Silvia von Schweden wird 77 - Ein Rückblick auf ihr Leben

Am 23. Dezember feiert Königin Silvia von Schweden ihren 77. Geburtstag. Sie hält den Rekord als am längsten amtierende Königin Schwedens - ein Rückblick auf ihr Leben. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Geboren wurde die schwedische Königin, deren bürgerlicher Name Silvia Renate Sommerlath lautet, am 23. Dezember 1943 in Heidelberg. Ihr Vater war ein deutscher Geschäftsmann, ihre Mutter gebürtige Brasilianerin.
Zusammen mit ihren drei älteren Brüdern Ralf, Walther († 2020) und Jörg († 2006) lebte sie zehn Jahre lang von 1947 und 1957 in São Paulo. Als Silvia zwölf Jahre alt war, kehrte ihre Familie nach Heidelberg zurück, wo sie eine Privatschule besuchte.
Nach ihrem Abitur 1963 in Düsseldorf zog sie nach München, wo sie von 1965 bis 1969 das Sprachen- und Dolmetscher-Institut besuchte. Silvia beherrscht Schwedisch, Deutsch, Spanisch, Französisch, Portugiesisch, Englisch sowie die schwedische Gebärdensprache.
Nach ihrem Studium arbeitete sie in München im argentinischen Konsulat und als Hostess der Olympischen Sommerspiele 1972. Später war sie stellvertretende Protokollchefin der Olympischen Winterspiele 1976 in Innsbruck.
Anlässlich der Vermählung des Königs - Carl Gustaf war 1973 zum König gekrönt worden - führten ABBA am Tag vor der Trauung zu Ehren des Paares zum ersten Mal ihren Song “Dancing Queen” auf.
Dass König Carl XVI. Gustaf eine Bürgerliche heiraten wollte, sorgte für Schlagzeilen. Das schwedische Recht besagt sogar, dass Carl Gustav aus dem Königshaus hätte austreten müssen, wenn er zum Zeitpunkt der Hochzeit noch Kronprinz und nicht bereits König gewesen wäre.
Die Hochzeit des Paares am 19. Juni 1976 war eine historische Besonderheit: Es war die erste Hochzeit eines bereits regierenden Königs seit 1797.
Die Deutsche, die zwei Tage zuvor den Königlichen Seraphinenorden verliehen bekommen und die schwedische Staatsbürgerschaft angenommen hatte, trug an ihrem Hochzeitstag eine Robe von Dior. Dazu kombinierte sie einen langen Schleier, der einst Königin Sofia gehört hatte.
Mit der Hochzeit wurde Silvia zur Königin Schwedens. Nur ein Jahr später kam bereits königlicher Nachwuchs: Die erste gemeinsame Tochter Victoria Ingrid Alice Désirée kam am 14. Juli 1977 zur Welt.
Zwei Jahre später bekam Prinzessin Victoria ein Geschwisterchen: Carl Philip Edmund Bertil kam am 13. Mai 1979 zur Welt. Er ist der einzige Sohn von Silvia und Carl Gustaf.
Während Carl Philip noch mit dem Titel Kronprinz zur Welt kam, wurde ihm der Titel nur ein Jahr nach seiner Geburt aberkannt. Denn bereits vor der Geburt seiner Schwester Victoria wurden im schwedischen Reichstag Stimmen zu einer Änderung der Erbfolgeregelung laut.
Die bis dahin geltende Erbfolge wurde am 1. Januar 1980 aufgehoben. Seitdem gilt in Schweden das erstgeborene Kind des Königspaares als rechtmäßiger Erbe des Throns - unabhängig vom Geschlecht. Somit wurde Victoria zur Kronprinzessin und Thronfolgerin.
Carl Philips offizieller Titel ist seither Prinz von Schweden, Herzog von Värmland. Er steht hinter den Kindern seiner Schwester auf Platz vier der Thronfolge.
Am 10. Juni 1982 folgte dann zum dritten Mal Nachwuchs. Prinzessin Madeleine, die mit vollem Namen Madeleine Thérèse Amelie Josephine heißt, erblickte das Licht der Welt. Sie steht auf Platz sieben der Thronfolge.
Stand das schwedische Volk der Königin vor ihrer Hochzeit noch skeptisch gegenüber, wurde die gebürtige Deutsche schnell zu einer überaus beliebten Monarchin.
Das liegt wohl auch an ihrer warmherzigen Art, die sich etwa in ihrer wohltätigen Arbeit zeigt. Die Königin hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, benachteiligten Kindern aus aller Welt zu helfen.
1999 gründete die Königin aus diesem Grund die World Childhood Foundation. Die Stiftung fokussiert sich in erster Linie auf den Schutz von Kindern vor sexuellem Missbrauch sowie die Unterstützung derer, die zum Opfer von sexuellem Missbrauch geworden sind.
Auch die Hilfe von Demenzkranken liegt Silvia von Schweden besonders am Herzen. Denn auch ihre eigene Mutter war dement. 1996 gründete sie die Stiftung Silviahemmet, die sich um die Versorgung und Betreuung von Menschen mit Demenz kümmert.
Das Leben als Königin von Schweden war für die heute 77-Jährige nicht immer sorgenfrei. Durch die Beliebtheit Silvias war auch das mediale Interesse an Thronfolgerin Victoria bereits in jungen Jahren sehr hoch, worunter die Kronprinzessin stark gelitten haben soll. 1998 wurde bekannt, dass Prinzessin Victoria als Folge darauf an Magersucht erkrankt war.
Im Jahr 2002 geriet die schwedische Königin oder vielmehr ihr Vater in die Negativpresse: Walther Sommerlath wurden Verbindungen zur NSDAP nachgesagt. Demnach sei er während seiner Zeit in Brasilien 1934 der Partei beigetreten.