Captain Picard wird 80: So wurde Sir Patrick Stewart zum Weltstar

Beim Namen Sir Patrick Stewart denken die meisten Menschen direkt an Captain Jean-Luc Picard. Der Brite, der am 13. Juli seinen 80. Geburtstag feiert, ist jedoch mehr als nur der Star aus dem "Star Trek"-Universum. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Patrick Stewart kommt am 13. Juli 1940 in Mirfield, England, zur Welt. Schon früh entdeckt er seine Leidenschaft für das Theater und den Film. Bereits als Zwölfjähriger steht er auf der Bühne. Das Foto zeigt ihn 1979 in der TV-Adaption des John-le-Carré-Romans "Tinker Tailor Soldier Spy" mit Alec Guinness.
Die Schauspielerei ist für den jungen Patrick Stewart vielleicht eine Möglichkeit, seinem gewalttätigen Vater zu entkommen. Heute setzt er sich gegen häusliche Gewalt ein und weiß, dass die Wut seines Vaters durch eine Kriegsneurose ausgelöst wurde. Das Foto zeigt den Briten (M.) 1984 mit Kyle Maclachlan (l.) und Sting (r.) in "Der Wüstenplanet".
Ab seinem 19. Lebensjahr arbeitet Stewart als professioneller Theaterschauspieler. Bis in die frühen 80er-Jahre gehört er zum Kernensemble der Royal Shakespeare Company und ist in zahlreichen Shakespeare-Rollen zu sehen. Das Foto zeigt Stewart 1970 in London als Launce in "Two Gentlemen Of Verona".
Richtig bekannt macht den Schauspieler aber erst seine jahrelange Rolle als Captain Jean-Luc Picard in der Fernsehserie "Raumschiff Enterprise - Das nächste Jahrhundert" (Bild, 1987-1994) sowie in den "Star Trek"-Kinofilmen.
Entdeckt wird er vom Produzenten der Serie, Robert Justman, bei einer Schauspiel-Vorlesung an der Universität UCLA. Stewart (hier mit Spock-Darsteller Leonard Nimoy) überzeugt ihn mit seinen Darstellungen von Führungspersönlichkeiten. In der Serie darf er seinen englischen Akzent behalten und auch einige Shakespeare-Zitate einbringen.
Nach dem Ende von "Raumschiff Enterprise - Die nächste Generation" spielt Patrick Stewart unter anderem in "Fletcher's Visionen" (1997) und der Mini-Serie "Moby Dick" (Bild, 1998) mit, in der er den rachsüchtigen Kapitän Ahab verkörpert.
Außerdem schlüpft er in den "Star Trek"-Filmen 7 bis 10 wieder in seine Paraderolle des Captain Picard. In "Star Trek VII - Treffen der Generationen" (Bild, 1994) trifft seine Figur auf seinen Vorgänger James T. Kirk (l., gespielt von William Shatner).
Seit 2000 ist er zudem in den "X-Men"-Verfilmungen zu sehen. Darin mimt Stewart Professor Charles Francis Xavier, der üblicherweise "Professor X" genannt wird. Die Figur leitet eine geheime Schule für Mutanten, er selbst ist ebenfalls Mutant und Telepath. Das Foto zeigt ihn in "X-Men: Der letzte Widerstand" (2006) mit Halle Berry, Hugh Jackman und Sir Ian McKellen (v.l.n.r.).
Privat ist Patrick Stewart zum dritten Mal verheiratet. Seine erste Ehe mit Choreografin Sheila Falconer, mit der er zwei Kinder hat, wird 1990 geschieden. 2000 heiratet er Produzentin Wendy Neuss (hier 1996 auf dem Walk of Fame), die Ehe hält bis 2003.
2013 heiratet der Brite die 38 Jahre jüngere Sängerin Sunny Ozell - Stewarts guter Freund und Landsmann Ian McKellen traut die beiden. Das Foto zeigt das Ehepaar bei der Premiere von "X-Men: Zukunft ist Vergangenheit" im Jahr 2014 in New York.
Seiner Liebe zum Theater und Shakespeare im Speziellen ist Patrick Stewart bis heute treu geblieben. 2006 kehrt er auf die Bühne zurück und spielt unter anderem in Interpretationen von "Der Sturm" und "Macbeth" mit. 2012 verkörpert er William Shakespeare höchstpersönlich - in "Bingo by Edward Bond" im Young Vic Theatre in London.
Für seine schauspielerische Leistung in "Macbeth" wird Patrick Stewart 2008 mit einer Nominierung für den Tony Award bedacht. Für den Golden Globe und den Screen Actor's Guild Award ist er ebenfalls schon nominiert gewesen. Einen Grammy gewinnt er 1996 als Synchronsprecher für das "Beste gesprochene Kinderalbum".
Wie sein guter Freund Sir Ian McKellen (l.) darf sich Patrick Stewart seit 2009 zudem Sir nennen. Bereits seit 2001 trägt er den Titel Officer of the Order of the British Empire (OBE). Mit Ian McKellen spielt er häufiger gemeinsam Theater, wie hier im Stück "Waiting For Godot" 2013 in New York.
Die beiden Stars begeistern ihre Fans seit Jahren zudem immer wieder mit öffentlichen Küssen als Zeichen ihrer tiefen Freundschaft - wie hier bei der Londoner Premiere von "Star Trek: Picard" im Januar 2020.