Von "Fight Club" über "Inception": Diese Filme haben die größten Wendungen

Den Reiz von unerwarteten und schockierenden Wendungen haben schon viele Regisseure erkannt und umgesetzt. Wir haben die Filme mit den größten Plot Twists zusammengestellt. Aber Achtung: Spoileralarm!

Achtung Spoiler: Der Besitzer des Hotels (Anthony Perkins, Bild) hat eine gespaltene Persönlichkeit: Neben dem schüchternen Mann vom Empfang verkörpert er auch seine Mutter, die er Jahre zuvor aus Eifersucht auf ihren Liebhaber ermordet hat. Seine eigene Herrschsucht auf sie projizierend, ermordet er in ihrer Gestalt seither jede Frau, für die er Interesse hegt. So trifft es auch die Sekretärin - sie wird in der Dusche von ihm mit Perücke und Kleid erstochen.
Wie bereits in Psycho wird auch in "Identität" (2003) ein Motel zum Schauplatz eines Verbrechens: In einer stürmischen Nacht suchen dort zehn Menschen (unter anderem verkörpert von John Cusack, links, und Ray Liotta, rechts) Unterschlupf vor einem Unwetter. Doch als nach und nach immer mehr von ihnen verschwinden und ermordet aufgefunden werden kommt Panik auf - wer unter ihnen ist der Mörder?
Achtung Spoiler: Keine der Personen existiert real, sondern sie sind alle Teil der gespaltenen Persönlichkeit eines zum Tode verurteilten Serienmörders (Pruitt Taylor Vince, Bild). Das Treiben in dem Motel repräsentiert den Kampf um die alleinige Macht über den Körper. Aufgrund der fälschlichen Annahme, die für die Morde verantwortliche Persönlichkeit sei dabei umgekommen, wird der Mann begnadigt. Zuletzt übernimmt jedoch der wahre Mörder, ein kleiner Junge, die Kontrolle und kann fliehen.
In David Finchers "Sieben" (1995) verkörpern Brad Pitt (links) und Morgan Freeman (rechts) zwei Detectives, die einem Serienmörder auf der Spur sind. Dieser ist von den sieben Todsünden besessen und wählt seine Opfer nach ihrem frevelhaften Verhalten aus. Im Laufe der Ermittlungen verschwimmen jedoch die Grenzen zwischen Fall und Privatleben der beiden Männer zunehmend, wodurch sie selbst ins Visier des Mörders geraten.
Achtung Spoiler: In der Schlussszene offenbaren sich die letzten beiden Opfer des Täters: Hier zeigt er dem jungen Detective (Brad Pitt, links) den abgetrennten Kopf seiner Frau, welche er aus Neid auf das scheinbar perfekte Leben des Paares ermordete. Rasend vor Wut und damit die letzte Todsünde verkörpernd, erschießt dieser den Serienmörder daraufhin und wird anschließend verhaftet.
Als absoluter Klassiker des Plottwist-Genres gilt "The Sixth Sense" mit Bruce Willis (rechts) aus dem Jahr 1999. Er erzählt von einem Kinderpsychologen, der einen neunjährigen Jungen (Haley Joel Osment, links) betreut, woraus sich eine Freundschaft zwischen den Beiden entwickelt. Doch während das Kind ihm seine geheime Gabe offenbart und beginnt sich mit seinen Ängsten auseinanderzusetzen, hat der Psychologe selbst mit zunehmenden Problemen in seinem Leben zu kämpfen.
Achtung Spoiler: Die Gabe des Jungen besteht darin, dass er Geister von Toten sehen kann. So auch seinen Psychologen: Dieser wurde bei einem Einbruch von einem ehemaligen, wahnsinnigen Patienten erschossen. Erst am Ende wird er sich seines Daseins als Geist selbst bewusst. Auch das befremdliche Verhalten seiner Frau erklärt sich dadurch: Sie trauert um ihn.
Bei Nolans Werk "Memento" (1999) wird der Zuschauer mit ungewöhnlichen Mitteln in die Position der Hauptfigur Leonard Shelby (Guy Pearce, Bild) versetzt: Dieser leidet an einem Verlust des Kurzzeitgedächtnisses und versucht den Tod seiner ermordeten Frau zu rächen. Mit zwei in entgegengesetzte Richtungen laufenden Handlungssträngen kann der Zuschauer das Gefühl, nicht mehr zu wissen was kurz vor dem laufenden Moment passiert ist, ist sehr gut nachfühlen.
Achtung Spoiler: In Wahrheit ist Leonard selbst der Mörder seiner Frau: Als sie ihm nach dem Raubüberfall nicht glauben kann, dass er sich an nichts erinnert, bringt er sie um und denkt sich als Verarbeitungsmechanismus ihren Mord nur aus. Sein ständiger Begleiter und vermeintlicher Freund nutzt seine Situation aus und setzt ihn seither auf immer wieder neue, vermeintliche Mörder an, um diese Menschen selbst nicht umbringen zu müssen.
In dem Psychothriller "Fight Club" (1999) von David Fincher verkörpert Edwart Norton (rechts) einen schlaflosen Mann, der mit seinem konsumorientierten Leben und seinem Beruf unzufrieden ist. Als er auf den dubiosen Seifenhändler Tyler Durden (Brad Pitt, links) trifft, gründen sie gemeinsam einen Club, bei dem sich Männer regelmäßig zu Schlägereien treffen. Doch bald schon beginnt der Protagonist die angestauten Aggressionen auch in seinem Privatleben auszuleben und alles droht zu eskalieren.
