Royale Rebellin: Heute wäre Prinzessin Margaret 90 Jahre alt geworden

Noch lange vor Prinzessin Diana, Prinz Harry oder Herzogin Meghan war sie diejenige, die mit ihren Skandalen die britische Königsfamilie auf den Kopf stellte: Prinzessin Margaret. Die jüngere Schwester der Queen hätte am 21. August 2020 ihren 90. Geburtstag gefeiert. Ein Rückblick auf ihr spannendes Leben. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Prinzessin Margaret wird am 21. August 1930 im schottischen Glamis Castle, Stammsitz der Familie mütterlicherseits, geboren. Zum Zeitpunkt ihrer Geburt ist ihr Großvater, George V., der König Englands. Auf ihn soll nach dessen Tod der Bruder ihres Vaters folgen. Doch es kommt ganz anders…
Als Edward VIII. im Jahr 1936 abdankt, ist Prinzessin Margaret gerade sechs Jahre alt. Ihr Vater George VI. wird quasi über Nacht zum König, das Leben der kleinen Prinzessin ändert sich schlagartig. Plötzlich steht sie hinter ihrer älteren Schwester, heute Queen Elizabeth II., auf Platz zwei der britischen Thronfolge. Die Nummer zwei – für Prinzessin Margaret ihr Leben lang ein Fluch.
Während Prinzessin Elizabeth als voraussichtliche Thronfolgerin zur zukünftigen Königin erzogen und separat unterrichtet wird, muss Margaret lernen, damit klarzukommen, den Rest ihres Lebens im Schatten der Schwester zu stehen. Schon von klein auf steht die jüngere Schwester gerne im Mittelpunkt, liebt Aufmerksamkeit und die Öffentlichkeit, Elizabeth dagegen ist eher zurückhaltend und pflichtbewusst.
Nicht nur liebt Prinzessin Margaret die Öffentlichkeit, die internationale Boulevardpresse liebt auch sie. Überall wird sie bewundert für ihre atemberaubende Schönheit und den Glamour, den sie versprüht.
Während Elizabeth nach dem frühen Tod des Vaters den Thron besteigt und die Verantwortung für ein ganzes Land auf ihren Schultern liegt, tobt sich Margaret auf Partys des Londoner Nachtlebens der 1950er Jahre aus.
Mit Anfang 20 verliebt sich die rebellische Prinzessin in den königlichen Stallmeister ihres verstorbenen Vaters – Peter Townsend. Er ist nicht nur 16 Jahre älter als sie, sondern ein geschiedener Mann – am Königshof und im konservativen Großbritannien Mitte des 20. Jahrhunderts ein Skandal.
Ausgerechnet ihre Schwester, Queen Elizabeth, muss entscheiden, ob Margaret ihre große Liebe heiraten darf – sie verwehrt es ihr. Unter Tränen muss Margaret 1955 einen Abschiedsbrief an Townsend im Radio vorlesen. Richtig glücklich wird sie nie wieder.
Fünf Jahre später scheint der Herzschmerz ein Ende genommen zu haben: Im Mai 1960 beschert Prinzessin Margaret dem Volk eine royale Hochzeit - die erste, die live im Fernsehen ausgestrahlt wird. Sie heiratet einen Bürgerlichen, den Fotografen Antony Armstrong-Jones.
Doch anstatt sich jetzt zurückzunehmen, stürzt die Prinzessin sich noch mehr ins Londoner Nachtleben. Margaret und Antony, seit der Hochzeit Graf und Gräfin von Snowdon, sind gern gesehene Gäste im Londoner Nachtleben, feiern gemeinsam die Nächte durch – mit reichlich Alkohol und Zigaretten, dem großen Laster der Prinzessin.
1961 kommt das erste Kind des Glamour-Paars zur Welt, David. 1964 folgt die Tochter Sarah. Auch der Nachwuchs ändert nichts an den Party-Eskapaden des Ehepaars. Das einzige, was sich ändert, ist, dass sie nicht mehr gemeinsam ausgehen, es kommt immer häufiger zu Differenzen.
Anfang der Siebziger stürzen beide sich nach zehn Ehejahren in Affären. Für einen öffentlichen Skandal sorgte Margarets Urlaub mit dem 17 Jahre jüngeren Roddy Llewllyn (l.) in ihrem privaten Urlaubsdomizil auf der karibischen Insel Mustique.
Auch ihr Ehemann Antony hat eine Affäre: Als Fotograf reist er viel und betrügt sie auf fast jeder beruflichen Reise - unter anderem mit Lucy Hogg, die 1978 von ihm schwanger wird und ihn später heiratet.
1978 kommt es zur ersten royalen Scheidung seit Henry VIII. 400 Jahre zuvor: Nach zwei Jahren Trennung, vielen Krisen und Affären gehen Margaret und Antony nun endgültig getrennte Wege.
Das späte Leben von Prinzessin Margaret ist von Krankheiten gezeichnet. Die Prinzessin hatte schon mit 15 Jahren das Rauchen begonnen – mit schweren Folgen. 1985 wird ihr nach einer Krebsdiagnose der linke Lungenflügel entfernt. Doch mit dem Rauchen hört sie trotzdem erst sechs Jahre später auf.
1998 erleidet Margaret ihren ersten Schlaganfall – es folgen noch mindestens zwei weitere. Im Jahr darauf verbrüht sie sich versehentlich ihre Füße und ist fortan an den Rollstuhl angewiesen.
Mit gerade einmal 71 Jahren stirbt sie nach einem weiteren Schlaganfall im Februar 2002. Knapp einen Monat später verstirbt ihre Mutter, die Queen Mum, im Alter von 101 Jahren.