission: Impossible – Fallout" ist Dank der wahnwitzigen Stunts nicht nur der beste Film der Reihe, sondern ein Highlight für alle Freunde des klassischen Action-Kinos.

Doreen Hinrichs
Eine Kritik
von Doreen Hinrichs, Redakteurin Unterhaltung

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Ja, er ist schon ein Teufelskerl! 56 Lebensjahre zählt Hollywood-Star Tom Cruise mittlerweile, doch die merkt man ihm kein bisschen an.

Klar, in der Traumfabrik ist das dank Botox und Veneers nicht wirklich eine Herausforderung. Doch von seiner körperlichen Fitness und seiner Liebe zur Arbeit kann sich so mancher Jungspund eine Scheibe abschneiden.

Denn wie gewohnt hat Cruise auch in seinem neuesten Streifen (zur Pein seiner (Mit-)Produzenten und der Versicherung) den überwiegenden Teil der Stunts selbst ausgeführt. Prompt brach er sich bei einem waghalsigen Stunt den Fuß - zur Freude der Zuschauer wurde die Szene nicht herausgeschnitten.

Für den großen Showdown lernte Cruise extra Helikopter-Fliegen. Und doch ist die sensationelle Verfolgungsjagd zweier Hubschrauber nur eine unter vielen Action-Sequenzen, die man so noch nicht gesehen hat und lange nicht vergisst.

Handgemacht schlägt CGI

Die Arbeit, die dahintersteckt, kann man als Zuschauer nur erahnen. Für einen Fallschirmsprung aus über 7.000 Metern mussten über 100 Probesprünge durchgeführt werden – mit Kameramann und in voller Ausrüstung; die Proben im Windkanal sind da noch nicht mal mit drin. Im Film dauert die Szene dann wenige Minuten und wirkt so leicht, als hätte Cruise seinen Leben lang nichts anderes gemacht.

Die Liebe zum Handwerk ist es, die man dem Film von Regisseur und Drehbuch-Autor Christopher McQuarrie in jeder Szene anmerkt und die "Fallout" davor bewahrt, zu einer reinen Materialschlacht zu verkommen.

Ja, die Stunts sind alle komplett over the top – und doch fesselnder als zum Beispiel die CGI-Schlachten aus dem Hause Marvel.

Und so passiert die einzige wirklich unglaubwürdige Szene relativ zu Beginn – als in einem Pariser Club während des Sets von DJ Harvey genug Zeit für eine Schlägerei auf der Herrentoilette bleibt und es keine Schlange vor dem Klo gibt. Als ob!

Alte Bekannte sind zurück

Mit Hunt kehren nicht nur seine Teamkollegen Benji (Simon Pegg) und Luther (Ving Rhames) – wie immer zuständig für technische Raffinessen und Humor – zurück, sondern auch Widersacher Solomon Lane (Sean Harris). Genau, den lernten wir schon in "Mission: Impossible - Rogue Nation" kennen.

"Fallout" führt die Handlung fast nahtlos weiter. Das IMF-Team muss Lane aus dem Gefängnis befreien, um an einen Koffer mit Plutonium zu gelangen. Den hatte Hunt zuvor bei einer Übergabe verloren. Über die Schulter schaut ihm dabei CIA-Kollege August Walker (Henry Cavill, "Superman", "Justice League"), denn auch die Agency hat ein Interesse an dem Deal.

Cavill schafft es, sich als Neuzugang in das Ensemble zu integrieren, aber gleichzeitig durch seine körperliche Präsenz und den Schnauzbart einen interessanten neuen Dreh einzubringen. "Sie benutzen ein Skalpell. Ich bevorzuge den Hammer!" – ein besseres Bild, als es CIA-Direktorin Erica Sloan (Angela Bassett) gegenüber Hunts Boss Alan Hunley (Alec Baldwin) zeichnet, kann man kaum finden.

Eine Story ganz ohne Logik-Löcher

Auch Doppel-Agentin Ilsa Faust (Rebecca Ferguson), Hunts Gegenspielerin und Love Interest aus dem letzten Teil, und ihre tödliche Schenkelpresse sind wieder dabei. Doch wer wirklich Freund und wer Feind ist, wird erst nach zahlreichen Twists klar – und natürlich an dieser Stelle nicht verraten!

Was wir verraten können: "Mission: Impossible - Fallout" liefert rund zweieinhalb Stunden beste Kinounterhaltung – eine klassische Spion-gegen-Spion-Story mit überraschenden Wendungen, sensationellen Stunts, starken Figuren und pointiertem Humor.

"Mission: Impossible – Fallout" mit Tom Cruise, Rebecca Ferguson, Henry Cavill, Simon Pegg u.a. startet am 2. August in den Kinos.
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