Achtung Spoiler: Der namenlose Protagonist leidet an einer dissoziativen Identitätsstörung. Tyler Durden existiert also in Wirklichkeit gar nicht, sondern ist nur ein anderer Teil seiner Persönlichkeit. Aufnahmen von Überwachungskameras zeigen rückblickend, dass er beispielsweise in Szenen, in denen die beiden Männer vermeintlich miteinander kämpften, nur gegen sich selbst kämpfte.
Mit Nicole Kidman (Bild) in der Hauptrolle setzt "The Others" (2001) auf klassische Grusel-Elemente: Eine Mutter wohnt alleine mit ihren beiden Kindern in einem abgelegenen Landhaus, während ihr Mann in den Krieg gezogen ist. Da sowohl der Sohn als auch die Tochter an einer seltenen Lichtallergie leiden, muss die Familie im Dunkeln leben. Als neues Hauspersonal eingestellt wird, häufen sich jedoch ungewöhnliche Vorfälle wie ein von Geisterhand gespieltes Klavier oder plötzlich zufallende Türen.
Achtung Spoiler: Bereits vor Jahren war die alleinerziehende Mutter ohne ihren Mann in der Einsamkeit des dunklen Hauses verrückt geworden. In ihrer Verzweiflung brachte sie erst die Kinder und dann sich selbst um. Seither wandelt die Familie als Geister in dem Haus umher. Die gruseligen Geräusche sind die der neu eingezogenen, lebenden Familie, welche ebenfalls von den Erscheinungen der Toten heimgesucht wird und deshalb wieder auszieht.
In "Oldboy" (2003) wacht Oh Dae-su (Choi Min-sik, Bild) eines Tages in einem isolierten Hotelzimmer auf und muss über einen Fernseher erfahren, dass er als Hauptverdächtiger für seine ermordete Frau gesucht wird und dass seine Tochter zu einer Adoptivfamilie gegeben wurde. 20 Jahre später wird er unvermittelt freigelassen - ohne zu wissen, wer ihm das angetan hat und warum. Er beginnt seine lang geplante Rache in die Tat umzusetzen.
Achtung Spoiler: Während seinen Nachforschungen erhält er Unterstützung von einer jungen Frau, mit der sich eine sexuelle Romanze entwickelt. Gemeinsam finden sie heraus, dass Lee Woo-jin (Yoo Ji-tae, Bild) hinter allem steckt. Zu Schulzeiten hatte Oh Dae-su dessen in­zes­tu­ös Verhältnis mit seiner Schwester entdeckt und verraten, woraufhin diese sich umgebracht hatte. Seine Rache, bevor er sich selbst ebenfalls umbringt, besteht darin, Oh Dae-su zu offenbahren, dass es sich bei der jungen Frau um seine eigene Tochter handelt.
Im ersten Teil der Saw-Reihe von 2004 wachen zwei Männer gefesselt in einem dunklen und dreckigen Raum auf. Zwischen ihnen liegt die Leiche eines Mannes, der sich augenscheinlich selbst erschossen hat. Mit dem zum Kult gewordenen Satz der dann ertönenden Stimme "Ich möchte gerne ein Spiel spielen." beginnt ein Tortur-Duell, bei der jeder der Beiden um sein eigenes Überleben kämpft.
Achtung Spoiler: Die zwischen den beiden Männern liegende Leiche entpuppt sich am Ende als Jigsaw, dem Drahtzieher hinter dem perfiden Spiel. Er hat seinen Tod die ganze Zeit über nur simuliert, um sich am Ende zu erheben, den einzig Überlebenden in dem Kellerraum einzuschließen und ihn dort dem Hungertod zu überlassen.
In "Das Leben des David Gale" (2003) bekommt die junge Journalistin Bitsey Bloom (Kate Winslet) die Chance auf ein Interview mit einem zum Tode Verurteilten (gespielt von Kevin Spacey, Bild). Er erzählt ihr seine Geschichte und ihr wird klar, dass hinter dem Fall mehr steckt, als es zunächst scheint. Sie geht der Sache auf den Grund und zweifelt dabei immer mehr an seiner Schuld - doch die Zeit rennt.
Achtung Spoiler: Der Mord war von David Gale zusammen mit dem Opfer von vorne herein inszeniert: Mit der Aktion wollten die Beiden auf die Unverhältnismäßigkeit und das Risiko der Todesstrafe in den USA aufmerksam machen. Indem er der Reporterin ein Video zukommen lässt, kann der einvernehmliche Selbstmord des Opfers und damit seine Unschuld nachgewiesen werden - jedoch gerade spät genug, dass er noch kurz davor hingerichtet wird.
Ein eher unbekannter Geheimtipp ist der nie im Kino veröffentlichte Gangster-Thriller "Lucky Number Slevin" aus dem Jahr 2006. Der Protagonist Slevin gerät dabei zwischen zwei Fronten, als er versehentlich für seinen verschwundenen Freund gehalten und als Spielball für den Machtkampf zwischen zwei Mafiachefs eingesetzt wird.